Wer hat Erfahrung mit Muela Fixed aus Spanien

  • Hallo!

    Ich bin über ein paar Bowies von Muela gestolpert, da sie in meinen Augen teilweise ein sehr interessantes Design haben,
    anscheinend Custom sind und vom Preis her trotzdem durchaus fair verkauft werden.

    Ich konnte zwar die Info finden, dass der Stahl bei Muela sehr ähnlich zu einem gut gehärteten 440C sein muss,
    aber wie haltbar die Verbindung Griff/Klinge gemacht wurde, ist nirgends zu entdecken.

    Hat jemand von Euch schon praktische Erfahrung mit einem Muela-Fixed gemacht?
    Vor allem die größeren "Kaliber" wären interessant (Klinge >= 18cm).
    Die kleinen Muela Fixed sollen anscheinend ganz zuverläßige Begleiter sein.

  • Ich hatte mal ein Muela Fixed in der Hand. Hab damit ein bischen rumgespielt, hin und her getestet.

    Die Fixed sind recht ordentlich gemacht, es wirkte sehr stabil auf mich. Auf den ersten Blick konnte ich nicht wirklich was zum kritisieren finden. Die Griffbefestigung sah auch sehr ordentlich aus.

    Also insgesamt ein stimmiges Werk für den Preis. Selbst die Scheide war recht ordentlich gearbeitet.

    Was allerdings die Schnitthaltigkeit auf Dauer angeht: Keine Ahnung. Da kann ich nicht weiterhelfen. Aber ich denke, dass man hier die Aussagen zu den "kleinen" heranziehen kann. Ich glaube nicht, dass hier die Behandlung der Klingen groß unterschiedlich ist.

    Bei Muela ist glaube ich aber der Preisverfall ein Problem. Willst Du es als User und nicht gleich wieder verkaufen, ist es OK. Ansonsten sieht es recht schlecht aus, annähernd den Kaufpreis zurück zu bekommen. Also nicht wirklich Wertstabil.

    Für mich: Alles in allem sind es vernünftige Messer zu einem fairen Kurs. Das habe ich bei anderen schon weitaus schlechter gesehen.

  • Vielen Dank für Deine Einschätzung und Deinen Erfahrungsaustausch!

    Ich komme auf Muela, weil ein Muela Bowie in einem Western mit dem ehemaligen James Bond Schauspieler fast schon der Hauptdarsteller war.
    Sieht im Film sehr authentisch aus und ich habe eine schwache Ader für solche Western-Replikas, vorausgesetzt sie sind dann auch noch voll funktionsfähig.
    Jedoch wurde anscheinend für den Film dieses Bowie nochmals modifiziert und sieht besser aus, als die normale Kaufversion.
    Daher konnte ich mich auch aus diesem Grund bisher noch nicht zu einem Kauf durchringen.

  • Ja, ja, Seraphim Falls, stimmt schon :) :)

    Danke für die Hinweise zum Muela Bowie!
    Das heißt, man sollte es am besten direkt vor Ort ansehen, denn Bestellen wäre eher ein Lottospiel.

    Dann werde ich mal nach dem guten Stück ausschau halten ....

  • Was ich bisher von Muela in der Hand hatte war durchweg gut gemacht und sauber verarbeitet. Die Scheiden könnte man besser machen aber für Serie wiederum in Ordnung.

    Einmal editiert, zuletzt von Gast (6. August 2012 um 21:37)

  • Ich habe ein ca. 15 Jahre altes Muela Colibri und bin sehr zufrieden mit dem Messer, ich habe es lange im Survivalbereich genutzt und es hat mich nie im Stich gelassen.
    Klar sind heutige, hoch legierte Stähle was anderes aber schlecht ist der von Muela nicht.
    Wenn ich heute bei Survivalseminaren mehrere Messer vorführe um Unterschiede deutlich zu machen werde ich immer wieder nach Preis und Bezugsquelle des Muelas gefragt, da die Handlage die Leute sofort zu überzeugen scheint.

    Gruß Eiserner

    Ps.: Hab gerade nachgesehen, auf meinem steht 440 c.

    Sex, knives and rock'n'roll

    Einmal editiert, zuletzt von Eiserner (22. August 2012 um 22:12) aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Vielen Dank für Eure Erfahrungen, die Ihr mit mir geteilt habt!

    Zusammenfassend kann man sagen, dass:

    - Bullet, ein erfahrener Messermacher, die Verarbeitungsqualität für "brauchbar" befunden hat, wobei Abstriche bei der Scheide zu machen sind.
    - Eiserner, ein Survivalspezialist jahrzehntelange positive Erfahrung im harten Gebrauch damit gemacht hat und seine Kursteilnehmer aus der Praxis heraus sehr interessiert an Muela sind
    - Horus, der genau das Wunschmesser schon in der Hand hatte, davor warnt, dass durch das Naturmaterial Hirschhorn jedes Exemplat anders aussehen wird und man es besser in Echt begutachtet
    - muellerschubert, der als erfahrener Custom Fixed Sammler einen guten Gesamteindruck gewonnen hat.

    Ich sage dazu: Ich bin von Eurer fundierten Hilfe begeistert!

  • Hallo,
    ich selber habe kein Muela, aber habe jede Menge in der Hand gehabt.
    Hier in Spanien gelten die Muelas, abgesehen von Customs, wohl zu den besten Serienmessern.
    Unter Jägern sind die Abfangmesser sehr beliebt, wie Covarsi, Gran Duque etc.
    Es gibt auch eine Serie von Messern im Militär Stil, diese sind nicht unbedingt zu empfehlen, ein sehr kurzer Erl
    reicht nur ca. 1/3 in den Griff.

    Ein absoluter Klassiker im spanischen Forum ist das Kodiak!

    Wie schon zuvor erwähnt, hängt die Qualität sehr mit dem Hirschhorn zusammen, da gibt es sehr schöne Stücke und auch sehr bescheidene (extrem dick, mit abgesägten Sprossen, so dass das Mark zu sehen ist).
    Was den Stahl angeht, so ist dieser für den Preis sehr ordentlich, Verarbeitung ebenfalls.
    Guck mal bei filofiel.com da gibt's alle gängigen Modelle.

    Gruss
    surfer

  • Hallo Surfer,

    vielen Dank, für die Einblicke eines Kenners vor Ort!
    Solche Aussagen sind unbezahlbar ...

    Filofiel.com kannte ich schon, jedoch ist es natürlich ein absolutes Muss, diese Adresse an dieser Stelle nochmals zu nennen - danke!
    Denn es könnte ja auch noch andere Interessierte zu diesem Thema geben und bei Filofiel scheint alles sehr sauber abzulaufen.

    Muela kommt in den meisten Foren zu kurz, ja eigentlich im ganze Web.
    Jedoch scheint Muela laut den ganzen Aussagen hier von der Preis/-Leistung durchaus zu anderen Mitbewerbern
    absolut konkurrenzfähig zu sein.

  • Hallo

    Ich habe 3 Muela-Messer. 2 Kodiaks (eins mit einem Holzgriff und eines mit Micartagriff und der neuen Lederscheide) und eine Rhino Olive. Die Verarbeitung ist aus meiner Sicht nicht schlecht. Die Messer sind stabil und haben ein angenehmes Gewicht - für meinen Geschmack.
    Das Kodiak Micarta (mit 14C28N Stahl) und das Rhino, welches wunderschöne Griffschalen aus Olivenholz hat, sind für mich persönlich die erste Wahl. Die Bushcraftscheide des Kodiak Micarta ist aus stabilen schwarzen Leder und kann vertikal und horizontal am Gürtel getragen werden. Ein Feuerstahl ist dabei. Der Griff des Kodiak Micarta bietet aufgrund seiner Beschaffenheit sehr gute Griffeigenschaften. Ähnliches gilt auch für das Rhino. Die Scheide des Rhino ist von der Form her etwas - na ja - altbacken - eine typische Messerscheide mit Druckknopfsicherung. Die Scheide auf dem Foto ist allerdings von dem anderen Kodiak. Am Rhino fehlt mir eine Öse für eine Paracordschlaufe.

    Die Klingen beider Messer sind für die meisten Schneideaufgaben groß genug. Beide Messer können ohne Einschränkungen geführt werden. M.E. wirken sie auf andere Mitbürger auch nicht nicht bedrohlich.

    Zur Schnitthaltigkeit kann ich allerdings nicht viel sagen.

    Hier mal ein paar Bilder...

    Viele Grüße
    Martin/ Bushwacker

  • Danke fürs Zeigen und Beschreiben!

    Die Messer könnten glatt als Custom durchgehen, wenn die Aufschrift auf der Klinge nicht wäre.
    Die Scheiden sehen ebenfalls wertig verarbeitet aus.

    Muelamesser sind also durchaus eine Empfehlung wert.

  • Hallo

    Das Cudeman MT1 (mit Micrta) habe ich auch. Ein kleines Nieto - mit Olivenholz - hat mich lange als EDC begleitet. Das Olivenholz hatte nach einiger Zeit des Gebrauchs eine wunderbare Patina. Leider hat es mir jemand "weggefunden". Das MT1 fällt ja irgendwie in die gleicher Kategorie wie das Kodiak mit der neuen Scheide.

    Die Nieto-Messer bietet auch ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis. Das kleine Nieto hat seinerzeit keine 35 EUR gekostet. Ein gutmütig Messer.

    Viele Grüße

    Martin