Opa-Messer die Zweite - Messer mit dem Otter

  • Hallo liebe Messerfreunde!


    Man gibt in der Regel schon ne Menge Geld für Messer aus (ich natürlich nicht - nur für den Fall, dass meine Frau wieder liest, was ich geschrieben habe) XD . Es gibt aber auch ne ganze Menge Messer, die durchaus etwas taugen und dabei preisgünstig sind. Die Messer von Opinel fallen mir da ein oder die Mora-Messer.


    Angespornt durch das Thema "Opamesser" und der Tatsache, dass auf der Andereas-Messe in Detmold just ein Verkaufswagen der Firma Otter-Messer stand, will ich Euch kurz 3 Messer dieser Solinger Firma vorstellen. Otter-Messer stellt unter anderem auch das Mercartor-Messer her - das gibt es schon quasi unverändert seit Ende des 19 Jahrhunderts! Bei den günstigen Preisen konnte ich nicht daran vorbei gehen, oher hinterher das wohlige Gewicht von 2 Neuzugängen in der Jackentasche zu spüren. Ein Ottermesser, dass ich schon etwas länger habe, macht die Runde komplett - passt es doch ebenfalls in Kategorie "Opamesser"


    Hier zunächst mal ein Bild von den drei Taschenmessern - zusammen mit für die Region Ostwestfalen-Lippe typischen "Opa- Utensilien "- eine Flasche Wacholder (ach - wenn ich da an die Diaolge denke, die ich in meiner Kindheit aufgeschnappt habe: "Gustav - willste den schönen Wacholder?" "Isser auch warm" - "Jau" - "Denn gib mal einen - hmm ist der lecker." Lange dachte ich, da würde einem wirklich etwas ganz besonders Leckeres vorenthalten) und eine "Handelsgold Fehlfarben zu 30 Pfennig".



    Das erste Messer ist ein typischer Vertreter aus der Gattung "Jagdmesser mit Hirschorn". Das Messer ist geöffnete ca. 20 cm land, die Klinge - 440c-Stahl - misst incl. Ricasso 9 cm und ist ca. 3 mm stark. Die Hauptklinge mit einem butterweichen Klingengang verriegelt mittels einer Backlockverriegelung. Die Säge hat keine Backlock-Verriegelung - die Slipjoint-Feder hält es aber fest genug. Das Messer war beim Kauf seinerzeit RASIERSCHARF und das ist sie auf Grund Ihrer guten Nachschärfbarkeit noch heute. Besonders fällt die sehr gute Verarbeitung dieses Messers auf. Die Backen und Metallteile sind poliert - die Hirschornschalen sind weisen keine unschönen Kanten auf. Und das alles zu einem Preis von 50 EUR - das habe ich seinerzeit für den Klassiker (auch auf der Andreasmesse) bezahlt. Von dem Messer gibt es noch eine Version mit einer einzelnen Klinge und mit Klinge, Säge und Aufbruchklinge.



    Das Ankermesser hat ebenfalls Tradition und wir in unterschiedlichen Versionen (Größe und Material der Backen Nr. 173, 173R, 174 und 174R) hergestellt. Die Klinge aus Kohelnstoffstahl ist insgesamt 8 cm lang und ca. 3 mm stark. Das Messer ist geöffnet ca. 18 cm lang, der Griff maximal 14 mm stark. Die Stahlbacken passen toll zu dem dunkelen Holz, in das auf der einen Seite ein goldener Acker eingelassen ist. Die Sheepfoot-Klinge war beim Kauf ebenfalls sehr scharf. Übrigens werden die Messer beim Kauf gleich vor Ort im Verkaufswagen geschliffen - stumpfe Messer gehen nicht über den Tresen. Das Beste kommt aber noch - das Messer hat keine 20 EUR gekostet! Für das Ankermesser und das andere Messer habe ich zusammen 35 EUR ausgegeben. Die Preise im Webshop sind allerdings etwas höher.



    Das nächste Messer erinnert mich stark an die Art Taschenmesser, die mein "messerhobbyverursachende" Opa immer in der "Buxentasche" der "Sandmanchester-Büxen" hatte. Auf einem Bild ist übrigens mein Opa abgebilded - quasi als Hommage und aus Dank, dass er mich für Messer interessiert hat. Das Slipjoint-Messer ist ca. 19 cm im geöffneten Zustand lang. Der Griff, mit Griffschalen aus Knochenmaterial ist max. 14 mm stark. Auf die 9 cm lange Klinge trägt die Aufschrift "rostfrei" - nähere Angaben fehlen. Alle Messer tragen übrigens das Logo der Firma - einen Otter - auf der Klinge.



    Alle Messer eignen sich hervorragend für die Schneideaufgaben, die Alltag anfallen - Karton schneiden, Äpfelschälen, Butterbrot schmieren usw. usw. Hinzu kommt noch, dass alle Messer ohne Einschränkung getragen werden dürfen. Meine dicken Folder müssen zurzeit tatsächlich zugunsten des Duos und andere Slipjoints zurückstehen. ZUm Abschluss noch ein paar "opamäßige Bilder"...



    Ich wünsche Euch allen noch einen schönen 1. Advent
    Martin

  • @ Martin,


    schönes Review, danke dafür! :thumbup:
    Ich habe und hatte auch einige dieser Schätzchen aus dem Otter Soriment, und freue mich jedes Mal wenn ich mal wieder eins in die Hände nehme ... und ja, es hat schon was Nostalgisches.
    Tolle Werkzeuge bei denen das "Auge" mitschneidet! :D


    Gruß Gerd

    ... und immer einen ungeschälten Apfel in der Tasche! :thumbup:

  • Hallo Martin,
    vielen Dank für diese überaus gelungene Vorstellung. Sehr schön und mit einem Schmunzeln zu lesen.
    Auch die Fotopräsentation gefällt mir richtig gut.
    Viele Grüße, Rolf

    Die Hand voller Asse
    .......aber das Leben spielt Schach.