Schnitzen - Schnibbeln - Spähne machen

  • Ich bin in dieser Richtung leider nicht sonderlich begabt, versuche aber meinem (10-jährigen) Enkel die Messerbegeisterung mitzugeben. Einige Messer hat er ja schon und er benutzt sie auch ....

    Danke Dir, werter Altersgenosse! Talent mehr oder weniger!?!? Spaß an der Sache ist wichtig und Übung. An die Dreidimensionalität taste ich mich heran. Am hilfreichsten sind jedoch gute Videos, wie das unten genannte. Felix Immler ist „Taschenmesserpädagoge“ bei Vic, also genau die Messer, die Du für Deinen Enkel schon sammelst! Nächster Schritt: gemeinsam sowas schnibbeln wie der Immler. Gut Holz!


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    Der Weihnachtsmann hat dich auch schon ordentlich beschenkt. Sicherlich eine gute Idee, wenn man das Ergebnis sieht.


    Aus reiner Neugier, wie zufrieden bist du mit dem Messer? Welche Klingenlänge hast du gewählt, 6cm?

    Hallo Frank,
    Danke auch für Deine lobenden Worte. War mir sicher, dass Du S. Djärv in der Krippe erkennen würdest.
    Letztlich warst Du es vor einiger Zeit, der mich auf seine Spur gebracht hat. Hab immer mal wieder geschaut, sind ja recht rar seine Werkzeuge. Da das Schnitzen sich doch im Laufe des Jahres bei mir intensiviert hat, habe ich jetzt mal zugeschlagen. Ich zeige meine inzwischen drei nochmal separat, die sind einfach zu schön und wertig, um sie zu unterschlagen. Ja, hast Du gut erkannt, das im Bild ist 6 cm, klasse Haptik und Schneidleistung.


    Gruß
    Burghard

  • Da mir leider keine künstlerische Ader gegeben ist, steuer ich mal wieder was profanes bei.


    Das Problem ist ja, dass man seine nicht rostfreien Messer nicht in der Scheide lagern soll. Für sein Werkzeug braucht man allerdings eine Scheide für die Verwahrung (bei lauter Vitrinen bekommt man sonst ein Platzproblem ;) ) und da habe ich bisher Leder genommen. Ich wollte aber auch gern mal was aus Holz probieren und das ist das Ergebnis.






    Als Holz habe ich Buche verwendet, dann einen Liner aus Vulcanfiber und als Abschluss Birkenrinde. Die Klinge hält von allein, daher ist der Riemen nur zur Sicherheit. So ganz zufrieden bin ich mit dem "Verschluss" noch nicht, vielleicht fällt mir da noch was passenderes ein. Das Werkzeug ist eine 50mm Twca-Cam von belzeboocraft, der Griff ist von mir, ebenfalls aus Buche.


    Schönen Gruß
    Frank

  • Da mir leider keine künstlerische Ader gegeben ist, steuer ich mal wieder was profanes bei.

    Bis auf die Klinge alles selbst entworfen und gebaut - und keine künstlerische Ader? Schönes Understatement. :bang:
    Prima Lösung für diese komplizierte Klingenform!


    Burghard

  • Vielen Dank an alle.


    und keine künstlerische Ader? Schönes Understatement.

    Mit Kunst hatte ich auch eher die tollen Figuren gemeint, die hier einige schon gezeigt haben. Ich befleißige mich dafür meine Handwerkskunst zu verbessern :) .


    Die Idee für so eine Holzscheide ist nicht auf meinem Mist gewachsen, höchstens die Art, wie ich meine gebaut habe. Nur mal als Beispiel, was da mit Holz so geht (Ludwig ist ein Mitarbeiter von Hans Karlssons Klensmide)


    Da mir keine Möglichkeit eingefallen ist, die Form der Klinge schmal aus dem Holz zu bekommen ohne dass ich komplett durchs Holz muss, habe ich der Form folgend durchgebohrt und zum Schluss mit der Laubsäge ausgesägt und die Feinheiten mit Feile und Schleifpapier gerichtet. Daher die Lage mit dem Vulcanfiber und der Birkenrinde als neuer Boden.


    Schönen Gruß
    Frank

  • Frank,
    Wieder so ein toller Link. Sind aber ja keine Scheiden sondern „Slojdpojken“, köstlicher Name. Besonders der Slojdpojken mit dem grünen Messer in Form eines Schlittens reizt als Vorlage! Herrlich!


    Burghard

  • Sind aber ja keine Scheiden sondern „Slojdpojken“, köstlicher Name.

    Da liegt wohl ein Missverständnis vor. Slöjd meint im Schwedischen Handarbeit oder Kunsthandwerk und Pojke ist der Junge. Ludwigs Seite heißt slojdpojken also der Handarbeitsjunge (in Schweden werden bei ö,ä oder å im I-Net einfach die Punkte oder der Kreis weggelassen, dort gibt es kein oe für ö). Die (Messer- oder Axt-)Scheide heißt schwedisch slida.


    Hälsningar (Grüße)
    Frank


  • Da liegt wohl ein Missverständnis vor. Slöjd meint im Schwedischen Handarbeit oder Kunsthandwerk und Pojke ist der Junge. Ludwigs Seite heißt slojdpojken also der Handarbeitsjunge (in Schweden werden bei ö,ä oder å im I-Net einfach die Punkte oder der Kreis weggelassen, dort gibt es kein oe für ö). Die (Messer- oder Axt-)Scheide heißt schwedisch sliHälsningar (Grüße)

    Google-Übersetzer hätte mir geholfen, aber soooo illusionslos; der Name war so reizvoll für alles..
    Handarbeitsjunge, also der schnitzende Michel von Lönneberga! :thumbup: Oder ich - wenn auch „ole pojke“


    Schönen Abend
    Burghard

  • Zeitig begonnen, ist auch unsere Krippe fertig...





    Bevor Fragen wegen der ernsten Mienen aufkommen: nicht erst, sondern realistisch. Stell Dir vor, Deine Liebste gebärt und erklärt Dir den „Heiligen Geist“ als Verursacher. Du wärst „not amused“, also realistische Darstellung.


    Gruß
    Burghard

  • Hallo Burghard,


    mit fehlt als Atheist zwar der Bezug, aber handwerklich ist es eine Meisterleistung. Wunderschöne Figuren mit unheimlich tollen Details und die Krippe mit dem Stück Fundholz rundet das Gesamtbild ab.


    Die Deutung des Gesichtsausdrucks find ich gut, wer könnte sich da noch ein Lächeln abringen ;) .


    Ich wünsche dir und deiner Familie ein schönes Weihnachtsfest.


    Schönen Gruß
    Frank

  • .... und die Krippe mit dem Stück Fundholz ....

    Für Eure wohlwollenden Kommentare und „dicken Daumen“ vielen Dank!


    @Frank: An so einem Fundholz komme ich kaum vorbei. Manchmal zum Leidwesen meiner lieben Frau, Kommentar: „ Du willst doch nicht....“ Aber der kluge Mann will, denn er beugt vor. Das ist ein Stück Splintholz einer alten, verrottenden Eiche. Auf den Weidezaun gestiegen, abgebrochen, gesäubert, gelagert...voila. Meine Liebste ist begeistert, nächste Aufträge stehen an, die Hlg. Drei Könige..., und dann ist ja noch Ostern.


    Schöne Rest-Weihnachten
    Burghard

  • Hallo,


    diesmal zwei Löffel, der erste hatte leider ein Astloch in der Laffe, welches sich erst sehr spät gezeigt hat. Aber ich wollte ihn unbedingt fertig machen.



    Als zweites eine Seifenschale. Das Holz stammt aus unserem Garten. Ist mal ein Test, ob und wie lange sich das im Alltag bewährt.



    Schönen Restsonntag.


    Gruß
    Frank

  • Moin Frank,
    Du hast die Tage anscheinend gut und kreativ genutzt. Die Löffel zeigen in ihrer stilistischen Vielfalt bereits den Könner! Muss man mal ausprobieren, dann weiß man, was für ein ausgewogenes Alltagsgerät wir da täglich achtlos nutzen. Das Loch in der Laffe ist kein Manko, sofern Du nicht Deine Suppe damit löffeln willst. :/
    Was für Holz ist das? Bei der Seifenschale tippe ich mal auf Eibe. Derartige Schalen sieht man oft aus Olivenholz, ich vermute wegen des Ölgehaltes im Holz. Bin gespannt, ob Deine hübsche Schale quillt.


    Schönen Tag
    Burghard

  • Hallo Burghard,


    die Holzangabe hab ich vergessen. Die Löffel sind aus Birke. Die Seifenschale ist wohl Eibe. Wir haben drei im Garten, aber nur zwei tragen Früchte, scheint wohl ein männlicher Baum zu sein und von dem ist das Holz. Laut Wikipedia wurde Eibenholz auch für Wasserleitungen eingesetzt. Scheint also schon mal nicht die schlechteste Wahl in Verbindung mit Wasser zu sein. Die Schale wurde mit Leinöl eingelassen und bekommt noch ein Bienenwachsfinish, dann sehen wir mal.
    Das ist erst mein 5. und 6. Löffel, vom Könner bin ich also noch weit, weit entfernt. Da ich mich erst mal an verschiedene Formen rantaste, hab ich auch mal über das Loch hinweggesehen und ihn fertig gemacht. Für Suppe ist er eher nix, aber ich finde bestimmt Verwendung. Notfalls hat meine Tochter ein neues Spielzeug :) .


    Schönen Gruß
    Frank

  • Kaffeelöffel


    Im Nachhinein wundere ich mich selbst, dass ich als Genießer handgemahlenen Kaffees ohne handgemachten Löffel ausgekommen bin.


    Tatsächlich benötigte ich erst Eure inspirierenden „Tritte“, Claus + Frank, aus Post #67-71 für meinen eigenen Versuch. Es hätte dazu auch weicheres Holz als Kirsche sein können. Aber wenn, dann gleich richtig und nutzbar. Mulde (heißt wohl Laffe?) und grobe Form waren schnell gemacht.


    Im Verlauf des Schnitzens und Nachdenkens wurde mir die ausgewogene symmetrische Balance dieses alltäglichen, perfekten Gerätes namens Löffel richtig bewusst. Und warum in einigen Teilen der Welt geschnitzte Löffel immer noch einen symbolischen Wert haben. Zeigen die Lovespoons der irisch-walisischen Sphäre dem Brautvater doch, dass der Bewerber schnitzen und seine Auserwählte ernähren kann - für‘n guten, handgemachten Kaffee hätte es bei mir schon mal gereicht!



    Gruß
    Burghard