• Hallo Freunde.
    In meiner Euphorie über den Wettbewerb hatte ich mich ja prompt auch zum Thema Rucksackmesser angemeldet. Junge, Junge, da hat uns Frank mit dem lapidaren Wörtchen „sozialadäquat“ eine echte Herausforderung gestellt. Ich war ja gedanklich noch in der apokalyptischen Welt meiner Furia verhaftet. Aber glücklicherweise kam der Urlaub dazwischen und gab mir den nötigen Abstand um den Geist auf etwas völlig Entgegengesetztes zu drehen...

    1. DESIGN und IDEE

    Das Thema Rucksackmesser bietet ja viele Variationsmöglichkeiten und Interpretationen. Was ich an diesen Wettbewerben so mag, ist die Herausforderung sich mit einem Thema gänzlich neu auseinander zu setzen und nicht einfach zu bauen, was man immer so macht. Klar, die eigene Handschrift gehört dazu, aber Euch einfach einen meiner Entwürfe als Rucksackmesser zu präsentieren, ist nicht!
    Also habe ich mich zuerst an das Lastenheft gesetzt - was macht für mich ein Rucksackmesser aus und wie kann ich die Vorgabe "sozialadäquat" vernünftig umsetzen.

    Hmm - also für den Rucksack... da fällt mir ein: robust, unkompliziert und wartungsarm, zuverlässig, leicht - gut für das Jausenbrot oder andere normale Schneidaufgaben geeignet; muss Feuchtigkeit und Regen abkönnen, soll auch mal im Rucksack bleiben können ohne zu rosten, darf größer sein als ein EDC aber handlicher als ein ausgewachsenes Outdoormesser. Es soll irgendwie 'simpel' im besten Sinne sein, wie die Messer unserer Großväter.
    Daraus ergibt sich für mich - rostfreier aber feinkörniger Stahl, ca. 3mm stark und relativ hohe Wate für den besten Kompromiss aus schneidfähig und stabil, Micarta als Griffmaterial, Fixed mit maximal 20cm Gesamtlänge, eher flach und nicht auftragend. Dabei muss es perfekt in der Hand liegen und ‚führig‘ sein beim Schnitzen oder Salamischneiden.

    Dann kommt der emotionale Teil... Rucksack, das hat auch eine romantische Komponente, etwas sympathisches und es soll ja vor allem Niemanden Angst machen: also nicht zu groß, eher runde Formen als Ecken, warme Farben und angenehme Haptik. Gleichzeitig aber nicht zu viel "Bling" - das ist ein Gebrauchsmesser wo man sich nicht gleich vor den Zug werfen muss weil mal ein Kratzer reinkommt. Ach ja, es soll auch noch sowohl zum klassischen Wanderrucksack passen, wie auch zum Maxpedition City-Rucksack...

    Wieder mal einige Flöhe, die wir unter einen Hut bringen wollen.. Ich werde also versuchen, das alte "Jausenmesser" meines Großvaters mit den Anforderungen der Moderne zu verknüpfen und den Geist unserer Altvorderen in ein leistungsfähiges aktuelles Messer einzubringen!

    Gut, nach einigem Nachdenken und Herumprobieren bin ich zu dem Entwurf unten gekommen, der für mich von der Form her passt (und trotz der Vorgaben noch immer ein wenig dynamisch ist). Als Stahl möchte ich einen SB1 verwenden, weil er für mich sehr gut Klassik mit Moderne verbindet und dabei die Eigenschaften hat, die ich für dieses Messer will. Dazu strukturiertes braunes Micarta für den Griff. Als Reminiszenz an die Schlichtheit drei simple durchgehender Bronze-Pins, für die Moderne eine längliche Fangriemenöse und die Pins gehämmert für die Optik.


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    Einmal editiert, zuletzt von Blaupfeil (4. September 2018 um 16:41)

  • ... und was ich hier sehe gefällt mir schon wieder außerordentlich!

    Mit der Klinge kann man klasse die Butter aufs Brot schmieren und die Fingermulde sorgt für ordentlich Druck, wenn man den Stock für das Grillwürstchen anspitzt.

    Sehr, sehr schön und praktisch!

    Gruß

    The Lem

  • 2. UMSETZUNG

    OK, los geht’s!

    Zuerst habe ich mal die Materialien zusammen gesucht – und schon die erste Herausforderung: das wunderschöne braune Micarta habe ich nur in jeweils 1cm Stärke… das ist mir aber viel zu dick, ich möchte ein schlankes Messer. Also habe ich meine kleine Japansäge mit 0,3mm Blattstärke ausgepackt, das Micarta mittig angezeichnet und dann mit viel Gefühl und noch mehr Sichtkontrolle dann der Längs nach aufgesägt:

    bladecommunity.de/attachment/104517/


    Gottseidank hat das gut funktioniert aber dennoch muss das Micarta nun natürlich geplant werden – also mit Doppelklebeband auf einem Reststück RWL festgeklebt, am Magnetspanntisch befestigt und mit 60er Band überarbeitet.

    Mann, das Zeug staubt! Da kommt mein Staubsauger nicht mehr mit – also mit Maske gearbeitet, abgesaugt, dann die Luftabsaugung für eine Stunde auf höchster Stufe – und dennoch eine Riesensauerei in der Werkstatt… Da muss ich mir für die Zukunft etwas Besseres einfallen lassen.

    Nächster Schritt: Klinge vorbereiten. Hier ein Tipp: ich drucke mir meine Entwürfe gerne aus und klebe dann das Papier direkt auf das Metall. Das wird natürlich beim Sägen und vor allem beim Schleifen der Konturen schön warm, dazu kommt das Eintauchen in Wasser zum Kühlen. Also alles nicht wirklich gut für Papier und Kleber. Und früher musste ich öfter neu kleben oder nach „Auge“ arbeiten, weil das Original irgendwo im Kühleimer schwamm… Was aber ganz gut funktioniert, ist das Ganze mit normalem Holzleim aufzukleben und dann nochmals eine dünne Schicht oben drüber. Das hält zumindest bis die Klinge gesägt und in der Kontur geschliffen ist:

    Da ich an diesem Messer auch etwas Romantik haben will, werden die Schalen mit dünnen Bronzelinern unterlegt, die geben einen schönen warmen Farbtupfer und vor allem kriegen sie eine schöne Patina mit der Zeit. Also mal passend ausgeschnitten, angeschliffen für einen guten Halt des 300 endfest und dann verklebt das Ganze.

    (Edit: das ist Sinterbronze die ich normalerweise für meine Gleitscheiben verwende – was heißt das? Genau: Kleben nur mit mäßigem Erfolg! Außerdem hat es mir dann doch nicht gefallen in Kombination mit den Bronzepins – war einfach zu viel des Guten -> also habe ich die Bronzeliner später wieder abgenommen. Lehrgeld…)

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  • @TheLem
    Danke! Genau - Form follows function follows form... :)


    Nun zum Schritt, an dem ich bei einem Fixed am meisten Konzentration brauche – dem Anlegen der Wate (bei Foldern wird das nochmals getoppt vom Anpassen des Verschlusses…).
    Wie üblich berechne ich den Winkel zuerst anhand der Klingenstärke und der geplanten Höhe des Anschliffs. Und dann ziehe ich die Wate abwechselnd auf beiden Seiten hoch – abwechselnd, weil das erstens weniger Stress auf Stahl/Klinge bringt und zweitens ich den Verlauf besser kontrollieren kann (habe ich, glaube ich schon bei der Furia erwähnt)

    Eigentlich gefällt mir der oben gezeigte aggressive und gerade Anschliff sehr gut – wäre nicht die Vorgabe „sozialadäquat“, hätte ich es wahrscheinlich so gelassen… Aber wir wollen ja einen etwas freundlichen Charakter und daher ziehe ich die Wate vorne hoch in dem ich am Schluss die Klinge in den Bandschleifer eindrehe, was zwar die Spitze etwas weniger kräftig macht und mehr Arbeit beim Finishen erfordert, dafür aber eine etwas bessere Schneidleistung im vorderen Bereich bringt und wie gesagt vor Allem auch sympathischer aussieht.

    Als nächstes werden die Schalen mit Zwingen an der Klinge befestigt, durch die Pinholes gebohrt, mit Pins fixiert, die Außenkontur angezeichnet und einzeln relativ nah an der Kontur ausgeschnitten. Dann wieder mit den Pins an der Klinge befestigt und am Bandschleifer endgültig in Außenform gebracht. Sieht irgendwie schon mal ganz nett aus...

    Jetzt fräsen wir die Fangriemenöse (was einfacher klingt, als es war: die richtigen Abstände und Winkel mit dem Auge zu treffen, ohne direkt drauf gucken zu können, weil der Fräskopf im Weg ist, war eine ganz schöne Herausforderung – Anschläge habe ich keine bei meiner alten Fräse, also halt schön langsam…) und überarbeiten das Klingenfinish.

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  • So und jetzt kommt der große Moment…

    Ich versuche bei allen meinen Messern das Beste aus dem Stahl herauszuholen. Ein paar Legierungen sind da einfacher als andere. RWL zum Beispiel ist auch deshalb einer meiner Lieblingsstähle, weil er feinkörnig, rostträge UND relativ anspruchslos zu härten ist.
    Der SB1 ist da ein wenig herausfordernder.

    Zuerst mal alles Reinigen, dann in Folie einpacken und ab in den Ofen.

    Der SBB1 ist an sich schon ein klasse Stahl aber wie erwähnt etwas kapriziös wenn man das Maximum an Leistungsfähigkeit rausholen will:
    1) ordentlich durchglühen bei 1050° ist Pflicht,

    2) dann unter Verbrennen psychedelischer Kräuter und Absingen heiliger und geheimer Lieder (OK, Spaß) im auf 70° vorgewärmten Härteöl abschrecken,

    3) dann ab zwischen die Alubacken

    4) und schlussendlich – jetzt kommt der für den privaten Messermacher schwierige Teil - eine Kryobehandlung bei Dr. Frost… Erster Anlass-Zyklus für 1h, dann wieder ab ins Eisbad und nochmals 1h im Ofen.
    Den Trick mit dem Trockeneis habe ich übrigens von unserem @Eckhard – danke nochmals dafür, mein lieber Eckhard!

    Sieht sie nicht schön aus, wenn die Luftfeuchtigkeit an der Oberfläche friert?

    Ich habe den Stahl der Aufgabe gemäß in der Wärmebehandlung eher auf Schneidleistung getrimmt - das Ergebnis fühlt sich sehr überzeugend an: ein vernünftiges Finish braucht länger als bei allen anderen Messern obwohl sich der Stahl eigentlich erstklassig polieren lässt.

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  • Nun zu den Micarta Schalen: ich liebe dieses warme Braun, die Struktur des Materials und die Haptik.

    Zuerst habe ich also die Schalen in ihrer Stärke angezeichnet und identisch gerundet. Dabei ist es wichtig, dass der Tellerschleifer, bzw. die Auflage exakt rechtwinkelig ausgerichtet sind und dass ich mir genau anzeichne wo der Schliff aufhören soll, so dass die beiden Schalen an der selben Stelle auch gleich stark sind.

    Dann wird mit viel Gefühl die Rundung aufgebracht – ich vergleiche da dann immer die beiden Schalen, lege sie nebeneinander, halte sie gegen das Licht – bis ich sicher bin, dass sie gegensymetrisch sind. Was hier richtig gut hilft, sind die Schichten an denen man sich schön orientieren kann: solange das Muster parallel und identisch ist, ist alles im grünen Bereich:

    Was nun kommt, habe ich schon mal ausprobiert und ist ein „Feature“, das meines Erachtens die Führigkeit eines Messers, das auch eher feinere Arbeiten können muss, nochmals verbessert: eine Daumenmulde auf der Schale. Also angezeichnet, wieder den passenden Winkel gesucht (hier ist es ganz, ganz wichtig, das Messer ohne ‚Wackeln‘ zu führen, weil das eine unsaubere Linie ergäbe und die Mulde nicht gleichmäßig wäre, sondern ‚irgendwie‘ – was wiederum bescheiden aussehen würde BTDTNT!)

    Wieder zurück zur Klinge, die nach dem Finishen endlich das Blaupfeil-Logo bekommt. Dazu verwende ich die kleinere der beiden Schablonen (die ich normalerweise für meine Folderklingen einsetze) und ätze die Klinge mit 13,5V ca. 15mal in jeweils 3-5 Sekunden Zyklen.

    Das ist nicht peinlich genau zu befolgen, aber im Prinzip öfter und kurz, als weniger und lange… Das Ergebnis ist ein sehr sauberes und recht tiefes Logo:

    Als Nächstes werden die Schalen verklebt und mit Bronzepins genitet. Die Bronzepins habe ich dann noch mit einem rund-geschliffenen Körner strukturiert, ich finde das sieht richtig gut aus und gibt gerade den Hauch von Bling den ich an einem Custom mag, ohne dass es das Messer zu laut macht:

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  • OK, das Messer ist de facto fertig, bevor ich es aber schleife, kommt die Scheide dran… Auch hier wieder, was passt zu so einem Messer, was gibt mir den Kompromiss aus Gebrauchsfähigkeit uns Sympathie?

    Und hier konnte ich endlich ein Material einsetzen, das ich zu Beginn des Jahres in Frankreich gekauft habe: ein Stück originales Leder von einem Thonet Stuhl! Klar, das Leder ist mittlerweile über 100 Jahre alt und ich war mir nicht sicher ob es funktioniert aber wer es nicht probiert, der kann schlussendlich auch nicht zu einer Lösung finden.

    Also habe ich zuerst die Grundform auf Papier gezeichnet und mir ein Stück mit passendem Motiv ausgesucht. Das habe ich dann außen mit Melkfett behandelt um es geschmeidig zu machen.

    Dann den Keder eingeklebt – und dann wie bei meiner Scheide zur „FURIA“ eine Nut gezogen in welcher die Löcher mit Schlageisen vorgestanzt wurden und dann die ganze Scheide vernäht. Bei dieser Scheide habe ich allerdings keine gelben Reifencord verwendet sondern ganz klassisches gewachstes Garn.

    Im Anschluss habe ich das Ganze nochmals mit Sattelseife behandelt und jetzt ist das Leder geschmeidig und dennoch halbwegs widerstandsfähig.

    Gut, die Scheide soll auch im/am Rucksack Halt finden und daher kommt noch ein Karabiner dran. Und eine Sicherung damit das Messer auch hält, wenn es mal etwas ruppiger über die Steine dahin geht.

    Gut funktioniert schon mal... Tja dann geht es ans Schleifen: hier lege ich den Klingenschliff zuerst mit Diamant an, um ihn dann über mehrere Abstufungen auf eine feine Schärfe zu bringen:

    Geschafft! Der ROVER ist fertig und bereit für den Rucksack:

  • OK und nun die

    VORSTELLUNG

    Der ROVER ist insgesamt 18cm lang mit 8cm langer und 3mm starker Klinge aus auf 63 HRC kryobehandeltem SB1/Niolox. Er wiegt leichte 95g (mit Scheide 135g).
    Er ist dynamisch gezeichnet, gleichwohl habe ich versucht ihm eine freundliche Note zu geben und den Geist unserer Altvorderen mit der Moderne zu verknüpfen.

    Hier die Eindrücke:


    So, wieder mal danke fürs Zusehen - ich fühle mich gerade während dem Arbeiten an den Messern mit der Community besonders verbunden, Ihr seid virtuell mit in meiner Werkstatt. Das ist ein gutes Gefühl!

    Hoffe, Ihr fandet auch diesen WIP spannend!
    Beste Grüße,
    Rainer

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  • Ihr seid virtuell mit in meiner Werkstatt.

    In der Tat, in der Tat! :)


    Hoffe, Ihr fandet auch diesen WIP spannend!

    :yes:
    Nachdem mir der neue Alien nicht so gut gefallen hat, war Dein WIP eher wie das Spannungserlebnis bei Bladerunner 2049.
    Den fand ich gigantisch.

    Ich wundere mich, wie Du es geschafft hast, auf zwei Hochzeiten zu tanzen und das auch noch mit goldener Nadel.
    Auch hier kann ich ein sehr schönes wohldurchdachtes und hervorragend funktionioerendes Ergebnis sehen.
    Natürlich schiebt mich dieses Messer nicht wie das Mad Max Hammerteil mit dem Schreibtischstuhl zwei Meter rückwärts,
    dafür liegt hier die Schönheit im Detail in der Funktion und in der Schlichtheit.
    Klasse Ergebnis und vollster Respekt für zwei so tolle Entwürfe.

  • @stilzkin
    Ja, Thomas, tatsächlich warst es ja Du, der mich auf den Trichter mit den WIPs gebracht hat - und mit der Zeit wird das zur Sprache :)
    Der neue Bladerunner ist übrigens absolut genial, danke für den Vergleich. Was Du ansprichst, kann ich gut nachvollziehen!

    @Rosa Plüschrammler
    Danke, danke, Frank! Gerade bei der Scheide war ich mir nicht sicher und das hätte auch in die Hose gehen können, aber es hatte zu gut zum Thema gepasst als dass ich es nicht zumindest probiert hätte. Und ich denke durch den Grimmlock Karabiner ist das florale Muster ganz gut konterkariert.

    Unten übrigens an meinem dritten (ja, Wandern ist mein zweites Hobby) Rucksack.

    Beste Grüße,
    Rainer

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  • Hallo Rainer,

    eins vorweg: Das ist ein phantastisches Rucksackmesser geworden; jedes kleinste Detail durchdacht und bestens umgesetzt :thumbup::thumbup: .

    Für jemanden wie mich, der allenfalls am Rande und in der Praxis so gut wie nie an der Entstehung eines Messers aktiv beteiligt ist,
    ist das Lesen der Entstehungsgeschichte dieses Messers so etwas wie eine Offenbarung. Das beginnt mit der intensiven gedanklichen Auseinandersetzung um das Messerthema, dessen Umsetzung in einem fern des Alltäglichen stehenden Entwurf und der bewussten Wahl der hierfür optimalen Materialien. Alles bis zur Wärmebehandlung, wie gesagt, bis ins kleinste Detail durchdacht sowie mit sehr viel Spaß an der Freud umgesetzt. Das ist sowas von interessant und spannend zu Lesen. Schlussendlich erfolgt die Krönung des Ganzen dann durch die Wahl des 100 Jahre alten Leders eines Thonet Stuhls für die Scheide - an sich schon charaktervoll genug, dann unterstreicht auch noch dessen Ornament einmal mehr die Bestimmung dieses Messers. Ornamente wirken auf mich normalerweise etwas overdone, aber hier könnte es imho nicht besser passen.

    Welch immense gedankliche und handwerkliche Herausforderung hinter einer solch leidenschaftlichen Fertigung eines Messers stehen kann, hat dieser Bericht noch einmal sehr anschaulich verdeutlicht. Das wirkt richtiggehend ansteckend.
    Dafür meinen allerbesten Dank. Das ist wirklich ganz, ganz großes Kino :thumbsup: .

    Beste Grüße
    Axel

  • @tarrot
    Wow, Axel, das plättet mich. Danke für den Kommentar - es ist schön, wenn meine Berichte mit Freude gelesen werden und Du hast meine Motivation genau erkannt. Auch ich war nicht sicher ob die Ornamentik dem an sich schlichten Konzept seine Klarheit raubt. In dieser Beziehung empfinde ich es als „stretch“ aber noch nicht übertrieben. Und wie schon weiter oben erwähnt muss ich manchmal etwas spontan Neues und außerhalb der eigenen Komfortzone Liegendes wagen um weiter zu wachsen.
    Nochmals danke für den durchdachten Kommentar!
    Beste Grüße,
    Rainer

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  • also, äh, ja doch, tres chick zur Qualität sag ich nix mehr alles andere wie perfekt würd mich bei dir enttäuschen, die form fand ich erst komisch beim zweiten hinkucken aber nicht mehr passt. material sowieso. also nix zu meckern einfach schön.
    lederarbeit
    aber der hammer ist die präsenttation das nächste mal tu ich dich zwangsverpflichten, also rundum ein überdurchschnittlich gelungenes gesamtpaket

    tschau torsten

  • Meine Güte Rainer,

    egal was ich dazu jetzt schreiben könnte, es wäre angesichts dieser epischen Darbietung zu wenig, um Dein Schaffen und diese Präsentation zu würdigen.

    Es ist quasi mit Händen greifbar, dass da jemand agiert, der mit Kopf und Seele bei der Sache ist und dazu einen Heidenspaß hat an dem, was er da tut.
    Die Mischung aus modernen Materialien und Techniken, gekrönt durch dieses unfassbar geniale Leder.

    Einfach danke fürs Teilhaben lassen, die Lektüre ist mir eine wahre Freude. Und da Du immer so überschwänglich meine Bilder lobst: Deine stehen ihnen in nichts nach, sowohl die Dokumentation als auch die Präsentation!

    Gruß,

    Nick

  • Moin,

    ich staune wirklich, welch tolle Arbeiten die beiden aktuellen Wettbewerbe hervorbringen. Dieses Messer ist für mich die perfekte Umsetzung des Rucksack-Themas, ganz einfach weil ich es gerne in meinem Rucksack hätte. Trotz der einengenden Vorgabe hat es einen persönlichen Stempel und die Lederarbeit ist inspirierend. Danke für die Präsentation und Grüße,

    Friedrich

  • Danke, Gents!

    @Torsten Pohl
    Hey Torsten, gerne und jederzeit! Wobei meine fotografischen Fähigkeiten eher amateurhaft sind aber es wäre eh mal Zeit Dich zu besuchen, es ist sicher schon über 6 Jahre her, dass wir uns gesehen hatten: Du hattest bei einem Deiner legendären HAMMER-IN Treffen einen Wootz gesintert und ich hätte Dir zu gerne ein Teil davon für eine spezielle Folderklinge abgeschwatzt. Leider kam der Wootz dann nicht so raus wie erhofft.. Aber, ja klar doch, mache ich gerne - und danke für die netten Worte!

    @[Nick]
    Danke, Nick - ja, es ist eine Leidenschaft Messer zu entwerfen und zu bauen, mein Gegenpol zum Job (der mir auch Spaß macht aber auf andere Art fordert). Es ist aber auch die Energie hier in der BC, die Qualität der Menschen, die den Kick gibt nochmals die Extrameile zu gehen! Und zu den Bildern, Nick - danke für das Lob, aber ich weiß durchaus um mein (euphemistisch gesprochen) ‚Verbesserungspotential‘ beim Fotografieren, da gibt es für mich noch viel zu lernen.. derzeit knipse ich nur und den Rest machen Programme wie ‚Snapseed‘ :/


    @Elfrixdo
    Vielen Dank, Friedrich - wenn es diese emotionale Reaktion auslöst bin ich wirklich zufrieden. Auch das war für den Rover im Pflichtenheft: ich hatte versucht das mit ‚dem Geist der Großväter‘ zu umschreiben - das waren Messer, die man einfach mitnehmen will!

    Beste Grüße,
    Rainer

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    Einmal editiert, zuletzt von Blaupfeil (4. September 2018 um 13:37)

  • @Torsten Pohl
    Mensch Torsten, da bin ich jetzt hin und weg!! Bedeutet mir echt viel!

    @alxndr_krmr
    Danke, Alex - interessant fand ich unter anderem Deinen Kommentar zur Lanyardbefestigung beim White River: das hatte mich auch beim Rover beschäftigt, aber ich denke dass durch die Abschrägung und längliche Fräsung eine ordentliche Integration in die Gesamtlinie möglich ist.

    Beste Grüße,
    Rainer

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