Neue Kombi aus Verschlusssystemen für §42a konformes Klappmesser

  • Hallo Blade Community,

    Bei meinem Besuch auf der Knife 2022 am Wochenende habe ich mich nach einem Slipjoint-Messer umgeschaut, dass man leicht einhändig öffnen kann. Ein solches Messer wäre nach §42a des Waffengesetzes als Taschenmesser einhändig erlaubt mitzuführen, da es nicht fest verriegelt. Jedoch war meine Suche erfolglos, da ein leichter zu öffnendes Slipjoint-Messer auch bedeuten würde, dass die Klinge im geöffneten Zustand leichter wieder einklappen könnte. Nach der Messe habe ich weiter über mögliche Lösungen für dieses Problem nachgedacht und eine Lösung gefunden: Man kombiniert eine abgewandelte Form des Liner-Lock Verschlusses mit der klassischen Form des Slipjoint Verschlusses. So müsste die Slipjoint-Feder nur noch halb so stark sein und der Liner-Lock greift erst, wenn das Messer schon fast geöffnet ist. Somit könnte man das Messer mit dem halben Aufwand öffnen, ohne dass die Klinge fest verriegelt oder leicht wieder zuschnappen könnte. Dazu habe ich mal ein paar Skizzen gemacht. Leider habe ich nicht die Erfahrung meine Idee in die Praxis vorerst umzusetzen und wollte euch vorher fragen, ob die Idee es wert wäre, weiter zu verfeinern oder ob sie gar nicht umsetzbar ist.

    Ich freue mich schon auf euer Feedback.

    Mit freundlichen Grüßen

    Christian

  • Der Sinn der Konstruktion erschließt sich mir überhaupt nicht.

    soweit ich das verstehe, ersetzt du einen starken Reibungskörper (Rückenfeder) durch zwei schwache (Rückenfeder und Liner). Das ist aus meiner sicht zusätzlicher Konstruktionsaufwand ohne Nutzen.

    Gruß

    Uli

  • Der Sinn der Konstruktion erschließt sich mir überhaupt nicht.

    soweit ich das verstehe, ersetzt du einen starken Reibungskörper (Rückenfeder) durch zwei schwache (Rückenfeder und Liner). Das ist aus meiner sicht zusätzlicher Konstruktionsaufwand ohne Nutzen.

    Gruß

    Uli

    Der Sinn ist, dass Federn von Linern nur ab einem bestimmten Punkt greifen und nicht die ganze Zeit über das Öffnen der Klinge wie beim Backlock erschweren. Wenn du mal vergleichst, wann du dich am meisten „anstrengen“ musst, um ein Linerlock im direkten Vergleich zum Backlock zu öffnen ergab sich für mich das Ergebnis, dass die Reibung beim Backlock und somit der Widerstand größer ist als die beim Linerlock. Da der Slipjoint mit dem Backlock gut zu vergleichen ist, nur noch extremer, da die Feder strammer sein muss, kommt dieser Effekt mehr zum tragen und das Öffnen ist schwerer. Ersetzt man nun einen Teil der benötigten Federspannung der Slipjoint-Feder durch einen Verschuss, der weniger Kraft zum öffnen benötigt, da die Feder anders auf die Klinge drückt, so sollte sich der Kraftaufwand, zumindest zum öffnen nach meiner Theorie verringern.

    Viele Grüße

    Christian

  • Servus allerseits,

    ich verstehe (denke ich) die Motivation, nicht aber die Notwendigkeit. Ein traditioneller Slipjoint-Mechanismus kombiniert mit einer klassischen Öffnungshilfe und die Sache ist erledigt. Bei einem Liner- oder Framelock-Messer schwingt die Klinge ja auch nicht frei im Raum, da braucht's auch Kraft zum Öffnen. Eine andere Möglichkeit ist ein gut gemachter Friction-Folder, der geht lockerleicht auf und bremst am Schluss gut und knackig. Tja. :/

    Viele Grüße

    Marc

    Das Einzige, das wirklich Zukunft hat, ist die Zukunft.

  • Ok vielen Dank für eure Antworten. Ich hatte mich nur mit dem Thema beschäftigt, da ich auf der Messe leider kein Slipjoint Messer gefunden hatte, was sich so leicht arretieren lässt, dass es einhändig zu öffnen wäre. Dann denke ich, dass der Entwurf, wie ihr schon gesagt habt zu kompliziert für den kleinen Effekt ist. Trotzdem danke für eure Antworten! Ich glaube, dann werde ich mich jetzt mit der Konstruktion eines traditionellen Slupjoint Messers nach meinen Vorstellungen und Ansprüchen beschäftigen.

    Kennt ihr denn ein Slipjoint Messer, was sich gut arretieren lässt und eine Öffnungshilfe hat, was ich als Vorlage nehmen könnte?

    Mit freundlichen Grüßen,

    Christian

  • Servus Christian,

    ich kann jetzt nicht sagen, dass ich der große Slipjoint-Fan bin. Hier hatten wir mal als sehr coole Aktion drei Spydercos im BC-Durchlauf, war 2015, musst etwas suchen. Ansonsten greife ich lieber zu Frictions, die aber natürlich im eigentlichen Sinn keine Einhänder sind. :)

    Viele Grüße

    Marc

    Das Einzige, das wirklich Zukunft hat, ist die Zukunft.

  • Mir gefällt mein Spyderco PITS vom Handling sehr gut.

    Ist leicht zu öffnen und einfach zu schließen.

    Beim Gebrauch steht es relativ sicher, da man die Rückenfeder praktisch in die Mulde der Klingenwurzel rein drückt.

    Prima Konstruktion, meines Erachtens.

    Zu finden auf der Spyderco Homepage https://www.spyderco.com/catalog/detail…er-Titanium/909

    ....oder auf dem Bildchen von mir (auf der Brennkammer des Smokers neben meinem Attila abgelichtet ^^ )

  • Die Messer sehen zwar sehr schön aus, jedoch wäre mir ein preiswerteres Klappmesser als Vorlage lieber, da ich das Messer im Endeffekt ja auseinander nehmen muss, um die Bauteile ausmessen zu können und eine eigene Version des Messers zu machen. Hättet ihr den vielleicht auch ein preiswertes Slipjoint Messer (unter 50€ am liebsten, maximal 100€) was sich gut für diesen Zweck eignen würde? Über Links und Vorschläge würde ich mich sehr freuen.

  • Du meinst, ob wir nicht einen Tipp hätten, welches Messer Du am besten ... äh ... raubkopieren könntest??? :/

    Viele Grüße

    Marc

    Das Einzige, das wirklich Zukunft hat, ist die Zukunft.

  • Ich würde nur den Verschluss und die dazu gehörenden Bauteile im groben kopieren. Da sich noch kein reinrassiges Slipjoint Messer in meiner Sammlung befindet, um die Maße, die sich für einen solchen Verschluss eignen zu übernehmen (wieviel Spannungen auf die Klinge gewirkt werden muss, welchen Winkel die Feder ohne die Klinge hat usw.) wollte ich mich halt noch für eine solche Vorlage umschauen. Den Rest, wie die Klingenform, den Griff usw. habe ich vor selbst zu Designen. Der Verschluss stellt halt für mich noch die Hürde da, die ich zuerst von einem anderen Messer von diesen Maßen her übernehmen will, um die Funktionalität des Messers sicher zu stellen und dass ich bei diesem Teil, den ich im Gegensatz zu Klinge und Griff noch nie gemacht habe keinen misst zu bauen.

    Also nein, keine Raubkopie!

    Liebe Grüße,

    Christian

  • Moin,

    relativ einfach zu Öffnen bei guter Haltekraft sind für mich die Messer mit der "cran force" Technik, oft verbaut in französischen Messern.

    Anbei mal ein Bild, das mein Freund Virgil erstellt hat:


    slipjoint Vergleich

    Bei modernen Messern ist das zum Beispiel im Lionsteel Gitano oder dem neuen WE Knife WE925A, Design Markus Reichart verbaut.

    Die Feder kann für das Öffnen relativ leichtgängig gebaut werden, der Hammer und die Formung der Achse sorgen für einen starken Widerstand, den es beim Schließen zu überwinden gilt.

    Gruß,

    Nick

  • Tach. Die Frage ist natürlich, ob du die "Sicherheit" einhändig brauchst oder nur bei seltenen, speziellen Aufgaben, bei denen du auch zwei Hände verwenden kannst. Im letzteren Fall gibt es von der Marke Sanrenmu das Modell 9165. Das Messerchen ist auf den ersten Blick ein normales Slipjoint mit Pin zur einhändigen Öffnung, aber vorne im Griff befindet sich in den Griffschalen und der Feder ein Loch und hinten im Griff ein weiteres. Im hinteren Loch verbirgt sich ein Pin, welcher sich mit zwei Händen aus dem Griff herausnehmen und in das vordere Loch stecken lässt. Dadurch kann man das Messer sowohl im eingeklappten als auch ausgeklappten Zustand verriegeln - aber nur mit zwei Händen. Finde dieses System sehr praktisch. Für die meisten schnellen Aufgaben reicht Slipjoint aus, aber wenn ich mit dem Messer eine schwerere Aufgabe erledigen muss, habe ich die Möglichkeit das sicher zu tun.

    Liebe Grüße