Probleme mit Damast ätzen

  • Hallo

    ich bin nun seit 3 Monaten stolzer Besitzer einer 20 t Schmiedepresse und möchte etwas in die Damastschmiede einsteigen. Nachdem ich die ersten Versuche mit einfachen Baustahl gemacht habe (man muss ja erst mal rauskriegen wie 20 t zu bewältigen sind) habe ich mir von Angele einen fertigen Satz Stahlstreifen besorgt. 2x 1.2842, 1x 1.5634, und 2x Reineisen. Habe die Streifen miteinander verschweißt zu einer langen Klinge, bzw Kochmesser. Also nicht mehrfach gefaltet. Hat so weit alles gut funktioniert. Die Klinge geschliffen bis K3000 , entfettet mit Aceton und in 38% Schwefelsäure (Batteriesäure) geätzt. Anschließend in Kaffee noch alles dunkler gemacht. So weit so gut.....

    Aber nun kommt mein Problem:

    Wie man in den Bildern sehen kann, sind die 5-6cm an der Spitze nicht gleich dunkel wie der Rest. Bzw. je nach Blickwinkel ist die Spitze mal heller oder dunkler. Und was noch dazukommt, man sieht einen hellen Streife der komplett durch die Klinge geht. Ich habe dann die Klinge komplett mit Stahlwolle etwas blank geschliffen, gereinigt und nochmals im Kaffee gebadet. Die besagten Stellen sind auch nach dem zweiten Versuch exakt gleich geblieben.

    Was habe ich falsch gemacht? :dunno: Vielleicht hat jemand schon ähnliche Probleme erlebt und kann mir Rat geben? Bin für jede Kritik dankbar.

    Sage schon mal vielen Dank für eine Hilfestellung.


    Schönen Gruß

    Richy

    Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.

  • Hallo Richy,

    Es könnte sein, dass dein Problem nicht beim Ätzen, sondern bei der Wärmebehandlung liegt.

    Wenn die Klinge nach der Härtung an einer Stelle zu warm wird, dann nimmt sie die Ätzung unterschiedlich an. Ist mir manchmal passiert, wenn nach der Härtung beim Schleifen die Klinge zu dünn wurde und am Bandschleifer zu warm wurde. Dann kann man beim Ätzen zwar etwas "pfuschen", indem man tiefer ätzt und später dann mit feinem Schleifpapier drüber geht, aber es bleibt für den Perfektionisten unbefriedigend.

    Grüße

    Gerhard

  • Mögliche Gründe

    1. Fehler beim Härten. Unterschiedliches Gefüge ätzt unterschiedlich . Siehe Härtelinien.

    2. Nicht genüg gesäubert. Aceton reicht oft nicht. Oberflächliche Oxidbildungen geschehen sehr schnell, nach 10 min Liegenlassen sind sie schon da und lassen sich nur mechanisch entfernen. Ich habe vor dem Ätzen immer ein Finish mit Scotch-brite. Dieses frische ich immer unmittelbar vor dem Ätzen auf.

    3. Nicht genug Bewegung im Säurebad. Steht die Klinge senkrecht, steigen die Gasblasen über die gesamte Länge auf und nehmen „weiter oben“ die Säure weg. Andersrum habe ich bei einer flach im Becher liegenden Zwinge schon unten am Boden auf den ersten 5-8 mm einen ungeätzten Bereich gehabt.

    Für mich sieht es jetzt eher nach 1. aus. Die Klinge war an der Spitze heißer und hat nur hier die volle Härtung erreicht. Mach mal einen Feilentest.


    Jetzt hilft nur Ausschlußverfahren. Komplett am BS blankschleifen und neu finishen. Mit frischer Oberfläche kurz in die Säure tauchen und erstmal schauen, dass die Säure gleichmäßig benetzt und NICHT abperlt. Dann unter Bewegung immer wieder eintauchen. Wenn sie nach kurzer Zeit wieder das selbe Bild ergibt, liegt es an der Härtung

  • Hallo Gerhard, Thomas,

    vielen Dank für eure Rückmeldung und Hilfestellung.

    Nun wird mir so manches klar. Ich habe da wie es aussieht mehrere Fehler verursacht. Mir hat es die dünne Klinge beim Härten verzogen. Habe es ein zweites Mal in den Ofen und unmittelbar nach dem Ölbad in den Schraubstock damit es gerade bleibt. Denke dass hier schon der erste, massive Fehler zustande kam. Die Klinge habe ich gesäubert mit Aceton und auch noch ne Weile liegen lassen. 2.Fehler. Dann die Klinge in ein Glaszylinder mit der Säure gesteckt, Blasen stiegen hoch, aber nicht viel bewegt.. Ab und zu mal die Klinge raus, begutachtet und wieder rein. Dass da viele kleine Faktoren mitspielen leuchtet mir ein. Aber Hauptprobleme denke ich war, wie ihr schon beschrieben habt, die Härtung. Es war nun mein erster Versuch mit der Verschweißung mehrerer Lagen. Und das hat funktioniert wo ich schon mal zufrieden bin. Da ich nun weiß auf was alles zu achten ist, kanns nur noch besser werden mit der Ätzerei. :)

    Ich werde das Messer trotzdem fertig machen. Auch mit einem Schönheitsfehler. :(

    Vielen Dank

    Richy

    Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.