Frage: Wie Vernieten ohne Presse?

  • Hallo,
    als kleiner Junge habe ich immer das Buck 110 mit Titangriff in den Katalogen gesehen. Ich glaube der Preis lag damals bei 150 D-Mark.
    Leider fehlten mir die finanziellen Möglichkeiten und jetzt wird es leider nicht mehr hergestellt.

    Also habe ich ein Buck LT mit Plastikgriff gekauft und die Nieten mit einer Flex entfernt, zwei Titanplatten bei Ebay geschossen und
    die Löcher passend gebohrt. Leider habe ich noch nie was vernietet. Ich weiß aber das es eine Kunst ist. Ich habe in meinem Praktikum mal gesehen, dass einer die verkloppte Niete von jemand anderen perfekt gerade geschlagen hat. Das war allerdings Messing.

    Ich habe etwas Sorge, dass ich die Niete bei nicht funktionieren rausbohren muss. Es könnte sein, dass Titan nicht so eine gute Führung bildet und der Bohrer schön abrutscht.

    Mein Plan ist, erst die zwei Nieten am Griff Ende,dann die Angel und dann die Niete für den Backlock weil die dann unter der Federspannung steht.

    Ich hatte mal eine Anleitung im Netz gefunden, das Stand, dass man die Niete passend zum Durchmesser ablängen muss. dies habe ich auch getan.

    Jetzt bleibt für mich aber die Frage: HAue ich bherzt auf die Niete so dass sie sich staucht? Oder versuche ich mit hunderten von leichten Schlägen einen zweiten Nietkopf zu formen?
    Kann mir da einer einen Tipp geben?

    Besten Dank.




      



  • Ein Überstand pro Seite von max. 2mm reicht zum Vernieten aus.

    Gruß

    Bernhard

    Man muß Gott danken, selbst für einen Unterfranken.
    Nunc est bibendum (Lasst uns trinken!) :beer: (Kellerbier)

  • Soweit ich das erkennen kann, sind die Nieten im Durchmesser zu klein, die sollten einigermaßen spielfrei in der Bohrung sitzen, sonst verbiegen sie sich beim Stauchen. Die Bohrung kann auch ein wenig angesenkt werden, dann kann sich die Niete in die Senkung ausbreiten. Um einen sauberen Kopf anstauchen zu können, ist es auch wichtig, dass die Nieten rechtwinklig abgelängt und die Schnittkanten entgratet sind. Jedenfalls mit vielen, gefühlvollen Schlägen arbeiten. Der Überstand sollte ca. das 1,5fache des Nietdurchmessers sein. Um den bereits geformten Kopf der Niete auf dem Amboss nicht wieder flach zu klopfen, sollte auch die Auflage entsprechend geformt sein.

    Ich würde auch vorher an einem Probestück üben.

    Gutes Gelingen und freundliche Grüße

    Markus

  • Da brauchts keine komplizierten Berechnungen. Überstand muss geringer sein als Durchmesser, fertig!

    Nietstift rechtwinklig zur Längsachse.

    Überhaupt nicht klopfen sondern im Schraubstock mit planen Backen verpressen!

    Grüße Canesplitter

  • Da brauchts keine komplizierten Berechnungen. Überstand muss geringer sein als Durchmesser, fertig!

    Nietstift rechtwinklig zur Längsachse.

    Überhaupt nicht klopfen sondern im Schraubstock mit planen Backen verpressen!

    Grüße Canesplitter

    das stimmt u.U. wenn Du einen versenkten Nietkopf machen willst der Plan geschliffen wird.

    Bei einem halbrunden Nietkopf braucht es einen Überstand der genug ist um den Kopf auszuformen aber auch nicht zu viel, der Kopf wird dann auch nicht sauber.

    In meiner Lehre damals als Faustformel 1,5 x Nietdurchmesser. Im Studium Vorlesung Konstruktionselemente die Formel oben von Read Beard.

    Gruß

    Roland

    Ancora Imparo

    Es ist besser eine gute Entscheidung rechtzeitig zu treffen als eine sehr gute zu spät.

  • Lieber Roland!

    Das stimmt nicht nur unter Umständen, und nicht nur theoretisch sondern tatsächlich auch in der Praxis, weil von mir schon zig mal so gemacht!

    Hier sieht man Nieten im Griff und man sieht keine Nieten in den Backen, weil fachmännisch ausgeführt!

    Von einem halbrunden Nietkopf brauchen wir gar nicht anfangen, weil erstens überhaupt nicht danach gefragt und zweitens der Threadstarter wahrscheinlich gar nicht die Möglichkeit und die nötigen Hilfsmittel dazu hat. Aber bitte, hier ein Bild von halbrunden Nietköpfen, die ich an einem Messer ausgeführt habe:

    Ging ganz ohne Formel und Berechnung. War wahrscheinlich Zufall. Ich habe noch weitere Bilder, wenn nötig!

    Noch eine persönliche Frage an Dich: gibt es einen besonderen Grund, warum Du gefühlt in jedem zweiten Post erwähnst, daß Du studierst hast?

    Grüße Canesplitter

  • Hallo Canesplitter,

    ich habe nicht Studiert kenne aber Roland und das ist ein extrem feiner Kerl.

    Bist du auch vom Fach? Das ist von dir auch erwähnt.

    Jeder hat halt so seine Schreibweise und das ist auch gut so.

    Sonst wird's ja langweilig.


    Gruß Mark

  • Hallo Canesplitter,

    wenn ich als Laie fragen würde wie man eine Nietverbindung herstellt (und im ersten Bild sieht man nun mal Halbrundnieten), wäre ich froh ich bekäme eine fachlich fundierte Antwort, wie ich diese hergestellt bekomme.

    Dein Vorgehen beim Senknieten ist genaugenommen ein einfaches Verpressen und deine Angaben dazu sind eher vage, auch wenn es dich letztendlich zu einem guten Ergebnis führt.

    Zum Nieten nimmt man nun mal den Hammer und evtl. weitere Nietwerkzeuge. Es ist auch mit Sicherheit der schwierigere Weg. Aber egal welchen Weg man wählt, macht es Sinn die Parameter einzuhalten, denn sonst hast Du im Zweifelsfall zu wenig Überstand und bekommst die Senkung nicht komplett gefüllt oder der Kopf wird nicht sauber ausgeformt.

    Also ein wenig rechnen und anderen ihre Meinung lassen hat noch keinem geschadet.

    Viele Grüße

    Alex


    Blood, Sweat and Musclecat!

    zombie2.jpg

  • Ich muss Canesplitter Recht geben. Ich kenne auch die Formel, aber wenn man es so macht ist es sehr schwierig den Nietkopf fest zu bekommen und die Erfahrung lehrt einem, dass es besser geht, wenn der Überstand unter dem Nietdurchmesser liegt ...

    Gruss Jürgen

  • Hallo,

    und wie hast du nun die Nieten bei den Hirschhorngriffen gefertigt?

  • Hallo,

    und wie hast du nun die Nieten bei den Hirschhorngriffen gefertigt?

    Rimax!

    Du hast bereits alles wichtige zum Thema erwähnt. 👍
    Ich überlasse hier aber gerne den anderen Experten das Feld! Aber ausser Theorie kommt da nicht viel!
    Grüße Canesplitter

  • Ach Kinder, wenn ich gewusst hätte, was der Beitrag auslöst...

    Nicht streiten, das bringt uns nicht weiter. Im Grunde war ja mein Ansatz erstmal mit irgendwas anzufangen, bevor ins Blaue gestartet wird. Das kann erfahrungsgemäß frustrierend sein. Dass es dann später Anpassungen und Erfahrungswerte gibt, die einem das Leben dann leichter machen, möchte ich gar nicht absprechen. Haben wir alle solche Faustformeln, ganz klar. Nur sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass solche Faustformeln und Erfahrungswerte auch nur für bestimmte Voraussetzungen gelten. Und die sind eben nicht immer und überall gleich und selbstverständlich.