Lampen sind ja, ähnlich wie Messer, auch eine Geschichte, die irgendwie zusammen gehören.
Heute möchte ich Euch mal eine Lampe vorstellen, auf die selbst Luke Skywalker im Laserschwertkampf neidisch gewesen wäre.











Nitecore ist ja kein unbekannter im Bereich der Lampen. Das Spektrum reicht von klein und handlich, bis groß und mächtig.
Das TM steht hierbei für „Tiny Monster“ und das zu recht.
Bereits mit der TM 11 (2000 Lumen) und der TM 15 (2450 Lumen) hat Nitecore damals viel Wirbel in den Bereich der kompakten und leistungsstarken Lampen gebracht.
Die TM 26 ist das Ergebnis der kontinuierlichen Weiterentwicklung in diesem Bereich. Kompakt und viel und noch mehr Leistung.
Umso beeindruckender ist es, dass die TM 26 kleiner ist als die TM 15 und zugleich mehr Leistung bietet.
Gut, ganz neu ist sie auch nicht mehr. Erschienen ist sie irgendwann Anfang des letzten Jahres.
Aber trotzdem sieht man sie nicht an jeder Ecke. Sicherlich auch dem Preis geschuldet.
Klamm heimlich hat Nitecore der Quadray ein Update verpasst und verbaut nun statt der XML LEDs XML2 LEDs.
Man erkennt den Unterschied zum einen im Display. Dort werden statt lächerlichen 3500 Lumen nun 3800 angezeigt.

Ebenso ist es daran zu erkennen, wenn man vorne in die Lampe schaut. Bei der XML Version ist die Platine grün, bei der XML2 silber.

Was macht die Lampe so besonders?
Ihre Größe und die damit verbundende Leuchtkraft.
Etwas mehr als die Größe einer Cola Dose stehen parat um unter „Turbo“ 3800 Lumen wegzufeuern.
Zum Vergleich hier mal meine Oveready Surefire Cerakoste C2 (Auch ein echtes Highlight mit Quad Van Isle Dropin, Hochstromschalter, 18650 Akku und rund 1.700 Lumen out of the front) und meine Sunwayman M30R, die auch gut 800 Lumen schafft.





Das ist unglaublich viel Leistung bei dem Baumaß.
Um diese Leistung auf die Straße bzw. in den Wald zu bringen wurde die Nitecore vorne mit 4 LEDs versehen, die jeweils einzeln in separaten „Kammern“ untergebracht sind.
Das verleiht der Lampe schon mal ein sehr eigentümliches Aussehen. Ob man damit einen Schönheitspreis gewinnt, weiß ich nicht. Sicherlich aber funktionell.


Die Lampe sieht halt anders aus, als man es gewohnt ist. Vorne doch recht klobig, eckig, nicht rund, wie bei vielen „normalen“ Lampen.
Als Besonderheit hat die Nitecore noch ein Display, auf der viele Informationen abgerufen werden können.
In jedem Modus kann ich mir folgendes anzeigen lassen: Lumen also ausgewählte Stufe, die Temperatur, die Akkuanzeige, die Temperatur und die errechnete Restleuchtdauer in dieser Stufe.





Da steckt schon viel Hightech drin, das wird einem da schon bewusst.
Ist aber ganz pfiffig gemacht, denn so ein Display ist bei einer Lampe ja schon eher ungewöhnlich.
Ist eben nicht mehr die Maglite, in der 3-4 ordentlich dicke Batterien reingeknallt werden.
Prinzipeill stehen erstmal folgende Leuchtstufen zur Verfügung:
3 Lumen
150 Lumen
600 Lumen
1850 Lumen
3800 Lumen
Die Anwahl kann als konstantes Licht erfolgen oder als kurzfristige Beleuchtung, so dass die Lampe wieder ausgeht, wenn man den Finger vom Schalter nimmt.
Der Schalter kann somit halb durch gedrückt bzw. ganz durchgedrückt werden.
Ich erklär das noch mal etwas:
Es gibt ein „Lock Modus“. Da ist die Lampe dann komplett aus und ein versehentliches Anschalten ist nicht möglich. Dazu muss lange der Schalter gedrückt werden. Im Display erscheint dann ein entsprechender Hinweis. Ebenso, wenn die Lampe entsperrt wird. Lange drücken, erst dann geht sie an.
Ist sie an, so bewirkt das halb durchdrücken den Wechsel zwischen den Modi. Das geht von den 3 Lumen bis zu den 1850. Will man die 3800 Lumen, so muss der Schalter länger halb durchgedrückt werden.
Ist die Lampe im Betriebsmodus und man drückt den Schalter ganz durch, so geht sie in den Standby Modus. Hier kann man dann durch längeres halb drücken und gedrückthalten des Schalters Momentanlicht erzeugen. Tipp man den Schalter nur kurz an, so leuchtet sie dauerhaft.
Es wird immer in dem Modus gestartet, der zuletzt an gewesen ist.
Klingt jetzt erstmal kompliziert, ist es aber nicht. Klar muss man sich dran gewöhnen, das geht aber.
Zudem gibt es noch Stroboskob und Blinke Modi, die durch zweimaliges Halbdrücken im Betrieb erreicht werden. Da ich die eh nicht brauche, werde ich das sicherlich schnell wieder vergessen haben.
Die Stromversorgung ist laut Hersteller mit 4x18650 oder 8xCR123 möglich. Auch ein Notbetrieb mit 1x18650 oder 2xCR123 ist möglich. Da ist dann aber nicht mehr so viel Leistung dahinter. Heißt ja auch „Notbetrieb“.
Mit der TM26 setzt Nitecore ihre Linie mit handlichen Powerlampen fort.
Bereits die Erscheinung lässt hier auf viel Bums tippen.
Man wird auch definitiv nicht enttäuscht.
Die Verarbeitung ist Notecore typisch auf sehr hohem Niveau.
Die Anodisierung ist rundrum perfekt.
Das Gewinde geht sehr schon smooth.
Der Lieferumfang mit Corduraholster und Ladegerät für Auto und Steckdose ordentlich.Alles verpackt in einen unscheinbaren Karton. Eine Handschlaufe ist auch noch dabei sowie Ersatzdichtungen.






Der IPX8 Standard der Lampe sowie die Herstellerangaben bescheinigen eine Wasserdichtigkeit von bis zu 2m.
Nun, unter Wasser würde ich sie jetzt nicht verwenden, aber es ist gut zu wissen, dass Regen etc. der Lampe nicht viel ausmachen.
Nutzt man sie unter Wasser, so braucht man beim Tauchen keinen Bleigürtel mehr. Trocken, ohne Akkus liegt das Gewicht bei etwas über 400 Gramm, bestückt bei über 600. Das ist ganz klar kein Leichtgewicht, was man auch merkt.
Kontinuierliches, dauerhaftes halten der Lampe kann da schon ungewohnt und anstrengend werden.
Aber hey: Cool sein war noch nie leicht.
Mangels Stativ kann ich leider keine Beamshots liefern, aber ich verrate Euch: Das kleine Ding hat viel Macht.
Apropos Stativ: Die TM 26 hat auf der Unterseite ein Gewinde, in dem man ein Stativ schrauben kann. So kann die Lampe auch als stationäres Leuchtmittel verwendet werden.
Sie ist nicht vollends auf Throw ausgelegt, aber auch nicht ein reiner Flooder. Es liegt irgendwo dazwischen.
Reine Thrower machen sicherlich noch viel mehr her. Ich persönlich finde diese aber nicht so praktisch. Mit einem Flooder oder Lampe aus Kompromiss aus Flood und Throw kommt man in der Praxis oftmals weiter, denn das Umfeld wird auch besser ausgeläuchtet.
Aber jeder wie er mag.
Definitiv eignet sich die Lampe um „Unwissende“ zu beeindrucken. Jemand, der nur „normale“ Funzeln kennt, die teilweise größer sind als die TM26 fällt fast in Ohnmacht.
Das macht schon Spaß.
Ob man die Lampe braucht? Ehrlich? Es tut auch eine mit weniger Leistung. Das hier ist schon echt heftig. Ebenso wie der Preis.
Den Turbo Mode braucht man eh nicht oft, ebenso wenig wie die 1850 Lumen. Aber zu wissen, das man könnte ist schon nicht schlecht.
Fazit:
Ein wirklich beeindruckende Lampe. Das ist ein Xenon Fernlicht nichts dagegen.
Mal eben ein Fußballstadium ausleuchten? Kein Problem. Mal eben bei den Nachbarn das Wohnzimmer von Außen aus Tag hell erscheinen lassen? Kein Problem.
Allerdings ist sie nichts mehr für in die Hosentasche. Auch am Gürtel im Holster zerrt sie ordentlich. Trotz der geringen Abmaße ist die Lampe schon wie ein Klumpen Blei. Man spürt das Gewicht.
Die Lampe macht schon auf 600 Lumen sehr gutes Licht. Bei 1850 Lumen ist das schon echt richtig viel. Schaltet man den Turbo mit 3800 an, so ist da noch mal eine Steigerung zu sehen. Man muss sich aber davon verabschieden, dass die wahrgenommene Lichtausbeute dann noch mal eine Verdoppelung zu den 1850 ist. Es ist heller, aber nicht gefühlt doppelt so hell.
Eine schöne Abstufung sind die 3 Lumen. Das ermöglicht blendfrei im Nahbereich eine Karte zu lesen, etwas im Rucksack zu suchen etc.
Auch mit der zweiten Stufe von 150 Lumen kommt man schon recht weit und dies deckt eigentlich eine Vielzahl von Anwendungen ab. Was danach kommt ist halt Freude und stillen des Spieltriebs.