Märchenstunde bei einem No Name Akku

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    • Märchenstunde bei einem No Name Akku

      Hallo Leute,
      ich hatte neulich mit einem Arbeitskollegen über Akkus gesprochen und er hat mir einen gezeigt, der 6800mAh haben soll.
      Es entstand eine interessante Diskussion, da ich der Meinung war, das dieses nicht der Realität entsprechen kann und er hat mir den Akku zum Testen mit gegeben.



      Der Lade und Entladevorgang wurde mit einem ICharger, mit einer Genauigkeit von 4mV vorgenommen.
      Der Entladestrom war 1A und die Messung wurde bei 3 V beendet.

      Hier das Diagramm:



      Das Ergebnis ist, von den angebenden 6800mAh sind bei einer Last von 1A nur 1171mAh übrig geblieben.
      Ein vernünftiger Akku der auf eine hohe Kapazität ausgelegt ist, hat heute so um die 3500mAh.
      Grüße Frank
      Ich kann jetzt auch nur vermuten, was ich damit meine ....
    • Ich hätte mich natürlich gefreut (aber auch extrem gewundert) wenn Du die angegebenen 6800mAh hättest bestätigen können ;(

      Derzeit sind aber 3500mAh tatsächlich wohl so die Grenze des Machbaren für 18650'er Bauform ... aber der hier getestete Akku dürfte noch nicht mal annähernd in dieser Liga mitspielen ( ? 2200 - 2400 mAh ?)

      Hier hat wohl jemand nur träumend in die Zukunft geschaut und einfach mal den 3-fachen Wert angegeben ... einfach immer nur eine Frechheit wenn man mittels solcher Falschangaben versucht, Unwissende zu blenden und das eigene, minderwertige Produkt so darzustellen, als wäre es allen Top-Akkus deutlich überlegen.
      Wogegen hier für etwas Kundige der Schwindel deutlich ersichtlich ist (man greift nicht zu, weil die Angabe nicht stimmen kann) ;
      Schwindel mit glaubhaften Werten finde ich da noch übeler ... wenn z.B. ein Akku mit 3200mAh angegeben wird, aber in Wirklichkeit nur ein 1800mAh - Kandidat ist.

      Neben den China-Lumen scheint's in der Lampologie also auch die China-mAh zu geben :doh:
      In der Ruhe liegt die Kraft ...
      Freundliche Grüsse aus Luxemburg,
      Serge
    • Es überrascht mich immer wieder, wie viele irgendwelchen, überschwenglichen Werbetexten von den Chinesen Glauben schenken und der Meinung sind, billige Akkus taugen was.
      Ich hatte auch mit 2000 bis 2200mAh gerechnet, aber dieses Ergebnis ist ein Witz (1171mAh) und ich habe ihn noch nicht einmal, mit einer höheren Last, getestet.
      Ich kaufe mir Zellen die von Panasonic, Sanyo, oder Sony hergestellt wurden, die bauen gute Akkus.
      Ja die sind etwas teurer, aber die halten auch was sie versprechen :whistling: :D
      Es ist halt manchmal problematisch heraus zu bekommen, von wem die Akkus hergestellt wurden.
      Glücklicherweise geben einige Firmen mittlerweile, den Zellenhersteller mit an.
      Grüße Frank
      Ich kann jetzt auch nur vermuten, was ich damit meine ....
    • Nordwind schrieb:

      und der Meinung sind, billige Akkus taugen was.
      Hallo Frank,

      danke für den sehr aufschlussreichen Test :thumbsup:
      Nun ist es bei Akkus nicht anders als bei Messern oder Lebensmitteln: der klügste Erdenbewohner ist, wer am wenigsten für ein Produkt ausgibt. Folge dieser "Geiz-ist-geil" Mentalität sind Verbrauchertäuschungen in Serie mit anschließendem Verbraucher-Selbstmitleid.

      @Rolf
      Deine Makitas verwenden vermutlich NiCad Akkus. Altes Hausmittel: wenn ein Akku keine Ladung mehr annimmt, über Nacht (in Folie verpackt) im Kühlschrank liegen lassen und am nächsten Morgen ins Ladegerät stecken. Wenn der Akku noch keine internen Kurzschlüsse hat, kann diese Prozedur ihn reanimieren. Wichtig bei NiCad ist, den Akku niemals komplett zu entladen.

      Salü
      Thomas
    • Hmmmh ... gerade gerät mein vermutliches bisheriges Wissen stark ins Wanken ?(

      Laut meinem Kenntnisstand sind es die Lithium Ionen Zellen die man nicht vollständig entladen darf , ansonsten die Zelle unladar wird.
      Dies aber nur bei geschützten Zellen : Die aktivierte Schutzschaltung verhindert ein erneutes Laden.
      Durch kurzzeitiges Umpolen bei Laden soll scheinbar die Schutzschaltung wieder "zurückgesetzt" werden können und laden wieder möglich.

      Bei Nickel Cadmium Zellen habe ich sowas noch nie gehört ... und laut eigener Erfahrung die Werkzeugmaschinen-Akkus recht oft bis zum geht nicht mehr entladen ... und liessen sich anschliessend aber immer wieder problemlos laden.
      Bei 18650'er Lithium Zellen in Taschenlampe ist mir bislang 1x passiert, dass die Lampe den Akku (hochwertiger AW Akku) komplett geleert hat ... ich konnte aber die Zelle nicht wie oft beschrieben wieder reanimieren.

      Makita Akkumaschinen :
      Soweit mir bekannt bereits seit ein paar Jahren komplett auf Lithium umgestiegen (?) ... ausser villeicht noch das ein oder andere Hobby-Model (?)
      Auch hier halten die Akku-Pack's aber nicht ewig (laut eigener Erfahrung selten mehr als 4 Jahre bei Normalgebrauch bei einer Vielzahl an Maschinen ... bei intensivem Gebrauch eher kürzer)

      Vor 3 Tagen habe ich einen 3 Jahre alten Makita 18V 3,0mAh Pack auseinandergebaut : Ladegerät ging auf Störung wegen Nicht-Ladebarkeit.
      Inhalt : 10x 18650'er Zellen ... 5 Stück jeweils in Serie (5x3,7 Volt = 18,5 Volt) + 2 solcher Packs parallel => pro Zelle demnach 1500mAh
      Die Zellen habe ich dann einzeln in externem Ladegerät geladen : 8 Stück ok, 2 Zellen defekt

      Ein solches Akkupack kostet ja im Ersatz locker 100 Euro und mehr ... angesichts der 10x 18650 aber schon wieder nachvollziehbar (heutige 4,0 Ah Variante wohl 10x 2000mAh Zellen)
      Einfach aber in diesem Falle mal 2 defekte Zellen austauschen : Kaum möglich, weil in solcher Schaltung alle Zellen hinsichtlich Alter, Kapazität usw. ja möglichst identisch sein sollten (ansonsten chaotische Zustände im Pack zu erwarten)

      NiCad-Zellen dürften etwas unempfindlicher sein ... aber die Verhältnisse wohl doch recht ähnlich :
      Einige Zellen im Verbund ... einzelne Zellen ersetzen nicht empfehlenswert.
      Falls doch Reparatur gewünscht : Alle Zellen sollten ersetzt werden ... was dann aber preislich (ausser man nimmt minderwertige Zellen) annähernd unrentabel wird.
      In der Ruhe liegt die Kraft ...
      Freundliche Grüsse aus Luxemburg,
      Serge
    • Hallo Rolf,
      es kommt darauf an, welcher Akku Typ es ist und ob man an die Zellen herankommt, um unter Umständen, defekte Zellen auszutauschen.
      Es sollte dann auch erkennbar sein, welcher Zellentyp es genau ist, aber auch das austauschen einzelner Zellen kann zu Problemen führen.
      Sollte es wie von Thomas beschrieben ein NiCd Akku sein (die weitere Aussagen bezieht sich auf diesen Akku-Type) und vielleicht einen Balancer Anschluss vorhanden sein, kann man mit einem speziellen Ladegerät, einiges anstellen z.B. über eine Refresh-Funktion.
      Mein Ladegerät kann auch nicht nur die normale Refresh-Funktion (Lade -Entladen x Zyklen), sondern hat auch Programme für Formieren der Zellen (angleichen unterschiedlicher Zellenspannungen)
      Es gibt noch die Bedini Methode, aber damit habe ich keine Erfahrung.
      Standard Ladegeräte haben meistens aber nur zwei Funktionen (Laden und Ladung erhalten)
      Wenn man jetzt den Akku vor einem Ladezyklus immer schön entleert und nach der Ladung aus dem Ladegerät entfernt, sind 1000 Ladezyklen möglich.
      Du hast geschrieben, du setzt diese Akkus draußen ein, kalte Akkus haben weniger Kapazität und 0° macht denen schon zu schaffen.
      Je höher die Temperatur vom Akku, desto schneller laufen die Chemische Prozess ab (mehr Power).
      Natürlich gibt es Grenzen und irgendwann macht es BUMM.
      Kurzum, lässt sich der Makita Akku öffnen und ich sehe welche Zellen dort verbaut sind, könnte ich was machen :)
      Thoma's Vorschlag kenne ich nur bei der Lagerung, aber bei Hausmitteln ist meistens was dran und du kannst es gerne versuchen (denke aber bitte an Kondenswasser)
      Das es an den 5° im Kühlschrank liegt, denke ich aber nicht, vielleicht durch die hervorgerufenen Vibrationen (richtung Brummspannung) ?

      Hallo Thomas,
      Danke, bei Akkus ist es wirklich interessant und dort wird es auch schamlos ausgenutzt, wenn man sich nicht ein wenig, in dieser Materie auskennt.
      Grüße Frank
      Ich kann jetzt auch nur vermuten, was ich damit meine ....
    • Hallo Rolf,

      makita hat lange NiCD und NiMH Akkus eingesetzt aber deine könnten schon Lithium Akkus sein. Steht drauf. Bei Li-Ion bringt die Kühlschranknummer nichts aber ein drei Jahre alter Li-Ion Akku sollte noch nicht kaputt sein, wenn er immer mit dem passenden Ladegerät geladen wurde.

      Mit den NiCad Akkus habe ich mich jahrelang rumgeschlagen, weil wir hunderte dieser Akkus für Taschenlampen und Funkgeräte im Einsatz hatten und die Dinger ständig Probleme machten.

      Salü
      Thomas
    • Hallo Rolf,

      Li-Ion Akkus gehen ziemlich schnell in die Knie wenn man sie nutzt bis die Kreissäge stecken bleibt. Im Prinzip muss man die Spätestens wechseln wenn man Leistungseinbußen hat.
      Schraubt oder sägt man trotzdem weiter, macht man den Akku kaputt. Bzw. die Ladezyklen gehen rapide in den Keller.
      Zu Zeiten von NiMh und NiCD Maschinen gab es ja noch den Memory-Effekt. Deshalb hat man seine Maschienen immer so lange gequält bis nix mehr ging.
      Ich kenne einige Handwerker die am Anfang sehr sehr skeptisch waren, weil ihre erste LiIon Maschine(der Akku) sehr schnell den Geist aufgegeben hat.
      Aber das kommt dann eben vom Falschen Nutzungsverhalten.



      LG Lino
    • Servus allerseits,

      Li-Ion haben eine normale Lebensdauer rund von 5 Jahren, können nach 3 Jahren bei mangelnder Pflege aber durchaus kaputt sein. Li-Ion reagieren empfindlich auf Tiefentladung (vergleiche Lino) und auf falsche Lagerung (unterhalb 50 % Restkapazität). Li-Ion können nicht regeneriert werden.

      Konfektionierte Li-Ion haben in der Regel eine integrierte Ladeelektronik und Schutzschaltung, wodurch gefährliche Situationen vermieden werden. Nicht-konfektionierte Li-Ion (Rundzellen), haben dies oft nicht, hier würde ich potentiell geschädigte Zellen grundsätzlich aussortieren (Feuergefahr).

      Viele Grüße
      Marc

      PS. NiMH kennen keinen Memory-Effekt, dafür Trägheit. Das wirkt sich ähnlich aus, braucht aber eine spezielle Regenerierung mit wenig Ladestrom, weshalb das Leerfahren von NiMHs (wenn überhaupt) nur bei Standardladung sinnvoll ist.
      Früher war alles besser. Ich auch.
    • Link: Lithium-Ionen Akkus, Grundlagen über Arten, Nutzung, Pflege so wie Ladegeräte. ;)

      Oftmals werden ja sogar in der Bedienungsanleitung falsche Tipps gegeben. Und die Ladeelektronik verhält sich auch falsch, um eine möglichst lange Akkulaufzeit zu ermöglichen.
      Wenn es geht, bei Li-Ion im Einsatz einfach so oft wie möglich nachladen. Und wenn der Akku gelagert wird, nicht leer weglegen, den Ladezustand alle paar Monate prüfen und ggf. nachladen.

      Viele Grüße
      Marc
      Früher war alles besser. Ich auch.