Schwerpunkt beim Messer

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Schwerpunkt beim Messer

      ich grüble gerade beim Messermachen drüber, wo eigentlich der optimale Schwerpunkt bei einem Messer liegt. :pinch: Man hat ja gewisse Möglichkeiten ihn hin und her zu schieben ....
      Als Schwerpunkt bezeichne ich die Stelle, wo es im Gleichgewicht auf dem Finger liegt, ist also leicht selbst zu ermitteln. Sicherlich hängt es vom Einsatzzweck, der Größe des Messers und von persönlichen Vorlieben ab.

      Also wie sind eure Vorlieben bzgl. der Balance? Schreibt bitte Zweck und Größe vom Messer dazu .. bin gespannt :thumbsup:


      Gruß Jürgen
    • Hallo Jürgen,

      bei einem Folder lege ich Wert darauf, dass sich der Schwerpunkt möglichst in Höhe der Position des Zeigefingers befindet. Bei einem Framelock Folder also zum Beispiel in Höhe der Entriegelung. Eine leichte "Hecklastigkeit" geht vielleicht gerade noch in Ordnung, wenn es sich um ein insgesamt leichtes Messer handelt. Kopflastige Folder mag ich persönlich nicht.

      Bei Fixed wandert der Schwerpunkt ab einer gewissen Klingenlänge (ca. 18 cm) unweigerlich nach vorn. Bei kürzeren Messern, zum Beispiel dem Fighter von Sacha Thiel, liegt der Schwerpunkt exakt auf Höhe der Aussparung für den Zeigefinger, ebenso bei unserem Forumsmesser. Beide sind Allzweckmesser, liegen durch ihre Balance gut in der Hand und besitzen gute Schnittlage und -führung. Hecklastige Fixed mögen ein brauchbares Kampfmesser abgeben - z.B. das GT6 Raptor von Bastinelli - aber im Alltag empfinde ich die Arbeit mit solchen Messern als eher beschwerlich bzw unangenehm. Ich würde eher japanische Kampfmesser bevorzugen, deren Schwerpunkt bei gleicher Klingenlänge (8") am Griffansatz liegt.

      Viele Grüße
      Thomas
    • Hallo Jürgen

      Ich sehe das wie Thomas. Bei meinen feststehenden Basteleien sehe ich immer zu,
      das der Schwerpunkt im Bereich Zeigefinger ist - egal ob kleiner User oder großes Küchenmesser.
      Nur im Bereich Haumesser o. ä. würde ich es kopflastiger machen.

      Gruß Andree
      Das ist ja kaum zum auszuhalten
    • Hallo Jürgen !
      Gutes Thema ! Beim Bau meiner Messer hat die Handlichkeit und Form Vorrang. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist natürlich der Schwerpunkt (Balance ) der Messer. Bei Flachangelmessern ist es einfach durch Bohrungen im Griffbereich das
      Messer auszubalancieren. Ich versuche den Schwerpunkt immer in die vordere Fingermulde (Zeigefinger ) zu legen. Bei Vollangelbauweise liegt der Punkt im hinteren Bereich der Zwinge bzw. Griffanfang.Mit der Endverschraubung (Endplatte) hat man auch die Möglichkeit den Schwerpunkt zu justieren.
      Danke für das Thema ! Gruß aus Niederbayern ! :drinks: (Leichtes Weizen :doh: ) Ewald.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rostige Klinge ()

    • Servus allerseits,

      wenn der Schwerpunkt in die Mitte bzw. auf dem Zeigefinger liegt, finde ich das nicht falsch. Hecklastige Konstruktionen mag ich dagegen weniger, wobei das aber wohl eher daran liegt, dass so etwas ungewohnt ist, denn auch mit einem leicht hecklastigen Allzweckmesser komme ich letztlich bestens zurecht (DPx Gear HEST II). Aber wirklich sinnvoll erscheint es mir für den normalen Einsatz nicht. Frontlastige Konstruktionen hingegen schätze ich bei Haumessern und bei solchen, die ich gerne kurz greife. Ich würde hier auch keinen Unterschied zwischen Folder und Fixed machen.

      Viele Grüße
      Marc
      Früher war alles besser. Ich auch.
    • Ich bin nicht mehr ganz sicher und habe es auch nicht mehr zur Hand, aber ich meine darüber in dem mittlerweile etwas "veralteten" Standardwerk von Wolfgang Rausch - Das Messer - Waffe und Werkzeug - gelesen zu haben, im Kapitel über Kampfmesser wurde für den Schwerpunkt hinten plädiert....

      Grundsätzlich denke ich, daß ein eher hecklastiges Messer bzw. die Kombination schwererer Griff und leichtere Klinge in der Hand etwas "schneller" ist und dadurch vielleicht "führiger" empfunden wird.

      Jemand der schnell effiziente Schneidarbeiten frei ausführen muss, wie zB. Fleischer, Jäger, usw. wird eher etwas insgesamt leichtes lieber in die Hand nehmen und den Schwerpunkt eher hinten haben. Es kommt halt auch darauf an, für welche Aufgaben und über welchen Zeitraum das Messer verwendet wird ... ein Koch schneidet oft mit aufgelegter Spitze bzw. auf einer Unterlage und kaum frei in Bauch- oder Brusthöhe oder darüber, wie zB ein Fleischer.

      Viel wichtiger als den Schwerpunkt empfinde ich Geometrie, Wärmebehandlung, Stahlwahl und Größe/Ausformung. Der Schwerpunkt ergibt sich eigentlich von selbst ...

      Gruß, C.
      Nie kann zuwenig sein, was genügt ...

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von enrico ()

    • Servus allerseits,

      bei einem Kampfmesser kann ich den Schwerpunkt weiter hinten nachvollziehen, da es über den gesamten Wirkungsbereich des Armes mit schnellen Bewegungen geführt werden muss. Wenn dann der Schwerpunkt in der geschlossenen Hand liegt und nicht außerhalb, so werden die Bewegungen exakter und bedürfen weniger Korrekturen im Handgelenk. Beim präzisen Schneiden ist aber mein Eindruck, dass je weiter der Schwerpunkt nach hinten wandert, umso mehr die Kontrolle über die Klinge leidet. Man muss stets mit Ringfinger und Kleinfinger Druck nach oben ausüben. Zu einem gewissen Grad ist das möglicherweise Übungssache, aber der Hebel wird länger und präzise Bewegungen damit schwieriger. Wie gesagt, das alles natürlich nur, wenn Präzision gefragt ist.

      Viele Grüße
      Marc
      Früher war alles besser. Ich auch.