Kleines, schlankes Gyuto aus 1.2510 und gemasertem Nussbaum

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Kleines, schlankes Gyuto aus 1.2510 und gemasertem Nussbaum

      Servus,

      endlich kann ich Euch wieder ein neues Messer von mir zeigen. Ein Arbeitskollege fragte nach einem Kochmesser als Hochzeitsgeschenk. Die Hochzeit wäre aber schon in 10 Tagen. Da ich leider vollzeit Arbeiten muss, um mein Geld zu verdienen, war ein komplett neues Messer undenkbar. Ich hatte aber noch eine fast fertige Klinge und schlug Ihm vor, diese für sein Messer zu verwenden. So beschränkte sich die Arbeit auf ein Bisschen Klingenfinish und die Herstellung eines Griffes inkl. Hochzeit (für die Hochzeit). Das Messer wurde rechtzeitig fertig und wurde so eben übergeben.

      Es ist ein kleines Gyuto aus 1.2510 Werkzeugstahl mit 200mm Klingenlänge und 2mm Rückenstärke. Der Rücken ist 45mm breit. Der Anschliff ist etwa halb hoch, was dem Food Release entgegen kommt und fast "auf Null" ausgeschliffen. Der Schneidenwinkel beträgt ca. 30°, freihand auf Naturjapanern geschliffen. Der ovale Griff ist etwa 150mm lang und aus wunderschön gemasertem Nussbaum. Er verjüngt sich leicht vom Ende zum Anfang und liegt geschmeidig in der Hand. Der Griff ist im Verhältnis zur Klinge etwas lang, dadurch ist der Schwerpunkt aber genau am Klingenanfang. Außerdem hätte ich es nicht übers Herz gebracht, 20mm von dem wunderschönen Holz abzuschneiden. Durch das Finish mit Tru Oil hat der Griff eine traumhafte Tiefe bekommen, die leider nicht auf Fotos einzufangen ist. Die Zwinge ist aus schwarzem Büffelhorn und eine dünnes Neusilberblech trennt Zwinge und Griff optisch von einander. Durch einen eingesetzten Hartholzdübel ist der Griff auch Mechanisch gut verbunden und die Gefahr, dass sich die Klebestellen lösen ist praktisch gegen Null.


      Viele Grüße
      Christian



      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Oakvalleyknives ()

    • Hallo Christian,

      sehr schönes Küchenutensil was du da geschaffen hast.
      Eine Tolle Materialkombi und ich stimme dir sehr gerne zu,da wäre jeder cm Holz den du abschneidest ein Verlust.
      Ich kann das gut nach vollziehen,ich hab auch Hölzer die ich einfach nicht verbauen kann weil ich sie kürzen müsste.
      Da soll es einen mir bekannten Messermacher geben,der hat sogar ein Stück exorbitant schönes Holz auf seinem Nachtschränkchen liegen ;)

      Gruß Carsten
      "ich schärfe nichts mehr...bleiben sie auch länger stumpf" leielekt Februar 2017

      Schmutzige Hände sind ein Zeichen für sauberes Geld
    • Hallo Christian,

      da kenn ich nun mit dir noch einen weiteren der so ein schönes Holz liegen hat,ich denke da gibt es sicher noch einige mehr die so richtige "Kracher" liegen haben aber besser nicht verbauen,wäre vllt. mal ein eigenes Thema.

      Den halbhohen Anschliff denke ich sieht man bei deinem Messer.
      Wie ist da der Übergang zum Klingenrücken? Eine scharfe Kante oder überschleifst du das dann beim satinieren?

      Gruß Carsten
      "ich schärfe nichts mehr...bleiben sie auch länger stumpf" leielekt Februar 2017

      Schmutzige Hände sind ein Zeichen für sauberes Geld
    • @Carsten: Du liegst richtig. Ich schleife maschinell bis K240. Auch mit dem Tellerschleifer, um absolut gerade zu sein. Danach ist die Kante relativ deutlich ausgeprägt. Beim längs Satinieren von Hand rundet sich die Kante wieder etwas ab. Das ist so gewollt, passiert aber ganz nebenbei. Der Sinn dahinter ist, dass Schnittgut wie z.B. Kartoffelscheiben leichter von der Klinge abfällt. Das funktioniert gut, allerdings muss das Schnittgut im Durchmesser größer sein als der Anschliff hoch.

      @Heiri: Der Stahl ist ein super Allrounder. Für die Küche kann man ihn sehr dünn ausschleifen und er nimmt eine beachtliche Schärfe an. Er ist auch nicht sonderlich empfindlich. Lediglich schnitthaltiger könnte er sein.


      Gruß Christian
    • Christian, das ist wieder mal ein sehr schönes Küchenmesser geworden (wie immer eigentlich).
      Ich weiß genau, wie das Holz schön im Licht spiegelt und schimmert, wenn man es langsam dreht.
      Von der Sorte Holz habe ich auch noch ein zwei Schätzchen in der Holzkiste und kann mich nicht durchringen, sie zu verarbeiten!

      Schneidige Grüsse
      Christian
    • Hi Christian,

      das ist wieder ein sehr schönes und sehr ästhetisch anmutendes Messer.
      Der halbhohe Schliff dient sicher dem Foodrelease, aber der wäre mir bei diesem schönen Messer egal.
      Tolles Messer. Das Holz passt prima.

      Danke für das Zeigen. Eine Augenweide.

      Andreas