Gasbrenner für Faule

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    • Gasbrenner für Faule

      Liebe Schmiedebegeisterte.


      ich möchte an dieser Stelle meinen Weg zu einem Gasbrenner vorstellen, der ein Konglomerat aus unterschiedlichen Ideen aus dem Internet ist.Vieles wird bekannt sein, aber vielleicht ist noch das Eine oder Andere Detail von Interesse.


      Mir war wichtig, das Ganze möglichst einfach und kostengünstig zu halten und ohne Spezialteile auszukommen.Ich habe den Brenner aus einfachen Baumarktteilen zusammengebaut. Auch an Werkzeug braucht es recht wenig. Ich habe zwar ein Schweißgerät verwendet, mit ein wenig tricksen, sollte es aber auch ohne gehen.


      Die Grundidee stammt von den Venturibrennern die Peter Abel vertreibt. Er baut dazu kleine Dachdeckerbrenner um. Auch HauiArt auf Youtube zeigt einen ähnlichen Brenner.




      Die Idee war also, einen handelsüblichen Unkrautbrenner (kurze Bauform) so zu modifizieren, dass man damit problemlos feuerschweißen kann. Das hat den Vorteil, dass man mit Teilen arbeitet, die bereits für Gas zugelassen sind (alles, was gasseitig vor der Brennerdüse kommt).


      Ohne weitere Modifikation hat aber so ein Unkrautbrenner zu wenig Leistung.


      Neben der Herstellung eines verstellbaren Lufteinlasses war die wichtigste Konfiguration, das Aufbohren der Brennerdüse. Das habe ich mit einer Bohrmaschine und einem 1mm Bohrer bewerkstelligen. Die kleine Messingdüse lässt sich problemlos herausschrauben.





      Die Schlitze für den Lufteinlass habe ich mit einem Winkelschleifer und einer Feile hergestellt. An die Rohrschelle habe ich noch eine Flügelmutter mit längerem Schaft geschweißt. Das geht aber auch ohne.




      Es braucht dann nur noch ein paar ineinander passende Rohrteile um vom Innendurchmesser des Brennerkopfes auf den Durchmesser des Brennereinlasses an der Esse zu kommen.

      Ich habe dazu zwei Rohre ineinander geschoben und verschweißt (innen die scharfen Kanten vorher schön abgeschrägt). Die Messinghülse dient nur, um auf den Durchmesser des Brennerkopfes zu kommen und ist eher ein Notbehelf, funktioniert aber tadellos und wurde daher bis heute nicht geändert




      Das war es dann auch schon.Gasseitig braucht es dann noch eine gute Schlauchbruchsicherung und einen Druckregler für Propan (0 bis 4 bar Bereich). Die Regler die erst bei 0,5bar beginnen, sind nicht gut geeignet! Die Teile die beim Unkrautbrenner bereits dabei sind, kann ich nicht empfehlen, das wäre mir zu unsicher.


      Ok… und wie hat sich der Brenner bewährt? Ich habe ihn nun seit ca. 2 Jahren im Einsatz und er läuft tadellos. Normale Schmiedetemperatur erreiche ich bei ca. 0,1 bar. Feuerschweißtemperatur bei 0,5 bar. Alles darüber wir zu heiß. Wobei das nicht repräsentativ ist, zumal das auch stark von der Isolierung der Esse abhängt.

      Der Flare ist im Feuerfestbeton modelliert und nicht am Brenner selbst.

      Nur zur Sicherheit: Gas ist gefährlich! Wenn man sich nicht sicher ist, was man tut, sollte man lieber die Finger davon lassen und ein fertiges System kaufen.

      Liebe Grüße,

      Ronald
    • Hi Ronald,

      danke für die ausführliche Beschreibung! Klasse gemacht, der Brenner!
      Werkzeugbau als "Nebenprodukt" des Messerbaus finde ich sehr interessant und spannend.
      Da ist genauso viel Kreativität gefragt wie bei den Messern, das hast Du hier prima umgesetzt.

      Gruß Husky