Probleme beim Ätzen von "rostfreiem" Damast

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    • Probleme beim Ätzen von "rostfreiem" Damast

      Hallo Messerfreunde

      Ich weiss nicht mehr weiter und bin wieder einmal auf eure Hilfe angewiesen.

      Zum Problem; für das zweite Sgian Dubh (schottisches Strumpfmesser) das ich herstelle, wurde rostfreier Damast gewünscht.
      Ich habe mir dann ein Stück rostfreien Damast von Markus Balbach bestellt, das ganze in Form gebracht und gehärtet. Heute sollte es dann ans Ätzen gehen.
      Da ich bei Damasteel schon gute Ergebnisse in stark angemachtem Eisenchlorid erreicht hatte, sollte das heute auch so geschehen.

      Ich habe das Eisenchlorid (nicht mehr ganz neu) etwas erwärmt und die Klinge hineingehängt, lange tat sich nicht und plötzlich hatte ich an mehreren Stellen eine Art Lochfras oder Damastkrätze, wie Didi es nennt.
      Um die Klinge zu retten, versuchte ich diese auf dem Bandschleifer zu überschleifen, bis fast nichts mehr sichtbar war.
      Den nächsten Versuch machte ich mit 10%-iger Schwefelsäure, stärkere war auf die Schnelle nicht verfügbar.

      Am Anfang war das Muster feststellbar, aber es hatte keine Tiefenätzung stattgefunden und auch der hell-dunkel Effekt war nicht da.
      Also noch einmal ins Eisenchlorid, aber das nützte auch nichts, die Oberfläche war aber immer noch i.O.
      Dann noch einmal in die 10%-ige Schwefelsäure und nach kurzer Zeit sah die Klinge wie auf dem Bild aus.


      Muss ich 30%-ige Schwefelsäure haben, damit die Klinge nicht zu lange in der Schwefelsäure ist oder warum entsteht dieser Lochfras?
      Hattet ihr das Problem auch schon oder ist das etwas das nur ich zu Stande bringe? ?(
      Die Klinge ist natürlich für die Tonne, aber bei der nächsten währe ich froh, wenn ich alles richtig mache.

      Besten Dank für eure Hilfe.

      Beste Grüsse

      Heiri

      Im vorderen Bereich des Klingenrückens ist eine Stelle, wie es sein sollte.
    • Das ist jetzt aus der Ferne schwer zu sagen.
      Ich hatte schon verschiedeneProbleme beim Ätzen. Einmal war die Schwefelsäure zu alt, einmal hatte ich die Klinge poliert, statt nur fein geschliffen.
      Wie hast Du die Klinge vorbehandelt? Ich meine, welche Oberflächenbehandlung und wie entfettet?
      GEHAWE.DE
    • Hallo Gerhard

      Ich habe die Klinge bis 800 geschliffen, mit Spühlmittel gewaschen und anschliessend noch mit Aceton gereinigt.
      Vermutlich hätte ich einfach gleich mit der Säure anfangen sollen. Wenn die Krätze mal drin ist, bringst man das Zeug vermutlich nicht mehr weg.
      Meinst du die stärke der Säure hat einen Einfluss?

      Gruss Heiri
    • Hi Gerhard
      ich habe schon mit allen dreien geätzt .
      Dabei habe ich festgestellt : Schwefelsäure gibt ein raues , kantiges Ätzbild . Die besten Erfahrungen hab ich mit lauwarmer Salzsäure gemacht ,die bergibt ein schönes gleichmäßiges Bild , nicht so zerfranzt und zackig.
      Danach mit Wasser abspühlen , leicht mit 800ter Schleifpapier drüber und dann noch ein kurzes Bad in Eisenchlorit das gibt einen besseren hell-dunkel Kontrast . Vorher natürlich alles gut entfetten .


      Gruß Norbert vom Neckar
      NIVEAU ist keine Hautcreme

      ...und will mich jemand aus der Ruhe bringen , so denk ich an die Worte des Götz von Berlichingen
    • Ich habe bislang erst zwei Klingen aus dem rostfreien Damast von Balbach gemacht. Bei beiden hatte ich das Problem, dass ich keinen ordentlichen Kontrast bekommen habe und die Schichten an den Grenzlinien bei nährere Bwtrachtung etwas ausgefranst aussahen. Wenn man sich Musterbilder im Netz anschaut, scheint das auch häufiger vorzukommen. Vielleicht ist das ein Problem des Werkstoffs?
      Ich nehme den Damast daher auch nicht mehr.

      Gruß
      Uli
    • Scheint durchaus denkbar zu sein, dass der Werkstoff selbst nicht optimal zeichnet. Damasteel scheint da besser zu funktionieren. Härte wird damit auch besser (IMHO).

      Ich nehme zum Entfetten normale Universalverdünnung aus dem Baumarkt. Das hat bei mir besser funktioniert als Aceton. Ich mache die Klingen grob mit Verdünnung und Zewa sauber, dann ziehe ich Handschuhe an und reinige noch 2 mal.
      Ich ätze in warmer Schwefelsäure. Das mache ich mittels Wasserbad. Dabei bewege ich das Bad etwas, so dass es keine lokalen Temperaturunterschiede gibt.

      Als Säure nehme ich Batteriesäure aus dem Autofachhandel. Wärend dem Ätzvorgang hole ich die Klinge regelmäßig aus der Säure, neutralisiere sie in einem Natronbad (das steht schon alleine aus Sicherheitsgründen immer daneben) und gebe sie wieder in die Säure. Bei schwierigen Fällen überschleife ich die Fläche mehrmals, so dass die erhabenen Flächen blank werden, entfette und ätze wieder.

      Fe3Cl ist sicher sehr gut für den Kontrast geeignet. Da ätze ich vorher mit Schwefelsäure wegen der Tiefe, dann Fe3Cl wegen dem Kontrast.

      Aber so der Profi bin ich da auch nicht.

      Viele Grüße

      Gerhard
      GEHAWE.DE
    • Hallo zusammen

      Vielen Dank für eure Inputs und Erfahrungen. Das war auch mein Gedanke, dass dieser Damast aufgrund der Werkstoffe vermutlich etwas weniger Kontrast bekommt, aber ich will da niemandem auf die Füsse treten, nur weil ich es nicht im Griff habe. Inzwischen habe ich mir 32%-ige Salzsäure und frisches Eisenchlorid besorgt.
      Jetzt muss ich aber zuerst wieder einen neuen Rohling machen und diesen härten. Ich werde mich nach dem Ätzen wieder melden und über meine hoffentlich erfolgreichen Erfahrungen berichten.

      Beste Grüsse
      Heiri
    • Hallo Heiri,

      frag doch einfach direkt im Hause Balbach nach......ich hatte bisher nur bei einer Klinge aus rostfreien Balbach Damast das Problem mit "ausgefranzten" Übergangen, das hing wohl mit der Wärmebehandlung zusammen.

      Gruß Mario
    • Stefan,

      vielen Dank für den Link zum Datenblatt!

      Unsere Werkstoffverbindung aus N690 und Nitro B lässt sich gut ätzen, wenn man entsprechend nach Anleitung arbeitet.

      Fe3Cl funktioniert gar nicht, auch nicht um später einen besseren Kontrast zu erreichen.
      Es geht nur mit Schwefelsäure oder Salzsäure.
      Wir selbst ätzen mit 15-20% Schwefelsäure, warm(50°C), Dauer sicher mind. 10 Minuten, dann ist eine gute Tiefenätzung erreicht. Danach mit einer Polierscheibe, Pliestscheibe oder Pliestband oder z.B. mit K2500 Schleifpapier die hochstehenden Lagen hell bearbeiten.
      Davor muss die Klinge natürlich glanzpoliert und entfettet sein.

      Bilder anbei, wie dieser Damast aussehen kann:


      bladecommunity.de/index.php/At…6fdd0f999cdb3d704a7c685bd
      BALBACHDAMAST®
      Schmiedewerkstätte Markus Balbach e.K.

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    • hallo
      dazu hätte ich eine Frage an die Schmiede Balbach :
      Wenn die Klinge glanzpoliert ist , ist sie voll Polierwachs geht das mit Azeton wieder runter (vor dem ätzen?)

      Gruß Norbert vom Neckar
      NIVEAU ist keine Hautcreme

      ...und will mich jemand aus der Ruhe bringen , so denk ich an die Worte des Götz von Berlichingen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von no bird ()

    • no bird schrieb:

      hallo
      dazu hätte ich eine Frage an die Schmiede Balbach :
      Wenn die Klinge glanzpoliert ist , ist sie voll Polierwachs geht das mit Azeton wieder runter (vor dem ätzen?)

      Gruß Norbert vom Neckar
      Norbert, die Polierkomposition ist meistens auf Fettbasis aufgebaut und lässt sich mit Aceton und anderen chemischen Fettlösern wieder entfernen.
      Vor dem Ätzen zu polieren ist trotzdem nicht zu empfehlen.
      Hab mich darüber vor vielen Jahren mit Fritz Schneider darüber ausgetauscht.(Fritz war definitiv der Erste auf unserem Erdball der rostfreien Damast herstellte,)
      Durch die Paste und die Wärme kann sich im Mü-Bereich eine Chromschicht aufbauen und die bringt Probleme beim Ätzen.

      je mehr Du polierst desto weniger bietest Du einem chemisch Angriff die Möglichkeit zum Färben.

      Gruss
      8|

      messerboll.net
      messerboll@gmail.com
    • messerboll schrieb:

      no bird schrieb:

      hallo
      dazu hätte ich eine Frage an die Schmiede Balbach :
      Wenn die Klinge glanzpoliert ist , ist sie voll Polierwachs geht das mit Azeton wieder runter (vor dem ätzen?)

      Gruß Norbert vom Neckar
      Norbert, die Polierkomposition ist meistens auf Fettbasis aufgebaut und lässt sich mit Aceton und anderen chemischen Fettlösern wieder entfernen.Vor dem Ätzen zu polieren ist trotzdem nicht zu empfehlen.
      Hab mich darüber vor vielen Jahren mit Fritz Schneider darüber ausgetauscht.(Fritz war definitiv der Erste auf unserem Erdball der rostfreien Damast herstellte,)
      Durch die Paste und die Wärme kann sich im Mü-Bereich eine Chromschicht aufbauen und die bringt Probleme beim Ätzen.

      je mehr Du polierst desto weniger bietest Du einem chemisch Angriff die Möglichkeit zum Färben.

      Gruss

      messerboll schrieb:

      Durch die Paste und die Wärme kann sich im Mü-Bereich eine Chromschicht aufbauen und die bringt Probleme beim Ätzen.
      Untersuchungen dazu gibt es von unseren großen Kunden und auch von Firmen, welche unsere Stähle ätzen. Das gilt für unseren martensitischen und austenitischen rostfreien Damaststahl. Wie sich der Schneider- Damast verhält, weiß ich nicht. Fritz hat ja total andere Werkstoffe verwendet, ich benenne die mal jetzt nicht hier.
      Polieren schadet nicht. Entfetten muss man.
      Es entsteht bei einer ersten Ätzung mit Schwefelsäure eine Passivschicht. Möchte man nochmals und tiefer ätzen, ist es sehr schwer, diese Passivschicht zu durchbrechen. Das geht nur über eine sehr sehr hohe Temperatur der Säure beim Ätzen oder über ein nochmaliges Feinschleifen vor dem zweiten Ätzvorgang. Je feiner vor dem Ätzvorgang poliert wurde, umso feiner wird nach dem Ätzen die Oberfläche der hochstehenden Lagen.

      VG
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