Ausbrüche an 1.2842

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    • Ausbrüche an 1.2842

      Hallo liebe Community,

      habe am Wochenende ein Outdoormesser aus 1.2842 fertiggestellt...mit der Wärmebehandlung schien alles geklappt zu haben, aber als ich mir
      dann eingebildet habe ich müsste als Härtetest die Klinge mit einem Stück Holz durch eine 5 Cent Münze treiben(Ja, ich bin ein Idiot)

      Das Resultat war ein Ausbruch an der Klinge... :cursing:
      Abfinden muss ich mich damit zwar nun, aber lernen lässt sich ja aus Fehlern..
      Deshalb meine Frage an die erfahrenen hier was denn die möglichen Gründe sein könnten...liegt es an der Härte oder an einem groben Gefüge(kann man sowas ohne Mikroskop erkennen?) oder an was anderem?

      Meine Überlegungen bisher sind:
      - Klinge zu hart, und deshalb empfindlich(habe sie 1h bei 200 und 1h bei 190 angelassen)
      - die Stahlsorte ist falsch für solche Belastungen
      - Ein Fehler bei der Wärmebehandlung, eventuell Überhitzung? (habe den (geschmiedeten) Stahl 3 mal normalisiert und 1 mal scharf angelassen)

      LG, Moritz
      Seit Anfang 2018 in "Selbstausbildung"
    • Hallo Moritz,
      grobes Gefüge erkennst du auch ohne Mikroskop. Ein ordentliches Gefüge ist schön glatt, bei einem schlechten ist das Gefüge körnig. Ein gut gehärteter 2842 sollte so einen Test eigentlich ohne Ausbrüche überstehen. Wenn es nicht am Gefüge liegt, könnte es an der Geometrie der Spitze liegen oder vielleicht auch an einem Härteriss. 2842 ist nicht gerade unproblematisch bei der Wärmebehandlung. Mit welchem Medium hast du abgeschreckt? Das ist nämlich auch entscheidend. Niemals im Wasser, da sind die Härtefehler vorprogrammiert.

      Viele Grüße
      Alex
      Blood, Sweat and Musclecat!
    • Hi Alex,

      gehärtet wurde in Öl, dass so ca. 50-60 Grad hatte...
      an einem Härteriss liegt es kaum, habe nach der Reparatur der Schneide ganz hinten an der Klinge einem Bestätigungsversuch gestartet, selbes Ergebnis
      Der Anschliffwinkel ist ca 20 Grad, über der Schneidphase hat es eigentlich ordentlich Fleisch(besonders hinten)

      ...so wie du das sagst klingt es nach einem Härtefehler meinerseits, obwohl ich ziehmlich genau auf die Temperatur geachtet habe..könnte aber schon sein, da ich bisher immer mit der Kohleesse gehärtet habe und diesmal meine neue Gasesse benutzt habe. Kann also sein, dass ich mit dem Ding noch nicht richtig umgehen kann und den Schneidenbereich überhitzt habe..

      Nur damit ich das richtig verstehe...ein grobkörniges Gefüge hinterlässt also eher matte Bruchstellen und ein feines glänzende?

      Sehr ärgerlich..meine bisherigen Klingen aus diesem Stahl waren alle einwandfrei, da schmerzt so etwas dann schon..

      Aber vielen Dank für die schnelle Antwort und die Hilfe bei der Ursachensuche!!! :thumbup:
      Seit Anfang 2018 in "Selbstausbildung"
    • MoesMesser schrieb:


      habe sie 1h bei 200 und 1h bei 190 angelassen
      - die Stahlsorte ist falsch für solche Belastungen
      - Ein Fehler bei der Wärmebehandlung, eventuell Überhitzung? (habe den (geschmiedeten) Stahl 3 mal normalisiert und 1 mal scharf angelassen)
      ein zweites Anlassen unter der ersten Amlasstemperatur bringt überhaupt nix. Wenn dann 2 oder 3 mal bei mindestens 2 Stunden um das Restaustenit zu reduzieren.
      Anfänger in Sachen Messerfertigung und Lederscheidenfertigung
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    • Klasse wie schnell einem hier geholfen wird... :D

      Also dem Fotos nach zu urteilen sollte es eigentlich fein sein..

      Kann zu kurzes Anlassen sich so stark auf die Eigenschaften der Klinge auswirken?
      Falls ja werde ich wohl nochmal anlassen, bevor ich ganz von vorn beginne...

      LG
      Moritz
      Seit Anfang 2018 in "Selbstausbildung"
    • MoesMesser schrieb:



      Kann zu kurzes Anlassen sich so stark auf die Eigenschaften der Klinge auswirken?
      Falls ja werde ich wohl nochmal anlassen, bevor ich ganz von vorn beginne...

      LG
      Moritz
      Ich würde nochmals neu härten und dann anlassen, aber dann nach Stahl Datenblatt.
      Gruß Egon
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