Handfinish - Kanten erhalten, nur wie ?

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    • Ja, das Leder dient als Anschlag um ab der Ricassokante abzuziehen, da sollen ja auch alle Kratzer vom Band raus. Du schreibst vom Kreuzschliff.....den dann aber immer nur bis an die Kante ( auf deren Name ich Grad nicht komme) ein paar mal drüber ist auch wieder rund....das Polierrad ist auch so ein Kandidat....du siehst, bei genauer Beschreibung der Arbeitsabläufe kann gezielt geholfen werden. Bei Fragen einfach fragen :whistling:
      Gruß Mario
    • Alles klar, das probiere ich beides aus.

      Daß das Polierrad abrunden würde, war klar, aber die Klinge war auch nach dem Schliff schon rund geworden, wie eigentlich alle, die ich bisher gemacht habe, bis auf eine. Und diese eine hat den Flachschliff bis zum Rücken (wie von DIr schon beschrieben) und ist damit einwandfrei.
    • Nur ein Tip
      Du kannst auch , wenn die Kante verrundet ist , eine Glasplatte nehmen Schleifpapier drauflegen und das ganze Messer flach drauflegen und ohne zu Kippeln
      flachschleifen .
      Dadurch müßte wieder eine scharfe Kante entstehen .

      Norbert
      NIVEAU ist keine Hautcreme

      ...und will mich jemand aus der Ruhe bringen , so denk ich an die Worte des Götz von Berlichingen
    • Hallo Norbert, danke dafür.

      Deinem Tip folgend schaue ich mir gerade Nick Wheeler an. "Keeping the lines crisp".

      Das ist jemand, der die Einzelheiten nachvollziehbar erklärt, wo ich mich sofort wiederfinde und der unprätentiös, mit einer guten Ausstrahlung und großer Freundlichkeit auf die Menschheit losgeht. Das ist bei fachlichen Autoritäten ja leider oft keine Selbstverständlichkeit. Da nimmt man doch gerne die Erfahrungen an.
    • Hallo

      Ich nehme bei Handfinish ein Stück Messing das ca. 15 cm lang, 3 cm breit und 8 mm stark ist.
      Eine Seite ist leicht abgerundet für das Ricasso zu schleifen.
      Die untere Seite habe ich Plangeschliffen.
      Zudem nur dünnes Schleifpapier verwenden.
      Der Rest ist Übung und Gefühl.
      Bis man den Winkel auch auf kleinen Flächen exakt einhalten kann dauert es eine Weile.
      Genauso ist es auch am Bandschleifer.
      Bis man ein Gefühl entwickelt was die Klinge am Band so macht, dauert es eben auch.

      Gruß Florian
    • Ich kann dir nur sagen was bei MIR funktioniert:
      Ich finishe die Klinge zB bis 400 komplett von Hand - auch bei mir lässt sich das Verrunden der Kanten nicht vermeiden. Dann schleife ich auf meinem Tellerschleifer (300mm) ganz leicht und langsam mit 400 plan und in Richtung des Finish drüber. Es geht auch mit dem Bandschleifer ... ich tu mir mit dem Tellerschleifer aber leichter. ;)

      Im Idealfall sollte man dann eine "crispe" Linie haben und das Finish sollte sich nicht unterscheiden. Hängt natürlich stark davon ab, ob das Handschleifpapier und das des Band- bzw Tellerschleifers wirklich gleich sind in Körnung und Schliffbild (am besten immer neue Bänder verwenden).

      Hoffe damit geholfen zu haben. :thumbup:

      LG
      Jerome aka Jeronimo
    • Danke Euch. Das hilft, denn es gibt eine Menge Anregungen. An den Tellerschleifer hatte ich noch nicht gedacht, das wäre in der Tat auch einen Versuch wert. Jetzt kommt eine Zeit mit Freizeit auf uns alle zu (Ostern) und da werde ich einiges probieren.

      Nick Wheeler entpuppt sich als wahre Fundgrube. Auch er macht einen interessanten Vortrag zum Tellerschleifer.

      Zuerst werde ich aber schlicht den Kreuzschliff machen, nach Nick Wheelers Methode: Diagonal zur Längs- und zur Querachse der Klinge. Die hauptsächliche Begründung ist wohl die bessere Ausnutzung der Oberfläche des Schleifkörpers, aber eben auch die Erhaltung der Linien. Mal sehen, was herauskommt.
    • Was mir sehr geholfen hat ich habe das Telefon in die Hand genommen.... Und ich habe die Messermacher ,unter Anderen auch den von weiter oben, einfach gefragt, ob ich mal vorbeikommen und es mir zeigen lassen kann. Das Schauen hilft viel mehr als das erklären lassen. War damals noch normaler so ohne Foren und social media. Mir wurde immer bereitwillig geholfen und es haben sich viele Freundschaften daraus entwickelt. Die viel zu wenigen Male auf dem Gummenhof sind echt meine besten Erinnerungen. ( ich weiß noch wie meine kleine Jana mit war als wäre es gestern gewesen ) Und so halte ich das auch selbst und gebe es weiter. Wer vorbei kommen will, dem zeige ich etwas.

      Gruß Thomas
    • Hallo Thomas,

      das ist doch nur diese eine simple Frage. Deswegen würde ich niemand in seinem Betrieb behelligen wollen. Auch weiß ich von niemand in der Nähe von mir, der in Frage käme. In den letzten Beiträgen hier im Faden kamen aber ja nun auch so viele Anregungen, daß ich damit eine Weile zu tun haben werde. Danke noch einmal an alle, die sich die Mühe gemacht haben, auf meine Frage einzugehen.

      Reinhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von BLB Blades ()

    • Update: Kreuzschliff, Methode Wheeler

      Neu

      Update. Das "Fleißproblem" hat einmal versucht, wie das Kantenglück aussieht, wenn man so schleift, wie Nick Wheeler es demomstriert, nämlich diagonal zur Längs- und Querachse anstatt längs und quer. Nach trizact 65 (=P280) vom Gerät auf Hand 400, 600 und 800 überkreuz und dann 1200 längs.



      Nunja, es ist schon etwas besser, als die Längs-Quer-Methode, man kann die Linie doch noch ganz gut erahnen. Aber unscharf ist sie dennoch geworden. Es ist nicht ganz einfach, das im Bild einzufangen.

      Aber die Diagnalmethode hat noch verschiedene andere Vorteile (zumindest für mich), denn quer zur Längsachse war die Angelegenheit bisher immer besonders kippelig, das ist diagonal deutlich besser, es wird insgesamt einfacher, einen Kreuzschliff durchzuführen.
    • Neu

      Hallo Reinhard,
      Dann gebe ich jetzt auch noch meinen Senf dazu :)

      1) „locker bleiben“ - hatte mir vor vielen Jahren einer der Großen hier im Forum geraten, als ich mich über eine gefühlte Unpässlichkeit aufgeregt hatte. Das, und sich selbst nicht 100% ernst zu nehmen, hilft ungemein. Das Forum ist eine Chance besser zu werden und zu wachsen - Daniel kann schon mal „schnoddrig“ sein aber Du spürst in jedem seiner Worte die Leidenschaft fürs Messermachen, ich höre bei ihm gerne ganz genau hin! Vielleicht lag er in seiner ursprünglichen Einschätzung bei Dir falsch, bei mir hätte er jedenfalls genau ins Schwarze getroffen, weil ich eigentlich ein ‘fauler Hund‘ bin dem nichts schnell genug gehen kann und die tiefe Wahrheit die in seinen Zeilen steckt mir schlußendlich mit viel Mühe und vielen leidvollen Erfahrungen selbst erarbeiten musste.

      2) zur Sache selbst: zuerst mal zu Deiner Klinge - so sieht das bei mir aus, wenn ich beim Anlegen der Wate im Grobschliff und am Bandschleifer mit unterschiedlich starkem Druck gearbeitet habe und die Wate selbst nicht komplett eben ist - wenn ich dann auf feinere Körnungen gehe, habe ich so eine Art Welle drinnen. Der Tellerschleifer (Schweißvariante: Platte mit Schleifleinen und VIEL Handarbeit) ist in so einem Fall ein guter Problemlöser. Oder die oben angesprochene Erfahrung - wenn Du mal mehrere Dutzend Klingen gemacht hast, passiert das weniger aber am Anfang war das bei mir ein Problem und ich wusste nicht wo das herkam.
      Dann, nach dem Härten... ich habe das mal in irgendeinem WIP beschrieben, man kann auch mit Schleifsteinen bis 800er vorarbeiten, dann wird die Kante schon gut scharf, ansonsten Schleifleinen nur so breit wie der Schleifblock, sicher stellen, dass es gut gespannt ist und mit ordentlich Druck durchziehen. Nie das Öl vergessen. Wenn es um Geschwindigkeit geht: nachdem die Wate angelegt ist, nochmals am Tellerschleifer den Rest der Klinge mit 1000+ abziehen (also die ganze Klinge flach an den Tellerschleifer), das gibt in kurzer Zeit eine sehr saubere Kante - dann nochmals vorsichtig das Handfinish an der Platte drüber ohne die schöne Kante zu verhunzen...

      Hoffe, das hilft.
      Beste Grüße,
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


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      Hallo Rainer, so, wie du es interpretierst, kann ich zur (1) nur vollständig zustimmen. Würde jemand mir mangelnde Geduld vorhalten, würde ich sofort zustimmen. Nur hat das nichts mit Faulheit zu tun, sondern dem Wunsch, das Ergebnis zu sehen, eine Versuchung, der man sich manchmal wohl widersetzen muß. Nicht so ernst nehmen, sicher stimmt das, aber manchmal wird es einem nicht gerade leicht gemacht, dann schwillt der Kamm und es kostet Mühe sachlich zu bleiben.

      Zur (2) danke ich für die Hinweise, der Faden ist inzwischen eine Fundgrube, die viel Stoff zum Durchkauen bringt.
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      Lange haben wir überlegt, ob wir hier auch ein paar Worte schreiben sollen, aber wir sehen es jetzt als Notwendigkeit an, um zu zeigen, dass das Mod Team diesen Beitrag auf den Schirm hat.
      Hier meint es keiner böse mit einem und jeder versucht jedem zu helfen, aber natürlich haben wir unterschiedliche Charaktere und eine nonverbale Kommunikation ist immer ein wenig schwieriger, als wenn man sich gegenübersteht.
      Eine der großen Stärken der BC ist für uns, dass wenn sich einer mal ein wenig vergaloppiert hat, von anderen versucht wird, hier positiv einzuwirken, um wieder einen gemeinsamen Konsens zu finden.
      Am Verlauf dieses Bereiches, kann man das auch sehr gut nachvollziehen.
      Wir möchte uns bei denjenigen bedanken, die den Geist der BC verstanden habe und versucht haben das umzusetzen.
      Eine Voraussetzung dafür, dass dieses miteinander auch erhalten bleibt, ist aber, dass keiner immer wieder nachtritt.
      Für solche Situationen, gibt es das Mod-Team und sollte sowas festgestellt werden, so zählt es zu seinen Aufgaben, hier tätig zu werden.
      Grüße Frank
      Ich kann jetzt auch nur vermuten, was ich damit meine ....
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      BLB Blades schrieb:

      Hallo Thomas,

      ...Deswegen würde ich niemand in seinem Betrieb behelligen wollen. Auch weiß ich von niemand in der Nähe von mir, der in Frage käme...
      Servus Reinhard,

      zunächst möchte ich vorausschicken, daß ich kein Messermacher bin, sondern Sammler, in den letzten Jahren fast ausschließlich von Custom-Messern. Ich wollte im Rahmen meiner Sammelleidenschaft aber nicht nur theoretisch wissen, wie ein Messer gebaut wird, sondern auch eine praktische Grunderfahrung sammeln. Aus diesem Grund habe ich einen Messermacherkurs bei Stefan Gobec besucht und im Zuge dessen ein feststehendes Messer gebaut. Der Kurs war zweitägig und ein Tag war komplett nur dem Klingenfinish gewidmet. Da war nicht nur viel Schweiß, sondern auch Blut an den Fingern im Spiel... Seither weiß ich, wie mühsam und aufwendig ein sauberes Klingenfinsh ist und wie viel man daran falsch machen kann. Und ich schätze ein tolles Klingenfinish seither umso mehr!

      Zu dem Tipp von Thomas im Beitrag Nr. 28 und Deiner von mir zitierten Antwort ein kleiner zusätzlicher Tipp von mir: Du triffst jede Menge tolle Messermacher auf den diversen Messerausstellungen. Besuche doch mal einige Ausstellungen und frage die Messermacher dort vor Ort persönlich nach Tipps für Deine Probleme. Ich kenne viele Messermacher persönlich und kann Dir nur sagen, daß Dir praktisch alle gerne mit Tipps weiterhelfen werden. Der persönliche Kontakt ist gerade auf diesem Gebiet einfach unersetzlich. Und wie Thomas so treffend geschrieben hat: Daraus haben sich schon viele Freundschaften entwickelt.

      Just my 2 Cents...

      Schöne Grüße aus Wien
      Walter