New mind bending events on my Puukko horizon

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    • Seid gegrüsst!

      Vielen Dank für die Resonanz und euer Lob!

      Nach einer guten Handvoll Puukkos die ich bis jetzt gefertigt habe, drängt sich doch eine Zusammenfassung einiger Erfahrungen auf, die ich dabei gemacht habe.
      Das Messer an sich ist eine Form die, zumindest für mich, auch öfter gefertigt nicht leichter wird.
      Einen Moment das Fadenkreuz vergessen, oder ein paar Grad falsch angepeilt und schon ist der vorherige Bezug zur Form dahin....aber gut, mit dem entsprechenden Aufwand an Konzentration doch immer machbar.

      Mit der Quantität kommt auch Routine und diese erlaubt es sich kleinen Details hinzugeben wie der Schor am Ricasso am besten zeigt.
      Aufgrund der sehr kleinen Fläche und des extrem flachen Winkels, ist das schwierig zu schleifen.....aber ist es dann gelungen, ist die Schormitte mit der Schneide verbinden eine wahre Freude....das peilt sich so einfach an, wie über Kimme und Korn an einem Gewehrlauf....es gelingt, die Freude daran ist wiederum reine Motivation.

      So weit, so gut.....die Scheiden standen ja auch noch an.
      eine seitlich- und eine traditionell hinten genäht....beide mit Holzkern...und Holzkerne mag ich sehr.
      Diesmal würde ich diese mit definierten und krispen Spiegeln und Kanten versehen.
      Geometrischer und lebhafter.....so dachte ich mir.....und psychisch vorbereitet gewappnet war ich auch gut....
      zuerst die leichtere, seitlich genähte Scheide.
      Da Walkleder extrem hart wird, sind die Einlaufriefen im Griff oft nicht unerheblich.
      ...besonders bei Büffelhorn spant die Fleischseite richtig ab....die musste also gefüttert werden.
      Was das Futter für eine Widerspenstigkeit in der Formbarkeit kreierte sei hier nebenbei erwähnt....
      .....das ich den Mantel aufgrund der geometrischeren Form des Holzkerns erst nass vorformen musste hätte mich schon vorrausschauend aufmerksam werden lassen müssen.....aber das tat es nicht, die Arbeit an der Scheide liess die Gedanken nicht eigene Wege gehen, ich musste gedanklich dabei bleiben....mit dem Ergebnis war ich dann auch zufrieden.

      Und dann war sie wieder da....die älteste Herrausforderung meiner Laufbahn als Messermacher....die traditionell hinten vernähte Scheide....wie oft ich die in 25 Jahren gemacht habe weiss ich nicht mehr genau.....aber scheinbar, oder besser gesagt mit Sicherheit, nicht oft genug.

      Die Vorgehensweise ist überall die gleiche.....wie hier in diesem sehr guten Tutorial von Risto Mikkonen

      nordiskaknivar.wordpress.com/tag/traditional-finnish-sheath/

      Es sieht bei Risto so einfach und selbstverständlich aus....aber um zu einem Ergebnis zu kommen welches seiner Arbeit auch nur auf Sichtweite nahe kommt, musste ich vieles anders machen.
      Sein, im Tutorial verwendetes Leder ist durchgegerbt.....aber es ist ziemlich sicher dass er das mit Walkleder genauso kann.....das verwendete Material ist wirklich sekundär.

      das Abmessen und erstellen der Schablone ist eigentlich der wichtigste Schritt zum Gelingen.Hier bleibt zu erwähnen das die Toleranz bei 0,5 mm! liegt.

      Den Mantel mit dem Messer trocken ausschneiden ist, bei einem Rohhautkern die absolute Schinderei, egal wie scharf das Messer, das wird nix...auch die Blechschere die sonst hier weiterhilft war nicht die Lösung
      nass geschnitten gibt es ordentlich punktuellen Verzug und die Toleranz von 0,5 ist dahin.
      bei der Spitze des Holzkerns(mit seinen markanten Geometrien) war ein Messen kaum noch möglich...zu kurz, zu fett, Lederstreifen zum Massnehmen zu breit?....hier wird wohl erfahren zuende geschätzt?...muss wohl.

      Ich habe die Schablone auf der Haarseite bis zum Rohhautkern mit einem Ledermesser tief angerissen.
      Mit der Bandságe so dicht wie es möglich an den Riss gesägt und dann mit Korn 80 die Form herausgeschliffen.
      Ein schöner definierter Grad bildete sich beim erreichen des Risses.
      auch die winkligen Kanten des Saumes habe ich schleifend erstellt, das funktionierte sehr gut und exakt so dass ich die Naht genau auf der ausgeschärften äusseren Kante des Rohhautkerns legen konnte....gerade noch die Rohhaut mit in die Naht genäht.

      Die Tonne einnähen war kein Problem....bis ich zum Übergang von Zwinge zum Holzkern kam....
      um es kurz zu machen, ich musste mir die Form zur eigentlichen funktionierenden Schablone erkämpfen....

      hätte der Holzkern wieder eine runde-ovale Form gehabt wäre alles so gelaufen wie immer....einmal verbocken und das zweite Mal aber dann gut....aber durch die geometrisch Geraden des Holzkerns war mir ein gutes Massnehmen nicht möglich...der Lederstreifen lag nie plan an sondern immer hoch radial....das hätte sogar bei einer Toleranz von 1,0 mm nicht gelangt.....
      Bei Scheide Nummer 2 wusste ich, dass es zum exakten Mass bekommen noch eine Nummer 3 geben würde und dass erst die Nummer 4 dann evtl. passt .....auf eine Nummer 5 war ich schon vorbereitet aber ....fortis fortuna adjuvat....die letzte Schätzung vom Mass an der Spitze war von Glück gesegnet......die Nummer 4 wars dann.

      Das hat zwei volle Tage gedauert bis ich den eingepackten Puukko in die nasse Scheide drücken konnte.

      Damit dies einfacher und leichter gelingt müsste ich nach meiner Schätzung die nächsten 10 Jahre diese Art von Scheiden weiter und besonders regelmässig herstellen....davon sehe ich lieber ab.... :greenslash:

      Das Fazit: ....die Scheiden werden eine Herausforderung immer sein und bleiben.


      Es möge euch gutgehen.

      Gruss Daniel
      Bilder
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von messerboll ()

    • Habe selbst einige Puukkos doch die sind schon etwas besonderes.

      Mein Favorit wäre die 3.
      Einmal etwas anders aber doch zu erkennen.
      Würde ich gerne mal probieren.

      Gibts den da auch noch eine Scheide zu sehen, Daniel?

      Gruß Bernhard
    • Hola Bernhard, bitte entschuldige, Deine Frage sollte nicht untergehen.
      Alle Puukkos sind von der selben Latte, deren Stärke 3,8 mm beträgt.

      Genau was Dich - hat auch mich interessiert...."mal etwas anderes aber doch zu erkennen"...
      ganz genau....wie kommt so ein Puukko als Flachangel....

      Da der Nussknacker in Deutschgland geblieben ist wird es einen Tag oder zwei gehen bis ich Bilder
      mit der Scheide reinstellen kann, aber läuft sicher.

      Gruss Daniel
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    • Arno und Börn, Dank euch beiden!

      hier nun der Nussknacker mit seiner Scheide aus Walkleder.
      Um das Holz zu schonen habe ich diese auch gefüttert. Durch einformen des Bauches entwickelte auch diese einfachste Ausführung einer Scheide einen wunderbaren Gang und Klang.

      Die knackigen Bilder hat der Waldchris für mich gemacht,... Dank Dir, Chris! :greenalien:


      Bilder
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