Befestigung Griffschalen aus Hirschgeweih

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    • Befestigung Griffschalen aus Hirschgeweih

      Hallo Zusammen,

      ich bin derzeit damit beschäftigt, Griffschalen aus Hirschgeweih zu basteln.

      Ich habe aus dem Nachlass eine mir sehr wichtigen Person einiges an Hirschgeweihen übernommen. Da ich nicht alle aufbewahren kann, dachte ich mir dass das Andenken an die Person auch in Form eines Messergriffes erhalten bleibt.
      Ich habe für das Aussägen dieser beiden Schalen eine ganze Seite des Geweihs gebraucht. Mit der Form und der Struktur bin ich gerade unter dem Gesichtspunkt, gegebenes Material zu verwenden, sehr zufrieden.

      Unsicher bin ich mir, wie ich die Griffschalen an der Klinge befestige, da ich bisher nur mit Holz gearbeitet habe.
      Die beiden Griffschalen scheinen mir in Richtung Ricasso nicht zu hundert Prozent Plan zu sein und ich befürchte, dass das Geweih noch etwas Arbeiten könnte.

      Kann ich die Griffschalen und die Pins ganz normal verkleben? Legt man einen Liner dazwischen um ggf. geringe Toleranzen ausgleichen zu können?
      Wie würdet ihr Vorgehen?


      Danke,
      Carsten
    • Hallo Carsten
      ich habe meine Hirsch Griffschalen genau so wie Griffschalen aus Holz befestigt .
      Mit Pins und 2K Kleber .

      Norbert
      NIVEAU ist keine Hautcreme

      ...und will mich jemand aus der Ruhe bringen , so denk ich an die Worte des Götz von Berlichingen
    • Ich würde die Schalen auf jeden Fall zwei Wochen ruhen lassen. Mache ich bei Horn und Knochen immer nach dem groben Herrichten.

      Bei derEndbearbeitung peinlich darauf achten, dass das Material nicht zu warm wird.

      Wenn das Horn arbeitet, wird der Kleber nicht halten. Das hätte ich schon mal. Deshalb verniete ich Horn jetzt immer
    • Das hatte ich befürchtet: zwei Antworten und zwei Meinungen 8) .

      Da ich bisher keine Erfahrungen mit dem Vernieten von Pins habe und mir auch das Werkzeug dazu fehlt, werde ich versuchen, die Schalen und die Pins normal zu kleben.
      Den Tip mit der Temperatur bei der Endbearbeitung und dem Ruhen lassen nach der groben Bearbeitung werde ich auf jeden Fall beherzigen.

      Danke, Carsten
    • Erstmal die Schalen plan schleifen. Mit Sprühkleber einen Bogen Schleifpapier auf eine glatte Unterlage kleben, z. B. Werkbank.

      Ich würde die Pins auch vernieten. Erstmal mit Überstand verkleben, dazu die Pins schön rau machen. Je rauer desto besser verschränkt sich der Kleber auch wenn Du nicht nietest.

      Die Griffschalen gut ansenken. Beim verklöppeln mit einem Kugelhammer treibstDu den Kopf des Pins quasi Stück für Stück weiter auf die Senkung bis der Kopf des Pins so gerade in der Senkung anliegt. Wenn Du nicht senkst und dann den Kopf stauchst drückt der sich wie ein Keil in das Material und spaltet es Dir im Extremfall auf. Immer ansenken. Nimm weiche Eisennagel oder Kupfer zum Üben. ein altes Brettchen und probiere aus wie weit Du den Pin überstehen lassen mußt und wie tief die Senkung sein muß. Hat man schnell raus.

      Am Anfang hat man häufig zu viel Überstand und der „Bart“ des Pins will nicht so richtig größer werden und will nicht richtig in der Senkung anliegen. Dann den rund gewordenen Kopf einfach mit eine Feile wieder etwas flach feilen und Material abnehmen, dann „greift“ der Kugelhammer wieder besser und Du kannst den Rand wieder weiter runter treiben.


      Beim Hirschhorn trifft man häufig mit dem Pin eine tiefe Rille. Stückchen für Stückchen den Pin beidseitig anstauchen und dann den Rest mit einem dünnen, rundgeschliffenen Durchtreiber weiter machen. Dazu hälst Du mit der einen Hand den Durchtreiber mit der anderen den Hammer und mit der anderen das Messer......ääh

      Fummelarbeit manchmal

      Mann kann Sich auch ein Nageleisen machen mit. Bohrung und Senkung. Den Pin einspannen, die eine Seite anstauchen, den Pin wieder raus und Du hast schon mal eine Seite fertig. Das bietet sich z.B. an, wenn Du am Material eine Seite mit Rille hast, wo Du schon vorher weißt, dass es schwierig wird.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Thomas Hauschild ()

    • Danke euch für eure hilfreichen Beiträge.

      Schöner und sinnvoller ist bestimmt das Vernieten der Pins, ich hab nur Sorge, in diesem Fall etwas kaputt zu bekommen.
      Ich denke, ich werde es auf jeden Fall probieren.

      Dazu noch ein paar Fragen:
      • Braucht man einen Kugelhammer und wie schwer sollte dieser sein oder geht ein normaler Hammer?
      • Werden die Pins trotzdem verklebt?
      • Was mache ich, wenn beide Enden eines Pins in einer Vertiefung liegen? Zum Einen komme ich mit dem Hammer nicht mehr dran (hier greift dann wohl die Lösung mit denn Durchtreiber). Zum Anderen frage ich mich, wie man in diesem Fall den Pin auf der Rückseite stützt. Amboss geht dann ja nicht.
      • Wie senkt man die Bohrungen an? Im Rohling sind Löcher für 3mm Pins. Mit einem Ansenkbohrer werden die Bohrungen ja riesig, wenn sie in einer Vertiefung liegen. Überbohre ich hier einfach mit 4 oder 5mm?
      Bin mir mit dem ganzen Thema momentan noch etwas unsicher, da ich in diesem Fall nichts kaputt bekommen möchte. Ich habe aber auf jeden Fall Blut geleckt und werde mich damit auseinandersetzen.

      Vielen Dank
      Carsten
    • Carsten, schau mal:

      Vernietete Hornschalen

      Das sind 3mm Pins. Du senkst das Horn leicht an, damit die Aufpilzung der Pins ihren Platz findet. Nimm vielleicht anstatt VA-Pins welche aus Buntmetall. Nicht umsonst wird hier gerne auf Messing zurückgegriffen.
      Wenn Du ordentlich vernietest, mußt Du die Pins nicht kleben. Ein Kugelhammer ist auch nicht zwingend nötig. Ein Durchtreiber von oben und ein Durchtreiber von unten in den Schraubstock gespannt und alles wird gut :)
      Zum Schluß kannst Du die Pins noch mit dem Dremel überschleifen. Mach vorher ein Übungsstück. Nimm einen Pin mit einer definierten Länge, pilze ihn auf und prüfe, wieviel Länge Du verlierst. Dann kennst Du auch gleich den benötigten
      Überstand.

      noch ein Beispiel, hier mit Bronze:
      Vernietetes Micarta


      Grüsse

      Christian
    • Vielen Dank für die wirklich hilfreichen Antworten.

      Ich habe gerade mal an einem Stück Fichte probiert, die Pins zu Vernieten.

      Von rechts nach links:
      Der erste Pin war viel zu lang, der zweite Pin war ganz ok, beim dritten Pin war zu weit abgesenkt.


      Mit den Versuchen bin ich fürs erste eigentlich ganz zufrieden. Ist nicht so schwer, wie ich dachte.

      Was kann ich dagegen tun, dass die Köpfe aufreißen? Habe eigentlich versucht, bewusst mit wenig Kraft und mehr Schlägen zu arbeiten.

      Danke,
      Carsten
    • Hallo Carsten,
      Du kannst Kupfer auch Weichglühen. Erhitzen bis es glüht und direkt in Wasser abschrecken, dann ist es weich wie Blei und wird erst durch kaltverformen wieder hart. Also hast du es einfacher beim Verstemmen und die Rissgefahr wird deutlich minimiert. Bei Messing funktioniert das auch relativ gut.

      Viele Grüße
      Alex
      Blood, Sweat and Musclecat!
    • Hallo Carsten
      ich würde die Griffschalen nicht oder nur sehr wenig senken und die Pins auch nur wenig pilsen .
      Bilder
      • Zweifinger Rothirsch 008.jpg

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      • Zweifinger Rothirsch 007.jpg

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      NIVEAU ist keine Hautcreme

      ...und will mich jemand aus der Ruhe bringen , so denk ich an die Worte des Götz von Berlichingen
    • The Great schrieb:

      Moin Carsten,

      schleif vor dem vernieten eine kleine Phase an die Pins und lass sie nicht zu weit über die Griffschalen stehen, damit sollte das Problem mit dem einreißen behoben sein.
      Danke für den Tipp.
      Hab ich probiert und etwas weniger angesenkt.
      Mit denn Ergebnis bin ich jetzt eigentlich ganz zufrieden (der obere Pin).

    • axdamast schrieb:

      Hallo Carsten,
      Du kannst Kupfer auch Weichglühen. Erhitzen bis es glüht und direkt in Wasser abschrecken, dann ist es weich wie Blei und wird erst durch kaltverformen wieder hart. Also hast du es einfacher beim Verstemmen und die Rissgefahr wird deutlich minimiert. Bei Messing funktioniert das auch relativ gut.

      Viele Grüße
      Alex
      Hallo Alex,

      Danke für die Tipps. Ich habe meine Versuche jetzt mit Messing gestartet und das ist wie ich finde auch so schon weich genug. Ich werd’s auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, irgendwann werd ich’s wieder brauchen.


      no bird schrieb:

      Hallo Carsten
      ich würde die Griffschalen nicht oder nur sehr wenig senken und die Pins auch nur wenig pilsen .
      Hallo Norbert,
      auch Dir ein Danke.
      Leider hab ich das erst zu spät gelesen, da waren die Bohrungen schon angesenkt. Es wird hoffentlich schon passen. Ist halt Abteilung „Jugend forscht“. Beim Ansenken ist mir auch noch ein dummer Fehler unterlaufen. So sah es aus:


      Carsten
    • Mittlerweile ist das ganze bereits verklebt:




      Ich bin gespannt, wie das Ergebnis am Ende aussieht und werde euch das fertige Messer dann hoffentlich bald zeigen können. Unabhängig vom Ergebnis denke ich, dass der Überlasser des Geweihs seine Freude daran gehabt hätte.

      Ich bedanke mich nochmals für die vielen Ratschläge,
      Carsten
    • meine nachträgliche Meinung ( Erfahrung ) :
      so verfahren wie Norbert (No bird ) vorschlägt.
      Habe so schon einige Griffschalen vernietet (gepilzt) und sie halten
      immer noch. Es gab auch keine Absplitterungen / Risse etc.
      Selbst Edelstahlnieten lassen sich so verarbeiten.

      Gruß
      Bernhard
      Bilder
      • 147_19_2.JPG

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      Man muß Gott danken, selbst für einen Unterfranken.
      Nunc est bibendum (Lasst uns trinken!) :beer: (Kellerbier)