Signatur mittels Elektrolyse

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    • Signatur mittels Elektrolyse

      Hallo Leute

      Im www habe ich das Anbringen einer Signatur auf einer Klinge mittels Elektrolyse gefunden, ganz einfache Methode mit 9 Volt-Batterie, Salzwasserlösung, etc. ich nehme an, dass diese Methode hier wohlbekannt ist. Für mich jedenfalls war es neu und ich bin fasziniert davon.
      Ich habe aber von Strom im allgemeinen und Elektrolyse im Speziellen absolut keinen Schimmer. Meine Frage ist nun, funktioniert das auf jeder Klinge, also auch auf gehärtetem Stahl? Ich gehe davon aus, dass das Material einfach leitfähig sein muss, aber bevor ich u.U. ein fertiges Messer versaue will ich mich doch erst noch in Fachkreisen versichern :D

      Danke für die Hilfe!

      Schönen Sonntag und beste Grüsse
      Peter
      Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer der wusste das nicht und hat's einfach gemacht... (Mein Lebensmotto)
      pierresuisse.ch
    • Mein Avatar-Bildlein hier gleich links ist genau so geätzt. Geht egal ob gehärtet oder nicht. So oder so: Nase nicht direkt drüberhalten, auf ausreichend Kontakt für den Strom zur Watte oder was du benutzt achten und immer schön bewegen, damit die Ätzung gleichmäßig wird.
      Damit ich nicht einen Teil der Ätzung wieder wegschleife, mache ich das Ätzen immer ganz am Ende, also nach Härten und Finish, und außer mit einer leeren Batterie hatte ich noch nie Probleme.
      Viel Erfolg!
      Grüße!
      Benjamin
    • @Peter_H
      Ich habe das Glück, dass eine Bekannte einen Plotter hat, da sie damit Muster aus Aufbügelfolie (nennt man das so?) für ihre Näharbeiten macht. Ich habe also per Inkscape eine entsprechende Datei gebastelt und sie schneidet mir die Schablonen aus Vinylfolie aus, wenn ich welche brauche. Die Kosten sind vernachlässigbar, da die Schablonen nur 15x15mm groß sind und eine A4-Seite Vinylfolie nur so wenig kostet, dass sie auf meine Frage nach den Kosten nur die Augen gerollt hat. Jemanden zu haben, der das plottet, ist natürlich der Knackpunkt an meiner Lösung, das geht aber bestimmt auch irgendwie kommerziell.
      Ich übertrage die Schablonen mit Transferfolie auf das entfettete Werkstück, maskiere die Umgebung mit Nagellack und ätze dann.

      @dark star
      Ich habe zwar keine Quelle, aber mein System ist so einfach, dass es schon fast peinlich ist:
      Ein 9V-Block, zwei Kabel, ein Wattestäbchen und übersättigte Salzlösung. Pluspol per Kabel (Alligatorklemme oder halt drumwickeln/festkleben) mit dem Werkstück verbinden. Minuspol mit dem Watteende des Wattestäbchens verbinden, in die Salzlösung tauchen (drauf achten, dass Kabel/Klemme und nasse Watte guten Kontakt haben!) und dann ab mit dem Wattestäbchen auf den Stahl. Es bitzelt und blubbert ein bisschen und riecht eigenartig, wenn man die Nase drüberhält. Je nachdem, wie große deine Ätzfläche ist, musst du mehr oder weniger oft wieder in's Salzwasser tauchen, um die Leitfähigkeit aufrechtzuerhalten, und das Wattestäbchen (mehrfach) ersetzen. Das Wattestäbchen solltest du gleichmäßig über die zu ätzende Fläche bewegen, da die meiste Elektrolyse direkt am Stäbchen stattfindet und die Tiefe der Ätzung ja einigermaßen gleichmäßig sein soll.
      Je nachdem wie lange man dranbleibt, kann man entweder "nur" verfärben (siehe Avatar) oder Material entfernen, was ich inzwischen mache, weil es dezenter ist und mir das besser gefällt.

      Grüße! Benjamin
      Grüße!
      Benjamin
    • Peter_H schrieb:

      @Wolfsklingen Dann klebst Du die Folie auf die Klinge? Die Lösung läuft nicht unter die Folie?
      Sorry die dummen Fragen, habe da (noch) keinen Plan ;(

      Beste Grüsse
      Peter
      Da ich erst nach dem Klingenfinish ätze, ist die Oberfläche so glatt, dass die Kanten sauber bleiben. Die Vinlyfolie hält gut und fest und dicht genug, dass sie sich auch durch das rumrubbeln mit dem Wattestäbchen nicht löst. Beim Aufkleben auf die Klinge muss man halt gründlich sein und sie gut festdrücken, ich arbeite da nach dem Abziehen der Transferfolie mit einem sauberen Stückchen Holz oder so nach, damit das auch sicher hält.
      Bitte nicht für Fragen entschuldigen, einfach weiterfragen! Ich hab' so manchen Fehler gemacht, den du dir ersparen kannst ^^
      Grüße!
      Benjamin
    • Habe da eine kleine Bilderstrecke gemacht:

      Vorbereitete Kling, in meinem Fall VOR dem härten, geht aber anscheinend auch danach, ist wohl besser


      Nagellack (oder auch Wachs) auftragen


      Batterie mit Kabeln verbunden


      Signatur mit Zahnstocher eingeritzt


      Minuspol mit Wattestäbchen verbunden


      Pluspol mit Werkstück verbunden


      Salzlösung auftupfen


      Fertig vor Nagellack entfernen


      Signatur eingeätzt


      Mit etwas Übung wird das wohl kaum länger als 10 Minuten dauern.

      Beste Grüsse
      Peter
      Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer der wusste das nicht und hat's einfach gemacht... (Mein Lebensmotto)
      pierresuisse.ch
    • Ob du das vor oder nach dem Härten machst ist glaube ich völlig wurscht, nur wenn man die Stelle noch einmal schleifen will, leidet uU das Logo. Danke, dass du die Bilder eingestellt hast!


      Edit: Kann ich meinen Post irgendwie löschen? Ich find's nicht...
      Grüße!
      Benjamin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Wolfsklingen ()

    • PS: Ich hatte das oben eigentlich noch ein wenig ausführen wollen, bin aber auf den falschen Knopf gekommen, daher jetzt der Nachtrag:

      Stromquelle wie gesagt zwei Steckernetzteile von ausgedienden Diktiergeräten, eines 12V 800mA Wechselstrom, das verwende ich für rostträgen Stahl mit einem eigens dafür vom Lieferanten (Fa. Schilling) zusammengemixten Elektrolyt. Ergebnis ist eine recht geringe Tiefe, aber deutliche Einfärbung der Markierung. Das andere Netzteil liefert 12V 1000 mA Gleichspannung, bei dessen Verwendung geht plus an die Klinge, minus an den Stempel. Gleichstrom scheint deutlicher in die Tiefe zu gehen, also schneller Material aus dem Stahl herauszunehmen.

      Zum Beschriften verwende ich Dauerschablonen, die nach selbsterstellten Grafiken hergestellt werden. Lieferant ist die Fa. Schilling, ich hoffe, daß es nicht gegen die Forenregeln verstößt, das hier zu sagen. Diese Markierschablonen erinnern von Struktur und Material ein wenig an Kleinbild-Dias. Es handelt sich um ein beschichtetes, sehr feinmaschiges Netz. Die Beschichtung ist an denjenigen Stellen, an denen Material abgetragen bzw. verfärbt werden soll, entfernt, so daß nurmehr das Netzmaterial vorhanden ist.


      Abb. 1: Netzteil (Wechselspannung), Schablone, Stempel

      Die Schablone wird mit Tesa/Scotch-Band auf der Klinge an der betreffendenStelle fixiert, die Netzteilkabel auf die bekannte Art angeklemmt unddann wird "geätzt". Es ist wohl unvermeidlich, daß die Flüssigkeit (sei es Salzwasser oder speziell für diesen Zweck geschaffene Elektrolyte) sich zwischen Schablone und Metalloberfläche verteilt. Das schadet aber meiner Erfahrung nach nicht, denn entscheidend für den Materialabtrag ist der Stromfluß, während die Flüssigkeit im Wesentlichen die Aufgabe hat, das leitende Medium zu bieten. Wenn man davon ausgeht, daß der Strom sich den kürzesten Weg sucht, wird er dort, wo kein unmittelbarer Kontakt zwischen Stempelfilz und Elektrolyt besteht, nicht, oder nur sehr geringfügig fließen. Ich bekomme jedenfalls trotz sehr kleiner Typographie in den "Dias" sehr scharf gezeichnete Markierungen.


      Abb. 2: Scharfe Zeichnung meines für meine Fähigkeiten etwas angeberisch geratenen Logos

      Man kann an den Bildern die Eigenart und das Material der Schablonen ganz gut erkennen. In dem abgebildeten Beispiel hatte ich die Schablone gar nur mit einem Tesastreifen befestigt, um durch Hochklappen zwischendurch prüfen zu können, ob der Brand schon ausreicht. Das ging, ohne daß es Verschiebungen oder Unschärfen gegeben hätte.

      Da ich die Schablonen bestellt hatte, habe ich als weitere Ausrüstungen für geringes Geld einen dieser Carbonstempel, Filz und ein Elektrolyt eigens für rostträge Stähle dazu bestellt.
      feilt seit 10 2018

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von BLB Blades ()

    • Peter_H schrieb:

      Vorbereitete Klinge, in meinem Fall VOR dem härten, geht aber anscheinend auch danach, ist wohl besser
      Ob du das vor oder nach dem Härten machst ist glaube ich völlig wurscht, nur wenn man die Stelle noch einmal schleifen will, leidet uU das Logo. Danke, dass du die Bilder eingestellt hast!
      Grüße!
      Benjamin
    • Vor der Wärmbehandlung hat den Nachteil, dass die Markierung eventuell wieder komplett herunter geschliffen wird, dann nämlich, wenn sie nur recht flach ist und man ohne besondere Vorkehrungen härtet und abschreckt.
      feilt seit 10 2018