Auferstanden aus Ruinen... - Sammlung meiner restaurierten Äxte und Beile

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    • Auferstanden aus Ruinen... - Sammlung meiner restaurierten Äxte und Beile

      Hallo und guten Abend,

      ich hatte es ja schon angekündigt, dass ich ein eigenes Thema aufmache, sobald die erste Axt vollständig fertig ist.

      Hier ist nun der erste Kandidat. Eine Zimmermannsaxt von DAM (soweit ich den Stempel entziffern kann). Ich habe den Kopf aus Frankreich, ob er auch dort hergestellt wurde, bleibt leider im Dunkeln, da ich keine weiteren Angaben recherchieren konnte.
      Als Stiel habe ich den einer Kreuzhacke verwendet und entsprechend modifiziert. Jetzt ist der Kopf leicht ausgesellt, was bei einem einseitigem Anschliff sehr von Vorteil ist. Man kann das sicherlich auch noch extremer machen, aber dann braucht man wohl auch entsprechend verlaufende Holzfasern, sonst macht man den Stiel m.E. da schwach, wo es drauf ankommt.

      Man kann es auf den Fotos recht gut sehen, die Rostnarben sind enorm, da ist leider nichts zu retten. Runterschleifen mag ich eh nicht und wenn ich es hier probiert hätte, wäre vom Blatt wohl nicht mehr viel übrig gewesen. So bleiben also immer ein paar Scharten, aber das ist fürs grobe Zurichten von Holz wohl zu verschmerzen. Die Härte scheint jedenfalls noch sehr gut zu passen, funktioniert an trockener Esche bestens.

      Die Lederscheide habe ich diesmal genietet. Ich mag eigentlich keine Nieten, aber diese massiven Kupfernieten mit Nietscheibe sind echt stabil und es passt aus meiner Sicht zum rustikalen Charakter der Axt.

      Noch ein paar Maße:

      Länge des Stiels: ca. 55cm
      Länge der Schneide: ca. 20,5cm
      Gewicht gesamt: 1522g

      Viel Spaß beim Schauen.











      Schönen Gruß
      Frank
    • Hallo Frank,
      schön das du einen eigenen Thread aufmachst und noch besser das du mit so einem Schmuckstück startest. Die Axt ist klasse geworden und die Rostnarben gehören einfach dazu und stören kein bisschen. Die genietete Lederscheide passt perfekt. Gefällt mir sehr gut :thumbsup:

      Viele Grüße Alex
      Blood, Sweat and Musclecat!
    • Hallo Frank,

      klasse Teil, schön restauriert.
      Ich habe in letzter Zeit immer wieder, u. A Deine Beile bewundert, die sehen anders aus als meine, auch weil sie eine schönere Form haben.
      Doch gestern ist mir erst mal klar geworden, warum mir meine Beile nicht so gut gefallen.
      Ich habe sie zum Teil sauber geschliffen, anstatt sie nur zu entrosten und die Marken, die der Rost hinterlassen hat so zu belassen.
      Leider habe ich weitere schon vorgeschliffen, die dann auch nicht so ihr Alter zeigen können.
      Warum ist mir das nicht schon vorher aufgefallen. Manchmal steht man einfach auf dem Schlauch.

      Gruß
      Peter
    • Erst mal Danke für all die Daumen und netten Kommentare!

      @Peter Ich mag mir da kein Urteil erlauben, ob nun geschliffen schöner ist oder nicht, da hat wohl jeder seinen Geschmack. Ich mag Äxte, an denen man noch die Schmiedespuren sieht, daher war es für mich nur logisch, auch bei meinen alten Exemplaren so viel zu erhalten, wie nur möglich. Deshalb habe ich auch so viel zum Thema Entrosten ausprobiert und bin nun endlich auf die m.E. beste Methode gestossen.
      Das Schleifen hat wahrscheinlich den Vorteil, dass du sie etwas einfacher pflegen kannst und vielleicht ist es ja zum Arbeiten sogar von Vorteil. Ich drück dir die Daumen, dass du von den übrigen noch so viel wie möglich erhalten kannst. Andernfalls musst du dir eben noch ein paar neue Patienten suchen. Jetzt verstehst du auch, wie sich das Axtvirus so schnell ausbreiten kann :D .

      Schönen Abend.
      Gruß
      Frank
    • Hallo Frank

      Handwerklich habe ich keine Erfahrungen mit Axt oder Beil oder sonstigen Hauwerkzeugen ,aber dies gefällt mir sehr gut . :thumbup:
      Sehr schöner Eschenstiel , tolle Patina und der Schneidenschutz passt sehr gut dazu :thumbsup:
      Tolle Arbeit

      Beste Grüße
      Tom
      Et hätt noch immer jot jejange
    • Hier kommt dann die Nummer 2. Der Stiel diesmal selbst aus Esche hergestellt. Die Form habe ich mir von einer älteren Axt abgeschaut, die ich mal auf dem Flohmarkt mitgenommen habe. Der Stiel war eigentlich für meine Elwell gedacht. Da ging aber das Einstielen schief und ich habe sie dann eben an das kleinere Auge des 800g Beils angepasst. Sieht etwas unorthodox aus, aber ich finde die Handlage gar nicht schlecht.

      Zum Kopf kann ich mein neu erlangtes Wissen von Jörg @Blaek_on_Holt weitergeben. Falls ich was falsch widergebe Jörg, bitte gerne korrigieren.

      Hersteller ist die Erste Lausitzer Werkzeug und Hackenschmiede (Werkzeugfabrik Trept) mit der Schutzmarke Werkzeugfabrik Trept aus Grossschönau. Herstellungszeitraum zwischen 1956-1964. Bei der Angabe 55C2 gehe ich davon aus, dass es die Stahlbezeichnung ist. Die Gewichtsangabe von 800g passt nicht ganz, es waren glaube ich so um die 720g, die der Kopf jetzt noch wiegt. Allerdings ist da im Laufe Zeit ein wenig weggeschliffen worden.

      Noch ein paar Daten:

      Länge des Stiels: ca. 45cm
      Länge der Schneide: 10,3cm
      Gewicht gesamt: 1027g











      Schönen Gruß
      Frank
    • Mir gefällt er ja auch, üblicherweise ist der Stiel aber mit zwei Bögen versehen. So macht er eher einen Buckel und der Schwung unter dem Axtkopf ist quasi nicht vorhanden, kommt vielleicht auf dem Bild nicht so rüber. Deshalb unorthodox, aber wie gesagt, von der Handhabung her bin ich echt zufrieden und man kann ja den Horizont auch mal erweitern.

      Schönen Gruß
      Frank
    • Weiter im Programm.
      Der Kopf stammt aus dem RAW Leipzig (Reichsbahnausbesserungswerk Leipzig). Das Werk wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut und hatte 1989, vor der Wende, 2300 Beschäftigte. Gehört wahrscheinlich zur Ausstattung einer Dampflok. Die letzte fuhr in Leipzig am 17.11.67. Also irgendwann davor wurde sie wohl mal herstellt, ob vor Ort oder durch einen Zulieferbetrieb ist leider unklar.

      Der Stiel ist gekauft, wurde aber überarbeitet. Ich habe ihn ein Stück am oberen Ende gekürzt und auch den Griffabschluss anders gestaltet. Die Maserung der Esche geht schon fast in Richtung Olivesche, gefällt mir gut. Die Faserausrichtung ist mit ca. 45 Grad nicht ganz optimal, aber sollte bei der Länge des Stiels kein Problem sein.
      Verkeilt mit einem Buchenholzkeil und anschließend mehrere Schichten vorgewärmten Leinölfirnis und abschließend Wachs. Durch das Öl quillt das Holz im Auge nochmal ordentlich nach und durch den Überstand über dem Kopf sollte sich da nichts mehr lösen, denn das Holz geht da nochmal mehr auf und ist demnach größer als das Auge. Mach ich immer so, hatte den Arbeitsschritt aber bisher nicht beschrieben, hier also der Vollständigkeit halber.

      Der Kopf war ziemlich genau 1000g schwer. Da ich nun bereits zwei Köpfe von denen besitze, muss ich sagen, die hatten ihre Gewichtsangaben sehr gut im Griff. Die Angabe des Stempels weicht bei meinen anderen Köpfen auch gerne mal weit über 100g ab.

      Die Lederscheide hat ein paar lustige Streifen bekommen. War keine Absicht, kommt aber dabei raus, wenn man bei Lederfarbe auf Alkoholbasis die Heißluftpistole zum Trocknen benutzt. Ist ein kleiner optischer "Makel" aber damit kann ich gut leben, tut der Funktion ja keinen Abbruch.

      Länge des Stiels: ca. 45,5cm
      Länge der Schneide: 10,5cm
      Gewicht gesamt: 1374g











      Schönen Gruß
      Frank

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von friluftslivet ()

    • Vorerst die letzte, die ich euch zeigen kann.

      Ich hatte ja schon mal ein wenig im Thema Axtvirus geschrieben.

      Über die Firma Elwell kann man im Netz zwar etwas in Erfahrung bringen, aber über diesen speziellen Kopf leider nur wenig bis gar nichts. Im Original war der Stiel wesentlich länger, so um die 70-80cm, da es sich wohl um eine Fällaxt handelt. Sie wurde wahrscheinlich größtenteils in die USA exportiert. Zumindest habe ich dort einige Exemplare im Netz gefunden. Der Kopf wiegt ca. 1 Kilo, ist demnach in der 2lbs-Klasse angesiedelt. Das Blatt ist sehr schmal, sie sollte sich also gut zum Schnitzen eignen.

      Den Stiel habe ich wieder selbst aus Esche hergestellt. Aus dem ersten Teil des Holzstücks habe ich den Stiel für die Axt aus Beitrag 8 gefertigt. Der andere Teil kam hier zum Einsatz, man beachte den Farbunterschied im Holz und ich habe genau die gleiche Öl-/Wachsbehandlung gemacht. Das finde ich so spannend an Holz, immer wieder für eine Überraschung gut.

      Länge des Stiels: ca. 50cm
      Länge der Schneide: ca. 12cm
      Gewicht gesamt: 1362g














      Schönen Gruß
      Frank

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von friluftslivet ()