Blaupfeil Fertigungsthread

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    • Hallo Community!
      So, jetzt geht es also los - ein wenig früher als erwartet: ich genieße gerade ein langes Wochenende in Frankreich - und habe mir bewußt die Zeit genommen, um spezielle Eindrücke zu sammeln, die in mein Messerdesign für den Wettbewerb einfließen.
      Frankreich macht mich irgendwie "runder" - auch meine Messerdesigns.
      Hier nun Eindrücke von Heute, die mich bewegen:







      Und hier erste Entwürfe danach....




      Ich werde weitere Eindrücke sammeln, den Wein hier im Burgund genießen und Sonntag, wenn ich wieder zurück bin, meine Entscheidung für einen Entwurf treffen.
      :)


      Keep you posted....
      Liebe Grüße,
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


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    • ...wieder ein Tag voller Eindrücke!

      Ich liebe diese einsame und teilweise menschenleere Landschaft: sie beruhigt, bringt Konzentration - Fokus auf das Wesentliche.


      Bezogen auf das Messerdesign war heute die Kombination aus geraden und geschwungenen Linien auffällig - aber auch horizontale und vertikale Ausrichtungen...









      Umgesetzt auf ein Messer sieht das dann für mich so aus:




      Dieser Entwurf ist aktuell mein Favorit - wenn nichts dazwischen kommt, mache ich mich morgen an die ergonomische Optimierung und dann geht es an den Stahl :evil:

      Beste Grüße,
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


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    • ...noch ein paar Gedanken zum Design:

      Die 12cm Klingenlänge werde ich nicht ausnutzen - ein Messer dieser Dimension scheint mir für den universellen Outdooreinsatz einfach zu groß.
      Wenn ich mir angucke, welche Messer ich tatsächlich mitnehme, so sind das meistens Klingen um die 10cm max und eine Gesamtlänge um die 21cm - hat sich für mich einfach bewährt.
      Das Messer soll robust und zuverlässig sein.
      Eine ordentliche Spitze haben und eine gut bauchige Klinge.
      Schwerpunkt in der Mitte, auch die Spitze in der horizontalen Mitte der geschlossenen Hand.
      Es soll vertrauenserweckend in der Hand liegen, aber auch nicht zu schwer sein.
      Und einen gut ausgeformten Griff haben, der richtig gut in der Hand liegt.

      Und schließlich für mich persönlich wichtig: das Messer soll eine besondere Form haben, etwas das man nicht schon tausendfach gesehen hat.
      ...Letzteres ist dann meist die wirklich große Herausforderung, weil es schon viele richtig gute, bewährte Designs gibt, aber das ist eben Teil des Ansporns :D ..
      Beste Grüße,
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • An den Computer...

      ...so, jetzt wurde der Favorit mal in den PC übertragen:





      ...und die Konturen in Inkscape angepasst - jetzt ist mal die Grundform übernommen:





      Tja, und dann habe ich ziemlich lange herumprobiert, bis mir die Gesamtform endlich gefallen hat. Im Vergleich zum Original ist das Messer in den Dimensionen ein wenig flacher, mit artikulierterer Spitze.
      Ich will das Messer ja möglichst "führig" und leicht halten, aber dennoch die Optik von Backen behalten - daher werde ich versuchen, den Griff aus zwei unterschiedlichen Kompositmaterialien zu gestalten...
      Das würde dann ungefähr so aussehen:




      Bei der Gestaltung der Fangriemenöse muss ich noch ein wenig in mich gehen, wie ich sie gerne hätte - entsprechend der oben dargestellten Optionen könnte das von 'verdeckt' über eine Doppel-Lösung, bis hin zur ganz reduzierten großen Variante gehen...
      Ein Langloch, wie ich es bei den "Eclats" realisiert habe, kommt hier für mich nicht in Frage, da der Griff für ein universell einsetzbares Messer in jeder Lage perfekt in der Hand liegen muss - und dafür braucht es einen Griff, der nirgendwo unterbrochen ist.

      So und nun geht es ans Anfertigen einer Schablone um die Handlage zu überprüfen...

      Beste Grüße,
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


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    • So, Gentlemen,
      Hier nun das letzte mal ein paar Gedanken zum Design, die ich gerne los werden möchte – wirklich nur für diejenigen, die es interessiert.
      Mit dem Messer selbst geht es beim nächsten Eintrag weiter!

      Manchmal kann ich Messer nicht mehr sehen! Ich beschäftige mich oft dermaßen intensiv mit der Materie, dass irgendwann der Moment kommt, wo ich mich zwingen muss etwas anderes zu tun, weil ich sonst unleidlich werde.
      Massiv unleidlich…


      So geschehen vorgestern, als ich meinen Entwurf für den Wettbewerb auf Handlage geprüft hatte: nach einigen kleinen Adaptionen (Griff ein wenig ‚dicker‘, oben ein wenig ‚bauchiger‘) hielt ich das Dummy in der Hand und plötzlich gefiel es mir nicht mehr.










      Wie hatte Alles angefangen? Naja, zuerst hatte ich mich im Internet mal schlau gemacht, was denn ein „Outdoormesser“ so ausmacht.
      Ich habe meine eigene Meinung dazu (die sich in erster Linie auf Schnitzen, Salami und Gegrilltes schneiden, Pilze oder irgendwelche anderen Dinge ab-, auf- oder kleinschneiden bezieht ;-)).

      Aber da ist ja mehr: „Bushcraft“ zum Beispiel. Ein toller Begriff, wie so viele aus dem Englischen, sehr treffend - aber muss mal mit "leben" gefüllt werden.

      Naja, und da fand ich folgende Kriterien, die ein gutes Outdoor-/Bushcraft Messer haben soll unter kerrytracker.blogspot.be/2009/…ting-bushcraft-knife.html auch mit guten Erklärungen, warum (das bitte bei Interesse im Link selbst nachlesen):

      è Full Tang – kein Problem für mich – Flacherl ist sowieso meine bevorzugte Methode um feststehende Messer zu machen
      è Non serrated edge – Ja, kann ich nachvollziehen, da die Einkerbungen nur in speziellen Anwendungen Sinn machen und sonst eher stören (außerdem Mehrarbeit beim Herstellen…), also auch kein Problem
      è Single edged – kein Problem, siehe oben
      è Drop point – das könnte eine potentielle Einschränkung im Design sein – dennoch, seine Argumente leuchten mir ein – daher werde ich die Spitze tatsächlich absenken
      è No longer than your pinky to outstretched thumb – DAS fand ich richtig gut! Ich bin sowieso der Meinung, dass große Klingen nur in bestimmten Aufgaben hilfreich sind – und die Regel, dass ein ideales Outdoormesser nicht länger sein soll als von der Spitze des Kleinen Fingers zur Spitze des Daumens bei gespreizten Fingern, ist mal richtig griffig – kommen bei mir ca. 21cm rum
      è Carbon vs. Stainless steel – tja da wiederum bin ich nicht 100% überzeugt, gerade im Outdoorbereich haben beide Stähle ihre Berechtigung und es gibt mittlerweile m.E. auch gute röstträge Stähle

      Ein kleines schlichtes Messer in dieser Art habe ich ja gerade im Bau - daher fiel das für den Wettbewerb von vornherein aus.

      Na gut, ich habe diese Vorgaben weitestgehend umgesetzt und meinen persönlichen „Rainer’s speziall Design-Hexenstaub“ drauf gemacht…
      Es sind oft nur kleine Änderungen, die dann aber ein Design zum Kippen bringen können – was machen?
      Was geht vor, das außergewöhnliche Design, oder die Anwendung? Das, was „anmacht“ oder die tatsächliche Nutzung?

      Nun, viele hier werden sehr schnell eine klare Antwort haben – bei mir ist aber ein Teil meines Antriebs (habe ich ja schon geschrieben) etwas tatsächlich „Neues“ zu kreieren, etwas das ich so nicht kaufen kann. Daher spanne ich diesen Bogen doch weiter – vor Allem, wenn es um „Spezialisten“ geht. Ansonsten wäre die Welt meiner Meinung nach seit Loveless fertig mit neuen Designs im Bereich Schneidwaren ;)

      Beim Outdoormesser gibt es aber keine Kompromisse – es funktioniert, oder wir vergessen die Sache: was bringt mir ein schönes Messer, wenn es am Berg, im Wald, gerade wenn ich es wirklich brauche, versagt? Richtig – gar nichts! Und da gehört eben auch dazu, dass eine Handlage auch bei längerem Gebrauch nirgends „zwackt“ und ich keine Blasen kriege, dass die Klingengeometrie universell ausgelegt ist – und kein „Schnickschnack“, der irgendwann versagen könnte.

      Zurück zu Vorgestern: ich hatte mir selbst die Vorgabe gesetzt, dass „mein“ Outdoormesser in allen Lagen gut funktionieren soll – tat es nicht. Ich fand keine Lösung. Also habe ich mich mal vor die Glotze gesetzt, mich von einer Dokumentation berieseln lassen und – nochmals nachgedacht, nachdem ich den Kopf halbwegs frei hatte…

      Und dann war es plötzlich ganz einfach: was würde ich GERNE in der Hand halten, wie muss ein Griff zur Klinge gewinkelt sein, damit ich ein Messer GERNE verwende – ich weiß, das klingt so furchtbar banal, dass es mir fast peinlich ist, es hier reinzuschreiben. Andererseits ist es für jemanden wie mich, der sehr an der Form orientiert ist, tatsächlich ein gutes Kriterium! Vor allem in Ergänzung zu der alten österreichischen Schilauf-Weisheit: wenn es gut aussieht, ist es auch gut! ;)

      So, und dann habe ich das Ganze nochmals überarbeitet und plötzlich lief es wie am Schnürchen. Herausgekommen ist diese Version des ursprünglichen Designs, die für mich Zuverlässigkeit, Führigkeit und „benutzen wollen“ ausdrückt, und dabei super in der Hand liegt – DIESES Messer werde ich gerne tragen:
      è Die grobe Riffelung am Rücken hat sich schon bewährt, sie gibt mir eine zusätzliche Kontrolle, die ich nicht mehr missen mag
      è Die Fingermulde zum „eng“ Greifen ist mir mittlerweile auch lieb geworden – ich mag es, beim Gebrauch des Messers auch mal Umgreifen zu können, für feine Arbeiten die Klinge quasi ‚in die Hand‘ zu nehmen und dabei trotzdem sicher zu sein, dass man nicht in die Schneide abgleitet
      è Dazu auch die Absenkung vor der Spitze – das hat sich überraschender Weise beim Eclat sehr bewährt, wenn man die Spitze präzise dirigieren möchte
      è Eine starke Spitze, weil ich zwar zur Not auch mal filigranere Arbeiten damit ausführen kann, aber mir dennoch keine Sorgen machen brauche, dass mir das Teil abbricht, wenn ich irgendetwas aus einem Baum herauspopeln muss, oder das Messer wo eintreibe
      è Bringt mich zum nächsten Punkt – das „Heck“ ist so ausgelegt, dass ich auch mal mit einem Holzstück draufschlagen kann, wenn es sein muss, das gilt auch für den Klingenrücken mit definiertem „Schlagbereich“ (habe ich an den Eclats bereits umgesetzt und funktioniert wirklich gut)
      è Der Griff selber ist in Summe weniger „artikuliert“, als bei mir sonst üblich – dies ist der universellen Handlage geschuldet, wahrscheinlich werde ich die Schalen aber in der Aufsicht deutlicher ausformen (wie bei den Griffen des Eclat 1.1)
      è Die Fangriemenöse werde ich verdeckt setzen, damit wiederum nichts meinen Griff, bzw. die umfassende Hand stört
      è Gesamtlänge 21cm, Stahl 1.4528



      Ob ich den "Double Grind" umsetze, weiß ich noch nicht - vielleicht baue ich auch gleich 2, eines mit, eines ohne - mal sehen.
      Ich stecke immer viel "Hirnschmalz" in den Anfang eines Projektes - liegt daran, dass ich nicht später draufkommen will, dass ich einen fundamentalen Fehler im Design gemacht habe, denn dann macht mir das ganze Projekt keinen Spass mehr :whistling:
      Beste Grüße
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • OK, los geht's!

      Man sollte nicht glauben, aus wie wenig man ein klasse Messer bauen kann:




      Naja, beim Material für die Beschalung ist noch nicht das allerletzte Wort gesprochen - mal sehen, was ich nächste Woche aus US mitbringe... Da kann sich eventuell noch etwas ändern :)


      Dann die Walzhaut entfernt - brutal und schmutzig...




      Sieht doch schon viel besser aus!


      Als nächstes die grobe Form aussägen (ja, das ist eine umgebaute Kappsäge - war billig und funktioniert seit Jahren ohne irgendwelche Probleme :thumbup: )





      Und so sieht das mal grob aus:




      Morgen geht es dann an den Bandschleifer....

      Beste Grüße
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • So, heute Abend noch schnell die erste Klinge versäubert und eine zweite - ich nenne es mal "Ersatzklinge" vorbereitet.

      Warum eine zweite Klinge? Naja, ich habe zwei Ideen bezüglich der Beschallung, die mir beide sehr gut gefallen - eine ist sehr praktisch orientiert, das ist die G10/Mikarta Variante. Die andere konterkariert bewusst die moderne Form der Klinge mit klassischem Material 8) ... wenn es sich zeitlich ausgeht, werde ich das auch probieren.

      Also zuerst nochmals eine Skizze aufkleben, aussägen...


      Dann den Bandschleifer vorbereiten


      Wichtig ist der absolute rechte Winkel zwischen Schleifband und Auflagefläche ;)


      Für das erste Entgraten natürlich mit einem schon gut gebrauchten Band - erst dann kommt das neue Band zum Einsatz. Leider kann ich das nicht filmen: es ist unglaublich, wie selbst ein 80er Band den Stahl frisst wenn die Geschwindigkeit hoch genug ist.


      Dann noch mit einem gebrauchten 120er über die Kontur gegangen


      und die Flächen mit Schleifpapier grob gesäubert... so sehen sie bis jetzt aus, die Schätzchen:


      Beste Grüße,
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • ...nächste Schritte - ab nun für beide Messervarianten leicht unterschiedlich:








      Nochmals Test der Handlage - ich bin ehrlich gesagt ziemlich begeistert, wie die Form in den verschiedenen Griffpositionen die Finger um die Klinge führt!
      Das lange Tüfteln scheint sich gelohnt zu haben - bin schon gespannt, wie das mit den Scales wird...

      Grüße,
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • ...und weiter:









      ... Schraubenlöcher schneiden... verputzen :D .... die passende Musik :thumbsup: ... Klinge für den Klingenschliff vorbereiten ... Winkel einstellen....

      So, Jungs und jetzt geht es zum Flughafen und für eine Woche in die Staaten - melde mich wahrscheinlich von unterwegs und zeige das Schalenmaterial, das ich hoffentlich drüben bekomme, aber weitere Bilder vom "Machen" dann erst ab Sonntag wieder....

      Beste Grüße,
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • Hallo Freunde, zuerst mal beste Grüße aus Atlanta - es ist eine Freude, die vielen guten Berichte hier zu lesen und es juckt mich schon in den Fingern, am Wochenende wieder weiter zu machen!


      Gestern bekam ich endlich meine heiß erwartete Lieferung mit Material für eine Variante mit 'natürlicher' Beschalung.

      Dazu ein paar Gedanken: ich habe mich in den letzten Monaten sehr intensiv mit eher "taktischen" Messern beschäftigt.
      Da versteht jeder natürllich etwas Anderes darunter, aber für mich sind das kurz gefasst alle ultrarobusten Messer mit maximal verschleissfesten - daher nicht natürlichen Materialien.
      Unser kleiner Contest und die Auseinandersetzung mit dem Thema "Outdoor" wiederum haben in meinen persönlichen Designbaukasten einen neuen Designfaktor eingeführt: "Sympathie"
      Das geistert bei mir seit ein paar Wochen im Kopf herum: warum sind mir bestimmte Messer, wie zum Beispiel ein alter Jagdnicker mit Hirschhorngriff, einfach sympathisch? Warum will ich ihn benutzen? Warum kann ich ein altes Rebmesser nicht aus der Hand legen? Warum arbeite ich in der Küche am liebsten mit einem uralten französischen Kochmesser mit angelaufener Klinge und angekokeltem Griff?
      :wub:

      Tja und das führt mich zu etwas Neuem, etwas das ich gerne ausprobieren möchte: moderne Klingenform, taktischer Anspruch, aber irgendwie sympathisch....
      Geht nicht? Unvereinbar?
      Gucken wir mal!

      Anbei mal das Material das ich mir bestellt hatte und mir meine liebe Kollegin ins office mitbrachte:


      Gefällt mir schon ganz gut, obwohl ich mir vom "Büffelhorn mit Borke" mehr erhofft hatte, naja, vielleicht sieht es besser aus, wenn ich es anschleife - sehe ich dann am Wochenende.
      Nach wie vor bleibt aber mein Favorit für diese Variante ein altes Hirschhorn....
      Naja, es bleibt spannend.

      So long,
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • ...endlich bin ich wieder zum Werkeln gekommen - mein Vorsatz, schon gestern direkt nach der Ankunft loszulegen, wäre aber fast in die Hose gegangen: ich war so unkonzentriert, dass ich fast eine Klinge verschliffen hätte...

      Also, die nächsten Schritte:
      ich beginne mit dem komplizierteren "double Grind", diesen habe ich relativ ausgeprägt angelegt - also recht hoch ausgeschliffen im "Feinarbeitsbereich" und sehr stabil für die Spitze. Damit ist das Messer einerseits sehr schneidfreudig, aber die Spitze ist noch immer stark genug um irgendwas irgendwo rauspullen zu können, oder das Teil wo einzutreiben.
      Naja, so ein double-grind ist mit dem relativ "breiten" Schleifband von 5cm und einem erlaubten Schleifbereich an der Klinge von etwas über 6cm eine echte Herausforderung, weil man praktisch keine Möglichkeit zur Korrektur hat, also die Klinge kaum quer zum Laufband bewegen kann. :pinch:
      Daher war da noch ordentlich Handarbeit angesagt, aber mit dem Ergebnis bin ich ganz zufrieden:
      (Datei fehlt - wenn ich das Bild nochmals finde, lade ich es hoch)

      Übrigens kleiner Tip: ich halte immer noch ein Stück Holzlatte an den Bandschleifer, wenn ich mit der Einstellung für den Anschliff einer Klinge zufrieden bin - damit habe ich immer eine Referenz, wenn ich nach dem Härten nochmals drüber schleifen muss:
      (Datei fehlt - wenn ich das Bild nochmals finde, lade ich es hoch)

      Dann noch den zweiten Schliff anbringen (DAS wiederum ein Kinderspiel im Vergleich ;) )
      Und es sieht so aus:
      (Datei fehlt - wenn ich das Bild nochmals finde, lade ich es hoch)

      Als nächstes zum Entspannen dann bei der zweiten Klinge den Schliff angebracht - bei dieser Klinge, die ich eventuell mit eher klassischem Griffmaterial versehen will, kommt ein durchgehender Flachschliff zum Einsatz (irgendwo zwischen den beiden Schleifwinkeln des double-grind) - das passt dann einfach besser zu den Schalen (seht Ihr weiter unten).
      (Datei fehlt - wenn ich das Bild nochmals finde, lade ich es hoch)

      So, jetzt sind die Klingen mal grob fertig (vor dem Härten kommt dann noch: setzen der Jimpings, Fangriemenöse, alles sauber überschleifen):







      Und nun stellt sich die Frage der Beschalung... hier einmal ein paar Varianten, die mir ganz gut gefallen:













      ...das Design werde ich eventuell "Lux" nennen - Erklärung folgt die Tage!



      Beste Grüße
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • endlich geht es wieder weiter: ich hatte ein "Missgeschick": beim Verputzen der Klinge mit dem Double-Grind ging der Schliff durch eine Unachtsamkeit flöten... das alte Teil kann ich kübeln - obwohl ich sonst durchaus über meine Gefühlswelt zum Thema Messer schreibe, erspare ich Euch das jetzt mal :ill:


      Also das ganze Messer nochmals aufgesetzt...


      Heute habe ich angefangen, das Griffmaterial vorzubereiten: für die eher taktische Variante mit dem double-gind habe ich mich schlussendlich für G10 in "Midnight Tiger" entschieden... das klingt irgendwie geil :D - aber in erster Linie gefällt mir die Farbkombination. Um es nicht zu düster werden zu lassen, kommt eine dunkelrote Fibereinlage.







      Hier mal eine Vorschau auf die Lösung für die Fangriemenöse:




      Und das werden die Backen für die "sympactical" Variante :thumbup:



      Mal sehen, ob ich heute noch eine der beiden Klingen härten kann - sonst halt morgen...

      Beste Grüße
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • Zwei Versionen von einem Messer zu machen ist irgendwie "anstrengend" - aber ich bin halt so ein verdammter Starrkopf: wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, MUSS ich es umsetzen... naja, wahrscheinlich mein Sternzeichen...

      Andererseits macht es auch Spass, ein und demselben Design zwei unterschiedliche Charaktere zu geben - das eine kühl, ausschließlich an der Funktion orientiert, das andere ein wenig üppiger, ohne die Funktion zu vernachlässigen. Ich bin selbst schon gespannt, wie sich die Versionen schlussendlich unterscheiden.
      Noch ein wenig gewerkelt.

      Zuerst mal die Backen für die Version "sympactical" provisorisch montiert und angerissen:




      Dann ging's weiter mit dem Vorbereiten fürs Härten für die toughe Version - zuerst mal die Jimpings oben an der Daumenauflage gesetzt:




      Und den Härteschutzlack aufgetragen (2 Schichten):




      Morgen geht's weiter ^^

      Beste Grüße
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • OK, heute habe ich die double-grind Klinge gehärtet.

      Zuerst mal den getrockneten Härteschutzlack kontrolliert




      Hier mein Härteequipment - der Ofen ist zwar schon ein älteres Modell, aber ich liebe diese grundsoliden und zuverlässigen Teile :wub:
      Die elektronische Steuerung arbeitet genau und ich kann zwei Temperaturrampen fahren: für das Messermachen ideal....

      Um das Härteöl genau auf Temparatur zu fahren, verwende ich ein Laborgerät: das hat nicht nur eine exakte Temparatursteuerung, sondern auch einen berührungslosen Magnetrührer (ein Magnet bringt kleine Keramikstäbchen im Behälter zum rotieren), der mir sicherstellt, dass das relativ zähflüssige Öl gleichmäßig erwärmt ist... Lohn des Aufwands: ich hatte bis jetzt noch keine einzige Klinge mit Härteverzug (3 mal Holzkopf!!!)





      Das ist der Moment, wo ich stets ein wenig angespannt bin: nicht umsonst sagt man, dass das Messer beim Härten seine Seele bekommt.... :evillol: :hexe:





      So, sieht gut aus, die Klinge ist schnurgerade....



      Dann ging's ab in den zweiten Laborofen und schön zweimal 1h angelassen!
      In der Zwischenzeit habe ich die Damaszenerbacken für die andere Klinge vorbereitet, angepasst, gebohrt...
      Und ordentlich gelüftet :blackeye: - die Rauchentwicklung beim Abschrecken ist echt gewaltig!

      Und gleich mal die Scales anprobiert :D





      So, noch schnell die zweite Klinge vorbereitet - wie Ihr seht, ist die Daumenauflage hier bewusst dezenter gestaltet - ich denke, das passt besser zu den Backen und dem natürlichen Griffmaterial...
      Eine durchgehende Riffelung war mir aber wieder zu langweilig - daher einen Mittelsteg gelassen: ich denke, das wird mit den Backen richtig gut aussehen.




      die kommt dann morgen dran zum Härten - zuerst ist wieder Handarbeit gefragt...




      Beste Grüße,
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • OK, jetzt muss was weitergehen, hier!
      Also Weib und Kind zum Einkaufen geschickt, Kampf- äh.. Werkstattmontur angelegt und "bereit, wenn Sie es sind" :evil: ....





      (ach so, Werkstatt sieht aus wie nach einem Bombeneinschlag - keine Zeit zum Aufräumen - jetzt wird gerödelt: wen es stört, bitte nur auf den fantastischen Dressman im Vordergrund achten und Hintergrund ignorieren!!)


      Als Erstes habe ich die zweite Klinge zum Härten vorbereitet. Da ich bei der Wärmebehandlung etwas eigen bin und absolut null Risiken eingehe, wurde die Klinge zuerst mal berußt:




      Dann sorgsam eingepackt



      Und ab in den Ofen, wo sie auf 1070° hochgeheizt wird und 5 Minuten gehalten .... selbe Prozedur wie gestern: Verbrennen von Weihrauch, Absingen spezieller Lieder und Ausführen geheimer Handzeichen (wenn's besonders gut werden soll, mache ich auch eine Kombination aus Hulla-Hoop und Limbo!) - sorry KEINE Bilder!

      Dann ab in's vorgewärmte Öl.
      Halbblind durch den Rauch gekämpft und die Klinge geprüft:
      Yup, ist gerade und - ritzt sehr schön :thumbsup:





      Jetzt ist sie gerade im Anlassofen.

      Nächster Schritt, die Scales an der ersten Klinge in Form bringen....

      I'll be back 8) ,
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • Mit den gehärteten Klingen geht das Arbeiten ja schon richtig "angenehm" von der Hand... :D

      Also, zuerst mal das Lux V1 mit den Scales bestückt und die Griffe ausgeformt - zuerst mal den Backenbereich:


      Und dann die Handlage schön griffig und geschmeidig gemacht:


      Sieht ja schon mal ganz vernünftig aus:




      Für die Fangriemenöse habe ich noch eine spezielle Idee - mal sehen, ob das funktioniert:





      Ja, das ist eine Tritium-Zelle. Ich möchte gerne versuchen, diese in den "Splint" einzusetzen.... Das Problem dabei: eigentlich hätte ich gerne Bronze als Kontrast, aber das sieht mit dem Grün der Tritium-Zelle vielleicht nicht so gut aus... mal sehen.



      Melde mich gleich nochmals mit einem kleinen Ausblick auf Lux V2 :thumbsup:

      Beste Grüße,
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • Next step...

      OK, ich denke, ich werde doch Hirschhorn verwenden für Lux V2:








      Es macht unglaublich Spaß, die moderne Klingenform mit den klassischen Materialien Damast und Hirschhorn zu kombinieren!
      Ich stehe irgendwie auf Gegensätze...
      8)


      Heute Abend werden noch die Backen gehärtet und die zweite Hirschhornschale aufgesetzt.
      Ich melde mich..

      Beste Grüße
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • ...eigentlich war heute Familientag... wir haben also das schöne Wetter genutzt und waren Wandern!

      Naja, aber am Abend habe ich dann doch noch mal kurz in die Werkstatt geguckt und das Lux V1 mal prinzipiell fertig gemacht.
      Was noch offen war, war die Konstruktion der Fangriemenöse.

      Wie schon angedeutet, wird diese mit einer integrierten Tritium-Zelle gebaut.

      Also zuerst mal den Splint gedreht, gebohrt und gesenkt:




      Dann das Tritium Element eingesetzt - und das Ganze sieht dann so aus:








      Mir gefällt das sehr gut: unter Tags ist das Ganze sehr dezent, in der Dunkelheit findet man das Messer aber sofort! 8)




      Was jetzt noch fehlt, ist etwas Feinarbeit, nochmals alles überschleifen, säubern, perfektionieren... dann ist es fertig.

      Jetzt ist natürlich auch klar, warum ich das Design "Lux" nenne - der Bezug zum Licht, aber mir gefiel auch, dass es wie "Luchs" klingt, was ganz hervorragend zum Thema Outdoor passt :) .



      Beste Grüße,
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..


    • OK, habe heute Abend wieder ein wenig gewerkelt und Lux V2 ist jetzt fast fertig :) :







      Morgen kommen die Damastbacken ins FE3CL, dann sanft überschleifen und finishen...




      Hier noch ein kleiner Nachtrag zu Gestern und dem Lux V1 8) :





      Eigentlich wollte ich ja keine Scheide bauen und mich mehr aufs Finishen konzentrieren - aber vielleicht mache ich zumindest noch ein Holster.... mal sehen...

      Beste Grüße
      Rainer
      Blaupfeil - the sky is the limit..