Microtech Mini Socom-MA Rich Red (Plain, Black Blade), Jahrgang 01/1999 - Ein Review

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    • Microtech Mini Socom-MA Rich Red (Plain, Black Blade), Jahrgang 01/1999 - Ein Review




      Zur Einleitung gleich das erste Sahnestückchen...
      ...die alten Cordura Pouches von Microtech suchen ihresgleichen, sind sehr hochwertig und perfekt gemacht.



      ...und ein Größenvergleich mit einem William Henry B30 - Saturn und einem Reeve Small Sebenza Regular.

      Dieses Microtech Folderchen entstammt noch der hochwertigen sowie einheitlich gleichmäßigen Fertigung aus 1999.
      Das Mini Socom gab es damals mit und ohne Serrations, mit und ohne beschichtete Klinge, als Automatik- oder Manuelle Version, mit Tanto- oder Drop Point-Klinge...
      ...sowie in diversen Farben (Blau, Rot, Schwarz/Anthrazit, Oliv, Braun...sogar Purple war mit dabei).
      Purple
      Soweit noch recherchierbar stammen die meisten farbigen Mini Socoms aus der Zeit Dezember 1998 - Januar 1999, jedoch scheint es eine (recht) aktuelle Produktion zu geben.

      Microtech hat damals in einer gleichmäßigen, sehr hochwertigen Qualität gebaut.
      Ber Messern aktuellen Baujahres hat man entweder Glück und erwischt ein gutes Messer...oder man bekommt eine nicht ganz so gute Qualität geliefert ;)


      Bei den Messern der damaligen Zeit wurde 154-CM als Klingenstahl benutzt. Die neuen Produkte haben u.a. auch eine CPM-S35VN- oder D2-Klinge.

      Und wieder einmal die Specs...

      -Hersteller: Microtech Knives, USA
      -Modell: Mini Socom-MA Plain Black Blade Rich Red
      -Herstellungsland: USA
      -Griffmaterial: Eloxierte Aluminiumlegierung
      -Klingenmaterial: 154-CM
      -Gewicht: 74g
      -Klingenlänge: 82,6mm
      -Grifflänge: 101,6mm
      -Gesamtlänge: 184mm
      -Klingendicke: ca. 3,5mm
      -Griffdicke: ca. 10mm ohne Clip
      -Verriegelungsart: Liner Lock
      -Klingenschliff: Flachschliff
      -Klingenfinish: Schwarze Beschichtung
      -Besonderheiten: Sehr stabile Bauweise trotz des Aluminiumgriffs.
      -Preis: Sammlerpreis, so um die 200 Euro MINT.

      Geschafft, ab zu den Fotos


      Die Box des Mini Socom sieht erst einmal sehr unspektakulär aus.


      ...doch öffnet man sie, kommt das schöne Messer zum Vorschein.


      Die Verarbeitung des Messers ist wirklich beeindruckend gut.
      Die Klinge sitzt absolut mittig, die Gummieinlagen in den Griffschalen sind perfekt eingepasst.
      Das Lanyard sieht aus, als sei es von Chris Reeve persönlich geknüpft worden...herrlich.


      Der Klingengang ist seidenweich, die Klinge steht geöffnet absolut spielfrei.
      Wieso das so ist - darauf möchte ich weiter unten eingehen.
      Die Klinge ist Out of the Box sehr sehr scharf, bisher das schärfste was ich Serienmäßig von einem Hersteller gesehen habe :thumb:


      Der Liner sitzt perfekt im ersten Drittel der Klingenwurzel.

      Hier ist eine kleine technische Revolution zu sehen:
      Der Locking Liner besitzt eine kleine "Doppelwelle", die sich gegen die Griffschale drückt.
      Der eingelegte Liner an sich ist aber nur durch eine Schraube mit der Griffschale verbunden!


      Der Klingenstop wird durch die beiden Griffschalen gebildet.
      Die beiden Thumb Studs in der Klinge werden in zwei Vertiefungen der Griffschalen aufgefangen.


      Die Daumenrampe ist sehr sauber und fein gearbeitet.
      Nichts drückt in den Finger, und trotzdem gibt die Riffelung genügend Grip.


      Die Handlage (Handschuhgröße 9-10) ist wirklich toll.
      Keine Kante, keine Ecke stört die haptischen Genüsse.


      Und hier kommt ein kleines Manko dieses Knifes.
      Man kann es nur wie oben gezeigt am Griff fassen.
      Will man (wie auf dem zweiten Bild zu sehen) den Daumen auf die Klinge legen - Ist sehr unbequem.
      Das zeichnet dieses Messer als taktisches Messer aus und beschränkt den Einsatz als EDC.
      Natürlich...Kartons und auch Folie stellen kein Problem dar.
      Will ich allerdings einmal mein Essen zubereiten, stoße ich an die Grenzen des Mini Socom.

      ...und wie gewohnt...

      ...gehört ein wenig Zerlegen mit dazu ;)


      Auch bei Microtech werden Bushings wie beim Small Sebenza von Chris Reeve verwendet.
      Das Bushing beim Mini Socom ist fast so gut gearbeitet wie bei meinem Smnall Sebenza Regular.
      Die Unterschiede sind wirklich minimal und beziehen sich nur auf die Fertigungstoleranzen bzw. dem Arbeitsaufwand.
      Im Internet kann man des öfteren lesen (und auch von Usern wörtlich vernehmen), dass man das Bushing etwas plan schleifen/entgraten muss.
      Dies wird bei Reeve durch personellen Einsatz gemacht - bei Microtech ist das ein winziges Manko, das jedoch schnell behoben ist.
      Und auch, wenn reeve noch geringere Fertigungstoleranzen besitzt - es fällt nicht wirklich ins Gewicht ;)


      Dieses Bild wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt für deses Review. An dieser Stelle vielen lieben Dank hierfür ;)
      Hier ist ein demontiertes MT Amphibian zu sehen.
      Auf den ersten Blick sieht alles völlig normal aus.
      Schaut man jedoch ein zweites Mal hin, wundert man sich über die leicht gewellte Gleitscheibe (Bent Washer).
      Dieser Washer liegt in einer Nut der linken Griffschale und drückt Klinge und Bushing gegen die gegenüberliegende Griffschale.
      So ist gewährleistet, das auch mit der Zeit kein Klingenspiel entsteht, und man einen gleichbleibenden Klingengang hat.
      Noch eine kleine technische Meisterleistung von Microtech!


      Was bei einem Sebenza richtig ist, kann man ja auch einmal bei einem Microtech versuchen.
      ...und siehe da, es klappt ;)

      So wird die ausgebaute Klinge wieder richtig eingesetzt, ohne dass es Klingenspiel gibt.


      Und zum Abschluss das Remontierte Mini Socom.

      Einige abschließende Worte...
      Das Mini Socom ist sicherlich ein feines Knife mit guten Eigenschaften.
      Die Verarbeitung ist sehr hochwertig und edel, und das für einen angemessenen Preis.
      Trotzdem stört mich ein wenig der taktische Hintergrund des Messers, um es als EDC benutzen zu können.
      Das wiederum ist reine Geschmackssache - und man kann ja auch problemlos auf das Amphibian umschwenken, das besitzt die benutzerfreundliche Form ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von S.J. ()

    • Wow!

      Tolles Review und für mich als Microtech-Dummie ein guter Einstieg ins Thema. Perfekt erklärt und tolles Bildmaterial.
      Sehr hilfreich auch die Ergänzungen und Kontrapunkte von Odin. Danke euch beiden!!!

      Die angesprochenen Tri-Wing Schrauben sind nach meiner Erfahrung in USA aber nicht so selten, dass man auf proprietäre und deshalb teure Werkzeuge zurückgreifen muss. In der Luftfahrt wird dieser Schraubenkopf schon lange verwendet, sowohl Boeing wie auch Airbus und Motorenhersteller (P&W) setzen bei kleinen Gewindedurchmessern (< 5/16") heute noch Tri-Wings ein. Entsprechende Werkzeuge (z.B. Bits) sollte es in amerikanischen Toolshops für kleines Geld geben. Snap-on und Craftsman sind qualitativ gute Hersteller für solches Werkzeug.


      Salü
      Thomas
    • Soweit mir bekannt hat MT nie aufgehört Messer zu bauen. In der "Durstphase" (für Deutschland), in der Toni meinte er müsse eine Steyr Aug nachbauen bzw. verbessern, sind dort hauptsächlich OTF´s gebaut worden. An einer PPK hat er sich glaube auch mal probiert. Ich glaube es war 2008, da hat MT auf der Blade von Freitag bis Sonntag über 400 OTFs verkauft. Warum also Manuals bauen.

      Zwischendurch gab es auch immer mal wieder Socoms und Socom Elites in D/A. Nur leider nichts für uns ;(