Angepinnt Titan, von mir anodisiert

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    • Japp, gefällt mir alles richtig gut!

      Das splash-Design der oberen Lampe auf dem letzten Bild ist :coolman: :eek2:

      Vielen Dank, uns daran teilhaben zu lassen.



      Liebe Grüße

      Franky
      such-finde und erspitzele doch auch Du!
    • Ich bedanke mich meinerseits bei allen Interessierten und freue mich, dass euch meine Arbeiten, und zum Teil auch meine Designs, gefallen. Bei der Anodisierung von Titan ist ja keine Farbe im eigentlichen Sinne im Spiel. Vielmehr wird durch die Dicke der durchsichtigen Oxidschicht die Lichtbrechung beeinflusst und zeigt somit Farben, ähnlich wie auf einer Seifenblase oder einem Ölfilm in einer Pfütze.

      Die Dicke dieser Schicht wird durch das Anlegen von Spannung verändert, wobei jeder Spannung eine Dicke und somit eine Farbe zugeordnet werden darf. An anderer Stelle ist das vielleicht schon mal erklärt worden. Die Techniken, die zur Anodisation zur Verfügung stehen, sind zahlreich. Es entspricht der Erfahrung und dem Können sowie den technischen Mitteln desjenigen, der anodisiert, was dabei heraus kommt.

      Anodisiertes Titan lässt sich oft nicht so auf einem Foto abbilden, wie es der Fotograf sieht, alles dreht sich um Licht und Lichtbrechung. Viele Parameter spielen eine Rolle beim Anodisieren.

      Leider sind meine Fotos im Moment noch regelwidrig präsentiert, da ich wohl besser anodisieren kann als die Prozedur des Hochladens in die Galerie, zumindest hier aus dem Krankenhaus heraus, hinzukriegen. Ich gelobe Besserung. In meiner Kleinstgruppe "Dr. Titaniums Universe" auf FB kann man sich in der dortigen Galerie gerne Fotos vieler meiner Hobbyarbeiten im Original ansehen. Hier bekomme ich das irgendwann schon noch hin.

      Also, noch mal besten Dank für´s Interesse, bis demnächst.
      Gruß, Rainer
    • Das Optimum aus gut vorbereitetem Titan herausgeholt. Kaum wahrnehmbare Schattierungen sind immer auch der physikalischen Nähe zur Farbe unter- und oberhalb der gewählten Spannung geschuldet. Custom, also Individualität, erstreckt sich eben nicht nur auf ein Messer, sondern auch auf seine Anodisierung



      F3 Scales
      Gruß, Rainer
    • Herr Doktor des Titans,

      meinen Respekt hast Du dir mit diesen Bildern verdient.
      Klasse Arbeiten mit sehr schönen Farben...hier sieht man die Erfahrung die du hast.

      Vielen Dank für die tollen Fotos

      Schöne Grüße Ralf
    • Hallo Rainer ... dürfen wir doch sicher jetzt so sagen ... ;)

      ich experimentiere nun schon einige Zeit mit dem Färben von Titan rum im Rahmen des Messerbaus...also nicht ausschliesslich!
      Erst mit der berühmten Herdplatte bzw. Cerankochfeld, Flammfärbung und danach mit einem Netzteil mit Elektrolyt.
      Aus meiner Sicht ist die sich an der Luft bildende Oberflächenoxidschicht sehr ausschlaggebend auf die spätere Farbe.
      Da spielt in meinen Augen auch die Temperatur bei der Bearbeitung eine Rolle, da diese Oxidschicht mit zumehmender Temperatur dicker wird...?

      Hast Du die Oberfläche der Griffschalen zuvor chemisch behandelt, sprich die sich auch an der Luft bildende Oxidschicht weggeäzt?
      Oder hast Du die Spannung ganz langsam anghoben, bis Du einen einheitlichen Farbton hattest?
      Die unterschiedlichen Einflussfaktoren wie: Oberflächengüte, Dicke der Oxidschicht vor dem Färben, Elektrolyth, Netzteil, ja sogar der Lichteinfallswinkel beim Fotografieren mit Blitz haben aus meiner Sicht einen grossen Einfluss auf die Farben.

      Gruss Ralf...du zeigst hier sehr schöne Arbeiten....
    • Hallo Ralf,

      du bist auf jeden Fall auf der richtigen Spur. Hitzekolorierung ist nicht mein Gebiet, daher sag ich nichts dazu.

      Ich anodisiere nur neue oder gestrahlte bzw. abgeschliffene Flächen, die keine zusätzliche Oxidschicht, außer der unter Sauerstoff unvermeidlichen, besitzen. Die Oxidschicht, die ich durch anlegen von Spannung in einem Elektrolyt produziere, ist an sich transparent. Ihre Dicke verändert Lichtbrechung und Lichtreflexion und erscheint uns als Farbe. Farbe im eigentlichen Sinne ist nicht im Spiel, sowenig wie bei einer schillernden Seifenblase oder einer Benzinpfütze.

      Die Oberfläche des zu anodisierenden Gutes muss so sauber wie möglich sein. Durch eingebrachte Stahlpartikel wird sich die erwartete Farbe nicht präzise einstellen, verbliebene Stahlbauteile, beispielsweise an einer Messergriffschale, sorgen für einen "Hemmhof" im niedrigeren Spektrum als das angestrebte, der Spannung entsprechende.

      Also anodisiere ich am liebsten fabrikneue, drehfrische oder frisch glasperlgestrahlte, nicht voranodisierte Titan-Gegenstände, die ich trotzdem vorher noch mit Alkohol reinige.

      Zusammensetzung des Elektrolytes, Art und Größe der Kathode, Legierung und Oberflächenstruktur des Werkstückes, Spezifikation des Netzteiles, Temperatur, Zeit, Geschick, Fantasie und Erfahrung sind schließlich diejenigen Faktoren, die bei jedem der anodisiert, unterschiedlich anzutreffen sind. Zudem kann dir jeder innerhalb der unumstößlichen physikalischen Gesetze etwas anderes erzählen, je nach Erfahrung und Schwerpunkt.

      Ich arbeite nur mit Stoffen, die nicht gesundheitsschädlich oder gefährlich bei der Anwendung sind und die in geschlossenen Räumen verwendet werden können. Kommen bestimmte Säuren, Laugen und hohe Temperaturen ins Spiel, ergeben sich weitere Möglichkeiten durch den höheren Aufwand. Mir reichen meine Ergebnisse zwangsläufig, denn ich habe nur die beschränkten Möglichkeiten hobbymäßiger, nichtindustrieller Farbgebung an Titan. Schwarz kann ich zum Beispiel nicht. Und manches will ich auch einfach nicht und lasse es.

      Ich anodisiere ausschließlich nur privat und wenn überhaupt auf bitten anderer zu Preisen, die den Aufwand gerade decken, nicht kommerziell, nicht gewerblich.

      Im Dr. Titaniums Universe halte ich eine kleine PDF Datei vor, die ebenfalls ein wenig Licht aufs Anodisieren wirft. Viel Spaß bei deinen Versuchen.

      So ungefähr verhält es sich


      Titan Farbentstehung 1_wm

      Titan Farbspektrum 1_wm
      Gruß, Rainer
    • Hallo Rainer,

      Vielen Dank für deine super Erklärungen und Hinweise :thumb:
      Man sieht deinen Arbeiten die Du hier zeigst dein Können und deine scheinbar grenzenlose Erfahrung an...meinen Respekt hast Du!!! :hail:

      Ich plane gerade ein weiteres "Tradition trifft Moderne Messer"...dieses Mal ein Klapper, bei dem Titan und Farben wie bei Nummer 1 und 2 eine wichtige Rolle spielen... Wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, aber deine Ausführungen hier werden dabei sehr hilfreich sein!

      Nochmals vielen Dank...was Du hier zeigst ist ganz grosses Kino! :coolman:

      Gruss Ralf...hier sollte der Multidankomat eingeführt werden!!!
    • Ja Thomas,

      sogar verdammt gut!!! Was auf dem letzten Bild gut zu erkennen ist, ist die unterschiedliche Wirkung der Oberflächen...Bei Hochglanz glänzende Farben, bei Matt auch matte Farben. Wobei ich finde, dass mattierte Oberflächen unempfindlicher sind gegen Fett oder z. B Fingerabdrücke... Hochglanz wirkt entfettet richtig super!

      Sehr schöne Musterung...das muss man erst mal können :thumbup: Sieht aus wie gemalt :)

      Toll gemacht Herr Doktor!!! :thumbsup:
    • Vielen Dank für eure freundlichen Kommentare. Vielleicht ist es Zeit für eine kleine Anekdote, die mein Leben sehr bereichert hat.

      Im Juni 2014 hat mich ein befreundeter chinesischer Messerhersteller, der schon lange recht stilles Mitglied meiner Facebook-Gruppe „Dr. Titaniums Universe“ war, gebeten, etwas für ihn zu anodisieren. Als mir das Volumen dieser Bitte klar wurde, musste ich ablehnen, da Zollgebühren und Zollformalitäten uns beide geradezu erschlagen hätten. Zudem anodisiere ich ja nur privat und nicht gewerblich.

      Ich erklärte ihm bedauernd, dass solch hohe Kosten ja nicht mal dann entständen, käme ich persönlich nach China und erledigte dort die gewünschte Arbeit. Er überlegte nur kurz und lud mich noch am selben Tag zu sich ein. Ich meinerseits erklärte mich dazu bereit, ihm das Anodisieren beizubringen und ihm jede Feinheit meines Know-how mitzugeben.

      Im Juli schon flog ich in diese andere,fremde Welt, die aufregendsten 9 Tage meines Lebens begannen. Wir arbeiteten motiviert, ich als Lehrer (der ich ja bin) und er als begeisterter, angenehmer Lernender. In dieser kurzen Zeit, nachdem wir unter Schwierigkeiten alles nötige Equipment im Lande besorgt hatten, gelang es mir natürlich nur, die Prinzipien der Technik zu vermitteln und an Beispielen zu demonstrieren.

      Wir wurden Freunde. Ich war in die Familie integriert, an Abschied mochte ich gar nicht denken. Trotz der kurzen Zeit haben mein Freund, seine Familie und all deren Freunde mir das Land und die Leute nahe gebracht. Es war unbeschreiblich schön, ein mehr als gerechter Gegenwert für ein bisschen Teaching und Coaching. Freunde kann man mit Geld nicht kaufen.

      Jetzt kann er es selbst und seine Arbeiten werden ständig besser und kreativer. Seine Folder sind in Qualität und Fertigung sowieso über jeden Zweifel erhaben und werden seit kurzem durch Georg und Steff Geismar in Deutschland vermarktet. Hier mal ein aktuelles Beispiel seiner Künste: (Fotos made by Jim Skelton, Miami)












      Gruß, Rainer

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dr. Titanium ()